H E I N R I C H   E U G E N   V O N   Z I T Z E W I T Z

 

Weitere Werke von Heinrich Eugen von Zitzewitz

 

heinrich-eugen-von-zitzewitz-sommerliche-vorstadt

 

Sommerliche Vorstadt mit Gärten und Häusern

Öl auf Platte; gerahmt [Rahmen ungeöffnet];
u.r. datiert „[19]68“

u.r. signiert „Eugen“, sowie verso verschiedene aufgeklebte Zettel zum Künstler
nicht betitelt

€ 460,-

 

                   

 

Rahmengrösse: 61,8x43cm
Bildgrösse: 53x34cm

Zustand
leicht nachgedunkelt; partiell schwach fleckig; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren (etwas berieben); Rahmen ungeöffnet

 

 

Zeitlebens lag Heinrich Eugen die Natur mit ihren Lebewesen am Herzen. „Das Mitgefühl mit der gequälten Kreatur sollte meinen Vater sein Leben lang begleiten. Es ist ein wichtiger Ansatz zum Verständnis seiner Kunst“ (Lisaweta von Zitzewitz (Hrsg.) (2010): Heinrich Eugen von Zitzewitz. Meister Rose und andere Geschichten; Helms Verlag; Schwerin; S. 8). In den 1950er Jahren entstanden in diesem Zusammenhang Werke, die in ihrer drastischen und bewusst nicht-dekorativen Art den Betrachter aufrütteln sollten. Heinrich Eugen malte ‚Atomfrösche‘, tierische Mutanten und weitere Schreckensvisionen. Nach diesen schauerlichen und oftmals skurrilen Motiven, entstanden in den 1960er Jahren scheinbar unbedarfte Werke mit u.a. Landschaftsansichten, die nicht mehr den alarmierenden Charakter der vorhergehenden Arbeiten hatten, sondern schlicht das Schöne der Welt zeigten.
Zu der Verbindung dieser beiden Werkgruppen sagt der Künstler: „Die Landschafts- und Blumenbilder bedeuten keinen Schwenk und auch keinen Bruch. Sie sind im Gegenteil eine Fortführung meiner Art, die Dinge dieser Welt zu sehen. Nur der Schwerpunkt hat sich verlagert“ (ebd.; S. 80). Und explizit führt er weiter aus: „Eine harmlose Wiesenlandschaft oder eine Flussbiegung hat zwar an sich keinen Inhalt. Sie lebt nur aus sich heraus. Das Licht der Jahreszeiten und das Licht des Tages spiegeln sich in ihr. Diese in sich ruhende Unbedeutendheit ist auf meinen Bildern zum Tummelplatz farbiger Flecken geworden. Zugleich legt sie Zeugnis ab von der Schöpfung. Gewachsene Landschaft ist Teil der Schöpfung, ebenso wie ich und wir alle – trotz aller Zerstörung, die wir bereits angerichtet haben“ (ebd.; S. 82).
Das vorliegende Gemälde aus dem Jahr 1968 zeigt eine solche ‚in sich ruhende Unbedeutendheit‘ in ihren zahlreichen expressiv aufgetragenen Farbflecken. Vor unseren Augen breitet der Künstler eine klein-, oder vorstädtische Siedlung mit Häusern und Gärten aus. Jahreszeitlich befinden wir uns im Sommer – überall grünt und blüht es in den verschiedensten Farbtönen. Und es ist gerade diese lebendige Natur, die von Heinrich Eugen durch den pastosen Farbauftrag, die oftmals kurzen, schnellen Striche und die verschiedensten Farbmischungen, in den Vordergrund der Komposition gerückt wird. Bis auf das etwas näher stehende Haus im linken Bildbereich, sind die Häuser im rechten Bereich nur leicht aufgetragen und wirken damit deutlich dem Hintergrund zugehörig. Das pralle Leben spielt sich im vorderen Gartenbereich ab und dieses Gemälde wirkt dabei wie ein Lobgesang auf die Fülle und Pracht der Natur und des Lebens im Allgemeinen.

 

 

Zu Heinrich Eugen von Zitzewitz (1925 Notzkow, Kreis Schlawe (Pommern) – 01.06.1998 Braunschweig):
Künstlername: Heinrich Eugen; Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer; Unterricht durch Hauslehrer bis zur Sexta; 1938 nach dem Tod des in Zitzewitz wohnenden Großvaters zieht die Familie von Notzkow nach Zitzewitz (Kreis Stolp) um; 1937-43 Besuch des Gymnasiums in Schlawe; 1944-45 Kriegsdienst im Reiterregiment 13, Lüneburg; nach dem Krieg dreimonatige britische Kriegsgefangenschaft; 1945-46 Landarbeiter in Gartow; Oktober 1946 Abitur in Hannover und anschließender Umzug nach Berlin; 1947 Mitarbeiter der Berliner Tageszeitung „Der Telegraf“; 1948-49 Besuch der Hebbel-Theaterschule (Berlin) und dort Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur (Abschluss mit dem Bühnenreife-Examen); 31.12.1949 Heirat mit Gertraude Niedt (1926-2007); 1950-55 Studium der Malerei und Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin (bei Heinrich Graf von Luckner, Hermann Teuber, Waldemar Grzimek); 1955-88 als Kunsterzieher am Martino-Katharineum Braunschweig tätig; 1959 Preisträger im Wettbewerb „Maler sehen Stuttgart“; 1969-75 Geschäftsführer des Bundes Bildender Künstler (BBK) Braunschweig; 1982-88 Vorsitzender des BBK Braunschweig; 1978-83 zusammen mit Johann-Dietrich Bödeker Herausgeber der Satirezeitschrift „Schmähwinkel“; 1983-90 Zeichner und Texter des „Till“ in der „Braunschweiger Zeitung“; 1995-97 zahlreiche Reisen nach Pommern; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

Literatur
ZITZEWITZ, Lisaweta von (Hrsg.) (2010): Heinrich Eugen von Zitzewitz. Meister Rose und andere Geschichten; Helms Verlag; Schwerin