E V   G R Ü G E R

 

 

ev-grueger
„Lanzarote 3“

Bleistift auf weißem Karton
u.r. in Blei datiert „[19]75“

Blattgrösse: 64,2×49,8cm

u.r. in Blei signiert „Grüger“
u.r. in Blei betitelt: „Lanzarote 3“

€ 420,-

 

 

  

 

Zustand
partiell Druckstellen im Blatt; partiell leicht beschmutzt; im Bereich u.r. (etwa bei der Signatur) kleiner oberflächlicher Kratzer; verso an den beiden oberen Ecken Reste früherer Befestigung (Klebestreifen); verso u.l. kleiner Aufkleber mit Nummerierung

 

 

Ev Grüger unternahm zahlreiche Studienreisen u.a. nach Istanbul, Paris, Korsika und auch auf die Kanarischen Inseln. Die vorliegende Zeichnung dürfte bei bzw. in Folge einer solchen Reise nach Lanzarote entstanden sein. In der für die Künstlerin typischen, ganz eigenen Weise zeigt sich eine kahle, kalte Felslandschaft. Zu den Landschaftsarbeiten von Ev Grüger schreibt Robert d´Hooghe: „Auslösendes Moment ist das Erlebnis der Landschaft, die von ihr als das umfassende, unbewegte und ernste Gegenüber empfunden wird. […] Diese Welt kennt nicht Gut und Böse. Die Landschaftsräume stehen in einer merkwürdigen Klarheit da, in einer klaren Luft, die dennoch alle Details verschluckt. Die Formen am Horizont sind wie ausgeschnitten, das Bild ist flach und hat doch Tiefe, die den Blick in die Leere einsaugt, in ein sehr mildes, weiches Vakuum. Unmerklich geschieht der Übergang von Natur- in Kunstlandschaft. Es sind Bilder einer reinen Poesie, die das fraglose Dasein von Gegensätzlichkeiten mit ganz leichter Melancholie, doch gefaßt und beherrscht widerspiegeln“ (Robert d´Hooghe: Rätselhafte Welten, in: Mannheimer Kunstverein e.V. (1977): Ev Grüger. Zeichnungen; Mannheim; unpag.).

 

 

Zu Ev Grüger (geb. 1928 Altenburg/Thür.):
1942-44 Meisterschule für Textilindustrie Plauen (Vogtland); 1945-49 Hochschule für Bildende Künste Weimar; 1951-57 Hochschule für Bildende Künste Berlin; Meisterschülerin bei Prof. Karl Schmidt-Rottluff; 1956 1. und 2. Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin); 1957-58 Paris-Stipendium des DAAD; ab 1958 in Hofheim (Taunus) ansässig; ab 1959 als freischaffende Künstlerin tätig; seit 1959 zahlreiche Ausstellungen; ab 1975 Mitglied der Darmstädter Sezession; 1977 1. Preis der Senefelder-Stiftung (Offenbach); 1987 Kulturpreis des Landes Hessen; Studienreisen nach Istanbul, Paris, Korsika, L’Ardèche, Tessin, Kanarische Inseln; verwendete Techniken vornehmlich Bleistift, Gouache, Offsetlithografie

Literatur
MICHAELIS, Sabine (Hrsg.) (): Kunst aus dem Besitz der Stadt Darmstadt: Mathildenhöhe, 29. November 1981 bis 14. Februar 1982 [Katalog zur Ausstellung]; Magistrat der Stadt Darmstadt; S. 327
Mannheimer Kunstverein e.V. (1977): Ev Grüger. Zeichnungen; Mannheim
Stadt Frankfurt am Main (Hrsg.) (1989): Die bildenden Künstler in Frankfurt am Main; Frankfurt; unpag.