G I   N E U E R T

 

Weitere Werke von Gi Neuert

 

gi-neuert-palazzo

 

‚Palazzo‘

Aquarell über Bleistiftvorzeichnungen; auf cremefarbenem Karton; verso am oberen Rand durch zwei Klebestreifen unter Passepartout gesetzt
u.r. datiert „[19]69“

u.r. signiert „Gi“, sowie u.l. (wohl) nochmals voll signiert
verso u.l. (wohl) von der Künstlerin bez. ‚Palazzo‘

€ 330,-

 

 

 

 

             

 

Passepartoutgrösse: 30x40cm
Blattgrösse: 24×33,2cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 15,8×21,8cm

Zustand
Blatt verso am oberen Rand durch zwei Klebestreifen unter Passepartout gesetzt; im oberen und unteren Blattbereich (außerhalb des Bildbereichs) Reste früherer Befestigung (Papier etwas aufgeraut); Ecke o.l. mit leichter Stauchung; partiell Druckstellen im Blatt; verso etwas fleckig; verso im oberen Bereich Reste früherer Befestigung (Papier etwas aufgeraut)

 

 

Nachdem Gi Neuert anfangs als Grafikdesignerin selbstständig war, kam es Anfang der 1960er Jahre zu einer Fokussierung auf Grafik, Zeichnung und Malerei. „1963 gelang ihr der Sprung zur freien Kunst. Seither hat sie sich als zunehmende Malerin profiliert. Lang ist die Liste ihrer Ausstellungen. Sie beteiligte sich an Ausschreibungen und Wettbewerben. Arbeiten von ihr wurden ausgezeichnet. Inzwischen sind ihre Bilder, Zeichnungen und Radierungen hoch geschätzte Sammlerstücke. Viele ihrer Arbeiten befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz“ (Barbara Lipps-Kant (1989): Gebaut und gewachsen – Gedanken zu den farbigen Lichtvisionen von Gi Neuert, in: Dies. (Red.) (1989): Gi Neuert. Malerei und Zeichnung; Ernst Wasmuth Verlag; Tübingen; S. 17-24 [hier: 18]).
Das vorliegende Werk aus dem Jahr 1969 entstand damit zu einer Zeit als Gi Neuert bereits schon mehrere Jahre als freischaffende Künstlerin tätig war. Inspiriert durch Reiseeindrücke aus v.a. Nordafrika entstanden in dieser Phase Werke mit Ansichten orientalischer Städte oder Einblicke in Palazzi. Deutlich ist in diesem Aquarell die im ersten Moment anders und fremd wirkende, aber zugleich auch faszinierende Architektur samt der traditionalen Ornamentik zu erkennen. Wir befinden uns in einer Säulenhalle, der Boden ist schachbrettartig gefliest, Bögen, Ornamente und Säulen begegnen uns in einer ungemeinen Fülle, die von einer beeindruckenden Farbenpracht begleitet wird. Durch den Bogen hindurch können wir vor dem strahlend blauen Himmel Teile kubusförmige Gebäude, sowie das Grün von Bäumen erkennen.
Neben der lockeren, sicheren Farbgebung ist für die Wirkkraft des Werks nicht zuletzt das bedeutsam, was Lipps-Kant zum Licht in eben jenen orientalisch exotischen Arbeiten schreibt: „Zum Licht in Gi Neuerts Gemälden ist anzumerken, daß es von keiner äußeren Lichtquelle ausgeht. Es ist nicht objektbezogen, vielmehr diffus, ein inneres Leuchten. Es wird allein durch die Farbe erzeugt“ (ebd.; S. 20).

 

 

Zu Gi Neuert (geb. 1935 Offenbach / Main):
Malerin, (Gebrauchs-)Grafikerin; 1949-52 während der Gymnasialzeit Besuch der Abendakademie in Offenbach; 1952-57 Besuch der Werkkunstschule Offenbach (Gebrauchsgraphik bei Hans Bohn, Georg Eisenbauer, Hans Schmincke); 1954-55 zwischenzeitlich Besuch der Kunstakademie München (bei Erich Glette); nebenbei Tätigkeiten für den Kumm-Verlag (Offenbach) und den Heyne-Verlag (München); 1958 Heirat mit Fritz O. Neuert und Selbstständigkeit als Grafikdesignerin; 1963 Geburt des Sohnes; verstärkt Fokussierung auf Grafik, Zeichnung und Malerei; ab 1967 zahlreiche Einzelausstellungen; 1969 Umzug der Familie nach Stuttgart; Studienreisen nach u.a. Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Israel; rege Ausstellungstätigkeit; Mitglied im BBK-Baden-Württemberg, bei der GEDOK, Kunstverein Pforzheim, Stuttgarter Kunstverein und Offenbacher Künstlerbund

Quelle/Literatur
LIPPS-KANT, Barbara (Red.) (1989): Gi Neuert. Malerei und Zeichnung; Ernst Wasmuth Verlag; Tübingen
Internetseite der Künstlerin [gineuert.de]