F R I T Z   H U H N E N

 

Weitere Werke von Fritz Huhnen

 

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„Erzephallitischer Dämon“

Faserstifte, Buntstifte, Bleistift auf Zeichenpapier
nicht datiert

Grösse: 29,6x21cm

u.r. in Schwarz signiert „Fritz Huhnen“
u.m. vom Künstler betitelt: „Erzephallitischer Dämon“

€ 240,-

 

             

 

Zustand
partiell Druckstellen im Blatt; am unteren Blattrand etwas (wasser-)fleckig; Ecken etwas bestoßen; verso etwas fleckig (Farben schlagen leicht durch)

 

 

Drei phantastische Figuren bzw. Mischwesen bestimmen das Blatt – links ein wohl weinendes eher blau gehaltenes Wesen, das wie eine Mischung aus Mensch und Vogel erscheint, rechts ein deutlich härterer, in Rot ausgemalter, wohl uniformierter Mann, der angriffslustig seine Hand erhebt und in der anderen eine Sichel führt. Mittig im Blatt sitzt mit weit aufgerissenen Augen der titelgebende ‚Erzephallitische Dämen‘. Der Körper wirkt bildlich entstellt, kubistisch verformt, wie in einem inneren Widerstreit befindlich. Und vielleicht zeigen die beiden kleineren seitlichen Figuren die innerlich widersprüchlichen Elemente des Dämons, verbinden sich doch in jenem auch deren Farben Rot und Blau.
Bestechend bizarre, skurril surreale Komposition in der ganz eigenen Handschrift Fritz Huhnens!

 

 

Zu Fritz Huhnen (26.12.1895 Krefeld – 15.12.1981 Willich):
1911 Architektenlehre und Besuch der Kunstgewerbeschule (Krefeld); Studienreisen nach u.a. Rußland, Spanien, Engalnd; 1915 freischaffend als Maler tätig; Mitglied der Gruppen „Junges Rheinland“ und „Rheinische Sezession“; 1915-18 Kriegsdienst (Kriegsmaler in Frankreich und Rußland); ab 1924 Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater; 1937 wird bei der Aktion „Entartete Kunst“ ein Werk beschlagnahmt; 1943 Zerstörung des Ateliers und der Wohnung durch Bombenangriff; Umzug mit dem Krefelder Theater nach Hirschberg (Schlesien); 1943-46 Kriegsdienst & amerikanische Kriegsgefangenschaft; ab 1946 freischaffend tätig als Bühnenbildner, Pressezeichner und Maler; 1947 Mitglied der Mitglied der Münchener Künstlervereinigung „Neue Gruppe“; 1961 Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld; 1966 Ehrenschild der Stadt Krefeld

Literatur
GRINTEN, Hans van der (Bearb.) (1996): Holzschnitte des deutschen Expressionismus; Museum Schloss Moyland; S. 377
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 492