G E O R G   K O S M I A D I

 

Weitere Werke von Georg Kosmiadi
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Düstere Dorflandschaft

Öl auf Karton; gerahmt
u.r. datiert „[19]48“

u.r. signiert „Georg Kosmiadi“, sowie im linken Bereich zweimal Künstlerstempel „Georg Kosmiadi / Kunstmaler / Hbg. 6, Kloksweg 1, II“
nicht betitelt

€ 380,-

 

              

 

Rahmengrösse: 55x41cm
Kartongrösse: 47,5×33,5cm

Zustand
insgesamt etwas staubig; Karton leicht gewellt; oberflächlich etwas berieben; leicht beschmutzt; partiell dezente Retuschen; an wenigen Stellen sehr leichte oberflächliche Verluste der Farbschicht; Karton verso im rechten Bereich farbfleckig, sowie im linken Bereich mit zahlreichen Beschreibungen (und Durchstreichungen) des Künstlers (u.a. frühere Preisangaben); Rahmen mit Gebrauchsspuren (an den Rändern stärker berieben)

 

 

Georg Kosmiadi war bis zu seinem Umzug nach Hamburg 1940 knapp 25 Jahre in Wolhynien ansässig und arbeitete dort als Kunsterzieher. In Hamburg war Kosmiadi fortan als freischaffender Künstler tätig.
In dem vorliegenden Gemälde aus dem Jahr 1948 versetzt uns der Künstler in eine dörfliche Landschaft. Der Tag neigt sich dem Ende entgegen und nur am unteren Rand des bewegten Wolkenhimmels zeigt sich noch ein heller Streifen. Die Landschaft wird vom Sonnenlicht freilich kaum noch erreicht und so sind der Dorfweg, die Häuser und die Felder in eine Melange aus Schwarz, Schwarzbraun und Grau getaucht. Erst nach längerer Betrachtung zeigen sich die Konturen – aus dem linken Vordergrund führt ein Weg in einer leichten Kurve zwischen den Häusern entlang. Bei den Gebäuden erheben sich, abstrahierten Flächen gleich, nicht näher zu bestimmende Bäume.

 

 

Zu Georg Kosmiadi (24.03.1886 Naltschik (Kaukasus) – 22.05.1967 Hamburg):
Georg Kosmiadi war das dritte von insgesamt acht Kindern einer musischen Familie; 1908-16 ansässig in Moskau; in dieser Zeit Besuch der Tretjakow-Galerie in Moskau; Meisterschüler bei Walentin Alexandrowitsch Serow; Bekanntschaft mit russischen Künstlern (u.a. Sergei Rachmaninow); 1914-16 als Kreisbaumeister im Kreml tätig; im Anschluss daran war er als Kunstlehrer an verschiedenen Gymnasien in Wolhynien tätig; dazu wirkte er aktiv in Kulturvereinen mit und betätigte sich als Regisseur, Bühnenbildner und Schauspieler; 1940 Umzug der Familie nach Hamburg; anfangs tätig als Bühnenbildner am Thalia-Theater und der Hamburgischen Staatsoper; 1942 Beteiligung an der „Herbstausstellung Hamburger Künstler“ (Kunsthalle Hamburg); ab 1945 als freischaffender Künstler tätig; 15.08.-07.09.1961 Ausstellung im Hamburgischen Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte; 09.06.-07.07.2011 Ausstellung „Musik der Farben“ (Werke von Georg Kosmiadi) im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur, Berlin