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Weitere Werke von Fritz Huhnen

 

Fritz Huhnen: Gruppe von traumhaft surrealen Wesen

 

Gruppe von traumhaft surrealen Wesen

Schwarzer Faserstift, Bleistift auf sandfarbenem Ingrespapier (Hahnemühle)
u.r. datiert „1976“

Grösse: 40,4×29,7cm

u.r. signiert „Fritz Huhnen“
nicht betitelt

€ 250,-

 

 

                

 

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; am unteren Blattrand leichte horizontale Stauchung; rechter Blattrand unten etwas knittrig; verso im rechten und linken Randbereich leicht fleckig; verso schlägt Farbe etwas durch

 

 

Vor uns zeigt sich eine Gruppe aus wohl neun surrealen Mischwesen. Die groben Körperformen verweisen deutlich auf Menschen, doch wirken die einzelnen Strukturen und Ausformungen wie Roboter bzw. wie Maschinen. Das stille Zentrum der Komposition scheint sich in Form des am Boden liegenden Wesens zu befinden. Bei dem nach unten sich verbreiternden Schwarz mag man unweigerlich an Blut denken, so dass dieses Wesen wenn nicht nur verletzt, so vielleicht gar tot ist. Die übrigen Wesen stehen mit diesem auf ganz verschiedene Weisen in Kontakt – sei es durch ein arrogantes, die Nase hochhaltendes Abwenden und Weggehen, wie es das große Wesen ganz links zeigt, oder sei es das genüssliche Schmunzeln des sitzenden Älteren rechts. Etwas über dem Liegenden steht ein kleines, an ein Kind erinnerndes, Wesen, das die Augen traurig nach unten beugt. Fritz Huhnen lässt hier sämtliche Fragen nach Identität der Dargestellten, nach dem innerbildlichen Zusammenhang und nach einer Kontextualisierung im Allgemeinen offen, so dass der Betrachter diese (alp-)traumhaft surreale Zeichensprache selber deuten und verarbeiten muss.
Herausragende, ungemein eigenständige Komposition!

 

 

Zu Fritz Huhnen (26.12.1895 Krefeld – 15.12.1981 Willich):
1911 Architektenlehre und Besuch der Kunstgewerbeschule (Krefeld); Studienreisen nach u.a. Rußland, Spanien, Engalnd; 1915 freischaffend als Maler tätig; Mitglied der Gruppen „Junges Rheinland“ und „Rheinische Sezession“; 1915-18 Kriegsdienst (Kriegsmaler in Frankreich und Rußland); ab 1924 Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater; 1937 wird bei der Aktion „Entartete Kunst“ ein Werk beschlagnahmt; 1943 Zerstörung des Ateliers und der Wohnung durch Bombenangriff; Umzug mit dem Krefelder Theater nach Hirschberg (Schlesien); 1943-46 Kriegsdienst & amerikanische Kriegsgefangenschaft; ab 1946 freischaffend tätig als Bühnenbildner, Pressezeichner und Maler; 1947 Mitglied der Mitglied der Münchener Künstlervereinigung „Neue Gruppe“; 1961 Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld; 1966 Ehrenschild der Stadt Krefeld

Literatur
GRINTEN, Hans van der (Bearb.) (1996): Holzschnitte des deutschen Expressionismus; Museum Schloss Moyland; S. 377
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 492