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Weitere Werke von August Lange-Brock

 

August Lange-Brock: Sonnenblumen
Dicht blühende Sonnenblumen

Aquarell und Tempera auf zugeschnittener weißer, gemusterter Tapete; aufgezogen auf Karton; aufgezogen auf Platte
nicht datiert, Entstehung (wohl) um 1945-50

Grösse: 59×83,4cm

verso u.l. Nachlassstempel „Aug. Lange-Brock / Nachlaß“
nicht betitelt

€ 210,-

 

 

 

 

ZUSTAND
Ecken/Ränder bestoßen; an Rändern mitunter stärkere Material-, Farbverluste (v.a. in den Bereichen o.r. und u.l.); an den Rändern teilweise kleine Einrisse und Knickspuren; im Bereich u.l. größerer Materialverlust (Umfang etwa 4,5x3cm); insgesamt Platte leicht wellig; verso berieben und farbfleckig

 

 

Wie vor eine Wand gestellt, positioniert August Lange-Brock den Betrachter vor dieses schier undurchdringliche Grün und Gelb der Sonnenblumen. In herrlich kräftig satten Farben leuchten die Blüten und recken sich gen Himmel, wogegen das Blattwerk in den verschiedensten Grüntönen den Lichteinfall und das Schattenspiel brillant wiedergibt. Aufgrund des Bildträgers, der wohl eine zugeschnittene Tapete ist, könnte man im ersten Moment von einer Studie ausgehen. Jedoch ist das vorliegende Werk ausgereift und durchaus eigenständig, so dass eher eine Gelegenheits-, Gefälligkeitsarbeit angenommen werden kann, wenn nicht die Verwendung dieses Bildträgers durch den bloßen Geld-, Materialmangel (bspw. in der unmittelbaren Nachkriegszeit) verursacht wurde. Trotz der signifikanten Beschädigungen zeigt sich hier eine ungemein dichte und lebendige Komposition Lange-Brocks!

 

 

Zu August Lange-Brock (03. Mai 1891 Hamburg – 05. Aug. 1979 ebd.):
Malerlehre; 1907-13 Besuch der Hamburger Kunstgewerbeschule; 1914-18 v.a. Kriegszeichner in den Balkanländern; 1918-19 Meisterschüler von Arthur Illes; 1921 beim Bauhaus in Weimar (Kontakte u.a. mit Klee, Gropius, Kandinsky, Maholy-Nagy); 1924-26 Bühnenbildner bei Max Reinhardt am Deutschen Theater (Berlin); Mitarbeit an „Der Sturm“; 1927-30 Studium zum Gewerbelehrer (Universität Hamburg); ab 1930 Lehrer an der Gewerbeschule für Malerei (Hamburg); 1943 zusammen mit Heinrich Stegemann Auftrag das zerstörte Hamburg bildnerisch zu dokumentieren; nach 1945 Entwicklung zu ungegenständlicher Darstellungsweise; Werke u.a.in Hamburger Kunsthalle und Gewerbemuseum

LITERATUR: HEYDORN, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 132 — JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 499 — JAACKS, Gisela: Gesichter und Persönlichkeiten. Bestandskatalog der Gemäldesammlung im Museum für Hamburgische Geschichte; Museum für Hamburgische Geschichte; Hamburg; S. 142 — Hamburger Kunsthalle (Hrsg.) (2005): Ausgegrenzt. Kunst in Hamburg 1933-1945; Hauschild; Bremen; S. 108