F R I T Z   H U H N E N

 

Weitere Werke von Fritz Huhnen

 

Fritz Huhnen: Zwei skurrile Museumsszenerien

 

Zwei skurrile Museumsszenerien mit Besuchern

Mischtechnik (Faserstift, Farbstifte, Bleistift, Aquarell) auf hellbräunlichem Papier
nicht datiert

Grösse: 20,8×29,2cm

u.r. signiert „Fritz Huhnen“
nicht betitelt

verkauft

 

 

 

 

                

 

Zustand
partiell Druckstellen im Blatt; Ecken minimal bestoßen; in Randbereichen mitunter schwach fleckig

 

 

In seiner ganz eigenen skurrilen Manier präsentiert uns Fritz Huhnen auf dem vorliegenden Blatt zwei Museumsansichten mit Besuchern bzw. Personen. Die obere Zeichnung zeigt staunende, ja beinahe entzückte Damen, die sich an einer, auf einem Sockel stehenden Skulptur nicht sattsehen können. Die Hände sind vor Bewunderung zum offenen Mund geführt, der Kopf deutlich nach vorne geneigt und selbst die beiden Personen am rechten Bildrand drehen ihre Köpfe interessiert zur Skulptur um. Nur was hier tatsächlich so reizvoll ist, lässt Huhnen offen und es kann nur vermutet werden, dass es sich womöglich um ein eher frivoles, freizügiges Kunstwerk handelt. In der unteren Zeichnung marschieren drei an Zinnsoldaten erinnernde Personen mit Gewehren von rechts nach links. Der Stechschritt die hohen Hüte und die kurzen Hosen lassen diese belustigend, gar lächerlich, aber keinesfalls militärisch erscheinen. Im Hintergrund sieht man abermals Skulpturen auf Säulen stehen. – Mittig ein Stier und rechts ein grimmig dreinblickender Feldherr.
Trefflich ausgeführte, skurril irreale Komposition Fritz Huhnens!

 

 

Zu Fritz Huhnen (26.12.1895 Krefeld – 15.12.1981 Willich):
1911 Architektenlehre und Besuch der Kunstgewerbeschule (Krefeld); Studienreisen nach u.a. Rußland, Spanien, Engalnd; 1915 freischaffend als Maler tätig; Mitglied der Gruppen „Junges Rheinland“ und „Rheinische Sezession“; 1915-18 Kriegsdienst (Kriegsmaler in Frankreich und Rußland); ab 1924 Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater; 1937 wird bei der Aktion „Entartete Kunst“ ein Werk beschlagnahmt; 1943 Zerstörung des Ateliers und der Wohnung durch Bombenangriff; Umzug mit dem Krefelder Theater nach Hirschberg (Schlesien); 1943-46 Kriegsdienst & amerikanische Kriegsgefangenschaft; ab 1946 freischaffend tätig als Bühnenbildner, Pressezeichner und Maler; 1947 Mitglied der Mitglied der Münchener Künstlervereinigung „Neue Gruppe“; 1961 Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld; 1966 Ehrenschild der Stadt Krefeld

Literatur
GRINTEN, Hans van der (Bearb.) (1996): Holzschnitte des deutschen Expressionismus; Museum Schloss Moyland; S. 377
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 492