C U R T   W I T T E N B E C H E R

 

Weitere Werke von Curt Wittenbecher

 

 

„Sonnenereignis“

Aquarell auf leicht strukturiertem Aquarellkarton
verso u.r. in Blei datiert „2.10.[19]75“

Grösse: 63,8×49,7cm

u.r. monogrammiert „CW“, sowie verso u.r. in Blei signiert „Curt Wittenbecher“
verso u.r. in Blei betitelt „Sonnenereignis“, und mit der (Werks-)Nummer versehen „2412“

€ 430,-

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Zustand
partiell leichte Druckstellen; Ecken minimalst bestoßen; verso in den vier Ecken Reste früherer Befestigung (Klebestreifen, leicht aufgeraut); verso u.r. frühere Preisangabe in Blei („1500,-“)

 

 

Hinter einem kleinen Landstreifen mit vereinzelten Bäumen, schließt sich das in nur wenigen Strichen angedeutete Wasser bis zum Horizont hin an. Über allem, zentral in der oberen Bildhälfte, steht die gleißende Sonne. Das Sonnenlicht variiert dabei von kräftigem Orange, zu hellem Gelb und dezentem Violett. Zugleich wird die gesamte Ansicht durch dieses titelgebende ‚Sonnenereignis‘ in ein irreal wirkendes und ebenso mythisch anmutendes Licht getaucht. – Die Konturen der Bäume, der Büsche, der Landschaft verschwimmen, werden unscharf, gehen ineinander über. Deutlich liegt das Hauptaugenmerk Wittenbechers auf der Farbe und deren Wirkkraft. Beeindruckendes Werk des damals immerhin 74jährigen Künstlers!

 

 

Zu Curt Wittenbecher (01.08.1901 Magdeburg – 02.01.1978 Bremen):
während der Schuljahre bis zum Abitur Halbtagsschüler der Kunstgewerbeschule Magdeburg; 1921-24 Studium an der Privatschule für graphische Künste (bei Moritz Heymann und Walter Thor); danach Studium an der Städtischen Kunstgewerbeschule (Berlin-Charlottenburg) bei Harold Bengen und an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule (Magdeburg) bei Ernst Hoffmann und Richard Winckel; anfangs Dozent für Laienzeichnen und Kunstbetrachtung an der Volkshochschule Charlottenburg; ab 1928 freischaffender Maler und Graphiker in Magdeburg; 1934 Ausstellung im Kaiser-Friedrich-Museum (Magdeburg) in Gemeinschaft mit Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff; Aufnahme in den Künstlerverein -Börde-; 1939-40 Mitglied und Leiter der -Künstlerkameradschaft Magdeburg-; gemeinsam mit Friedrich Einhoff, dem Zerbster Maler Paul Jünemann u. a. war er ab 1939 in den Kriegsjahren zuständig für die jährlichen Magdeburger Kunstausstellungen; 1942 Verleihung des Kunstpreises der Stadt Magdeburg; 1944 Übersiedlung nach Hindeland im Allgäu, nach dem Totalverlust seiner Wohnung durch Kriegseinwirkung; 1949 Übersiedlung nach Worpswede; 1953 Gründungsmitglied des „Neuen Forum“ (Bremen); seit 1955 freischaffender Maler in Bremen; zahlreiche öffentliche Aufträge, sowie Lehrtätigkeiten; Motive waren häufig Naturdarstellungen und Stilleben

Literatur
LIEBSCHER, Sabine: Curt Wittenbecher; in: Magdeburger Biographisches Lexikon
SCHNEIDER, Erich (Hrsg.) (2009): Expressiver Realismus. Die Sammlung Joseph Hierling [Schweinfurter Museumsschriften 166/2009]; Schweinfurt; S. 353
Kunstverein Bremen (Hrsg.): Katalog -Curt Wittenbecher. Ausstellung 1959/60. Kunsthalle Bremen