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Weitere Werke von Gerhard Grimm

 

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Kopfballduell

Tuschfederzeichnung auf sandfarbenem Papier; am oberen Rand befestigt auf weißes Papier
u.r. in Blei datiert „[19]59“

Grösse des unterlegten Papiers: 43x61cm
Blattgrösse: 29,7x42cm

u.r. in Blei signiert „Grimm“
nicht betitelt

€ 160,-

 

 

 

   

 

Zustand
Blatt am oberen Rand befestigt auf weißes Papier; partiell Druckstellen im Blatt; an Ecke u.l. minimaler Papierverlust; in Ecke u.l. klein in Blei nummer. „1“; in den beiden oberen Ecken je ein kleines Einstichloch; unterlegtes Papier mit Druckstellen, sowie am oberen Rand farbfleckig

 

 

Der Sport lieferte bei Gerhard Grimm immer wieder Anreize für neue Motive. Dabei beschränkte er sich nicht auf eine bestimmte Sportart, sondern versuchte immer einen Moment der Anspannung der Kräfte, sei es beim Boxen, beim Kugelstoßen, beim Fußball oder woanders, zu Papier zu bringen. „Intensität eines Geschehens: diese Qualität in Gerhard Grimms Grafik, daß sie die Kraft, die Dynamik und die Dichte eines Geschehens erlebbar macht, ist in besonderer Wirkensfülle in den Bildern mit Aktions-Sekunden zugegen. Vor allem muß man da auf die Sportbilder verweisen“ (Werner Köser (1977): Einführung, in: Gerhard Grimm: Zeichnungen Druckgraphik; Harwalik; Reutlingen; S. 9-19 [hier: 13]).
Das vorliegende Blatt zeigt gerade eine solche ‚Aktions-Sekunde‘ – zwei Fußballspieler beim umkämpften Kopfballduell. Man sieht die momenthafte Anspannung der Glieder, was zusammengenommen beinahe wiederum einem Tanzpaar gleichkommt, man erkennt die Verbissenheit in den Gesichtern und man weiß, dass dies alles in unmittelbarer Kürze verflogen sein wird. Wunderbare, für Gerhard Grimm ganz typische Zeichnung aus seinem Sportbilder-Motivkreis!

 

 

Zu Gerhard Grimm (10.07.1927 Grünsfeld (b. Tauberbischofsheim) – 17.02.1998 Reutlingen):
Maler, Graphiker, Illustrator, Kunsterzieher; die Kindheit verbrachte Grimm in Ilvesheim bei Mannheim; Besuch des Karl-Friedrich-Gymnasiums in Mannheim mit Abitur; im Zweiten Weltkrieg eingesetzt als Luftwaffenhelfer und Infanterist; 1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft; 1946-51 Studium an der Universität Heidelberg (Germanistik), der Technischen Hochschule Karlsruhe (Geographie) und Hauptstudium an der Kunstakademie Karlsruhe; Meisterschüler von Otto Laible; im Folgenden Tätigkeit als Kunsterzieher an Gymnasien in Heidelberg, Karlsruhe und Pforzheim; 1957 Einzelausstellung in der Galerie Lore Dauer (Mannheim); 1959 Einzelausstellung im Kurhaus in Bad Münster am Stein; 1960 Einzelausstellung in dem Karlsruher Akademiegebäude; 1962 Dozent an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen; 1969 Ernennung zum Professor; fortan tätig in Reutlingen; 1971 Einzelausstellung im Kasino des Bundesverfassungsgerichts (Karlsruhe); 1976 Einzelausstellung in der Galerie Zimmermann (Nürtingen); 1977 Einzelausstellung im Spendhaus (Reutlingen); 2013 Ausstellung mit Graphiken Grimms in der Zehntscheune (Grünsfeld); Grimm schuf zahlreiche Mappenwerke (u.a. 1950 „Odyssee“ (20 Lithogr.), 1951 „Der Kreuzweg“ (15 Holzschnitte), 1973-74 „Sportler“ (13 Holzschnitte)), sowie Kunstkalender; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland

Literatur
GRIMM, Gerhard (1977): Zeichnungen Druckgraphik; Harwalik; Reutlingen
HECK, Thomas Leon / LIEBCHEN, Joachim (1999): Reutlinger Künstler Lexikon; Nous Verlag; Reutlingen – Tübingen; S. 95-96
WESSELS, Marcus: Eine Hommage an Gerhard Grimm, in: Main Post (v. 11.03.2013)