G I   N E U E R T

 

Weitere Werke von Gi Neuert

 

gi-neuert-sommerblumen

 

„Sommerblumen“

Aquarell über Bleistiftvorzeichnungen; auf strukturiertem Aquarellkarton
u.r. datiert „[19]65“

Blattgrösse: 35,9×47,9cm

u.r. signiert „Gi“
verso u.r. (wohl) von der Künstlerin bez.: „Sommerblumen“

€ 360,-

 

 

 

 

            

 

Zustand
partiell leichte Druckstellen im Blatt; in den Randbereichen mitunter sehr leicht nachgedunkelt; verso leichte Lagerspuren; verso o.r. unleserlicher/teilw. wegradierter früherer Besitzervermerk

 

 

Nachdem Gi Neuert anfangs als Grafikdesignerin selbstständig war, kam es Anfang der 1960er Jahre zu einer Fokussierung auf Grafik, Zeichnung und Malerei. „1963 gelang ihr der Sprung zur freien Kunst. Seither hat sie sich als zunehmende Malerin profiliert. Lang ist die Liste ihrer Ausstellungen. Sie beteiligte sich an Ausschreibungen und Wettbewerben. Arbeiten von ihr wurden ausgezeichnet. Inzwischen sind ihre Bilder, Zeichnungen und Radierungen hoch geschätzte Sammlerstücke. Viele ihrer Arbeiten befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz“ (Barbara Lipps-Kant (1989): Gebaut und gewachsen – Gedanken zu den farbigen Lichtvisionen von Gi Neuert, in: Dies. (Red.) (1989): Gi Neuert. Malerei und Zeichnung; Ernst Wasmuth Verlag; Tübingen; S. 17-24 [hier: 18]).
Das vorliegende, auf 1965 datierte Aquarell stammt aus dieser verhältnismäßig frühen Schaffensphase.
Die Künstlerin eröffnet uns einen ungemein reichhaltigen Blick in eine Blüten- und Pflanzenlandschaft. Alles ist dicht beieinander und das Auge benötigt eine Zeit, um aus den verschiedenen Farbflächen die einzelnen Pflanzen entstehen zu lassen. Obgleich diese Pflanzen doch allesamt so vertraut sind (u.a. Löwenzahn, Studentenblume), wirken sie doch auf eine gewisse Art exotisch und unbekannt. – Stängel und Blüten überdecken und überlappen sich, wodurch dieses farbprächtige florale Gemenge entsteht. Faszinierend an der Umsetzung ist dabei der für die Künstlerin ganz eigene Gebrauch der Aquarellfarben, durch den sie aus jeder einzelnen Pflanze ein Unikat zaubert. – Mal erscheinen die Blüten bzw. Blätter monochrom, warm und satt, wogegen daneben die Aquarellfarbe auch Flächen in verschiedensten Nuancen ausbildet und kontrastiv dazu werden gar auch wenige Bereiche frei gelassen bzw. wird der Malgrund mit in die Darstellung einbezogen.
Wunderschön differenziert ausgeführte florale Komposition!

 

 

Zu Gi Neuert (geb. 1935 Offenbach / Main):
Malerin, (Gebrauchs-)Grafikerin; 1949-52 während der Gymnasialzeit Besuch der Abendakademie in Offenbach; 1952-57 Besuch der Werkkunstschule Offenbach (Gebrauchsgraphik bei Hans Bohn, Georg Eisenbauer, Hans Schmincke); 1954-55 zwischenzeitlich Besuch der Kunstakademie München (bei Erich Glette); nebenbei Tätigkeiten für den Kumm-Verlag (Offenbach) und den Heyne-Verlag (München); 1958 Heirat mit Fritz O. Neuert und Selbstständigkeit als Grafikdesignerin; 1963 Geburt des Sohnes; verstärkt Fokussierung auf Grafik, Zeichnung und Malerei; ab 1967 zahlreiche Einzelausstellungen; 1969 Umzug der Familie nach Stuttgart; Studienreisen nach u.a. Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Israel; rege Ausstellungstätigkeit; Mitglied im BBK-Baden-Württemberg, bei der GEDOK, Kunstverein Pforzheim, Stuttgarter Kunstverein und Offenbacher Künstlerbund

Quelle/Literatur
LIPPS-KANT, Barbara (Red.) (1989): Gi Neuert. Malerei und Zeichnung; Ernst Wasmuth Verlag; Tübingen
Internetseite der Künstlerin [gineuert.de]