F R I T Z   H U H N E N

 

Weitere Werke von Fritz Huhnen

 

 

(wohl) Arbeiter beim Schanzen bzw. beim Pausieren hiervon

Tuschfeder, Bleistift auf sandfarbenem Zeichenpapier
nicht datiert [(wohl) 1944]

u.r. in Blei signiert „F Huhnen“
nicht betitelt

verkauft

 

 

Grösse: 21,5×30,1cm

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; unterer Blattrand mit leichten Abrissspuren; unterer Blattrand mit mehreren kleineren Einrissen (bis maximal 1cm Länge); linker Blattrand mittig mit kleinem Einriss (Länge etwa 0,5cm); Ecke o.l. mit Knickspur; in den Randbereichen nachgedunkelt und etwas fleckig (am linken Rand etwas stärker fleckig); verso fleckig

 

 

Ab 1924 war Fritz Huhnen als Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater sowie als Zeichner für die Zeitungen „Generalanzeiger“ und „Westdeutsche Zeitung“ tätig. 1926 hatte er seine erste Einzelausstellung. 1943 wurde Huhnens Atelier in Krefeld bei einem Bombenangriff zerstört, wodurch auch zahlreiche bis dahin entstandene Werke vernichtet wurden.
Die vorliegende Zeichnung dürfte, obgleich undatiert, 1944 entstanden sein und sich damit zeitlich an diesen Werkverlust anschließen. In skizzenhafter Manier entwirft Huhnen hier die Darstellungen von sechs älteren Personen bei denen es sich zweifelsohne um Zivilisten und keinesfalls um Militärs handelt. Diese sind wohl gerade beim ‚Schanzen‘ bzw. beim Pausieren von dieser Tätigkeit. Im zeitgeschichtlichen Kontext bedeutet dies, dass gegen Ende des Krieges die Zivilbevölkerung vermehrt zum Ausheben von Panzer- und Schützengräben mobilisiert wurde. Eben dieses ‚Schanzen‘ geschah in Krefeld ab September 1944 (vgl. hierzu: Dolderer, Winfried (2008): Eine niederrheinische Korrespondenz aus der Familie Besouw 1943 – 45, in: Die Heimat. Krefelder Jahrbuch; Jg. 78; S. 101-106 [hier: 106, Anm. 44]. Deutlich lässt Huhnen die Gesichter der expressiv-realistisch Dargestellten als wenig erfreut, gar schon mürrisch erscheinen.

 

 

Zu Fritz Huhnen (26.12.1895 Krefeld – 15.12.1981 Willich):
1911 Architektenlehre und Besuch der Kunstgewerbeschule (Krefeld); Studienreisen nach u.a. Rußland, Spanien, Engalnd; 1915 freischaffend als Maler tätig; Mitglied der Gruppen „Junges Rheinland“ und „Rheinische Sezession“; 1915-18 Kriegsdienst (Kriegsmaler in Frankreich und Rußland); ab 1924 Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater; 1937 wird bei der Aktion „Entartete Kunst“ ein Werk beschlagnahmt; 1943 Zerstörung des Ateliers und der Wohnung durch Bombenangriff; Umzug mit dem Krefelder Theater nach Hirschberg (Schlesien); 1943-46 Kriegsdienst & amerikanische Kriegsgefangenschaft; ab 1946 freischaffend tätig als Bühnenbildner, Pressezeichner und Maler; 1947 Mitglied der Mitglied der Münchener Künstlervereinigung „Neue Gruppe“; 1961 Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld; 1966 Ehrenschild der Stadt Krefeld

Literatur
GRINTEN, Hans van der (Bearb.) (1996): Holzschnitte des deutschen Expressionismus; Museum Schloss Moyland; S. 377
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 492