A T T I L A   K O V A C S

 

 

attila-kovacs

 

Nonfigurale Komposition

Serigraphie auf festerem Papier (Schoeller Durex)
u.r. in blauem Kugelschreiber datiert „[19]66“

u.r. in blauem Kugelschreiber signiert „Kovács Attila“, sowie darüber im Bildteil (wohl) nochmals in Blau signiert
nicht betitelt

€ 200,-

 

 

         

 

Blattgrösse: 45,1×31,3cm
Bildgrösse: 29,7×21,2cm
Auflage: o.A.

Zustand
durchgehend leichte Druckstellen; in den Randbereichen mitunter Quetschungen; Ecken o.l. und o.r. mit leichter Knickspur; verso technikbedingt etwas fleckig

 

 

Attila Kovács besuchte von 1958 bis 1964 die Hochschule für angewandte Künste in Budapest. „Weil er sich weigerte, sozialistisch-realistische Bilder zu malen und damit Teil einer Propaganda zu werden, deren Verlogenheit er durchschaute, hatte er zunehmend Ärger bekommen, bis ihn der Professor György Gács von der Hochschule verwies“ (Stefan Kraus (2012): Ein Zeichner in Zirndorf. Attila Kovács Anfänge in Deutschland im Juli und August 1964, in: Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (Hrsg.): Attila Kovács. Erste Sequenzen, 1964; DZA Druckerei; Altenburg; unpag. [hier: S.1]). Durch eine Sondergenehmigung des Akademiedirektors Gyula Hincz durfte Kovács sein Studium fortsetzen und legte das Staatsexamen Anfang 1964 ab.
Noch im selben Jahr emigrierte er nach Deutschland und kam in ein Flüchtlingslager nach Zirndorf. Politisches Asyl wurde ihm im Herbst 1964 zuerkannt. Nach Stationen als Hilfsarbeiter bei AEG (Mülheim an der Ruhr), einem abgelehnten Aufnahmeversuch an der Kunstakademie Düsseldorf und der Arbeit in einem Architekturbüro in Mülheim, wird er schließlich im Herbst 1965 an der Kunstakademie Stuttgart in die Klasse von Rudolf Haegele aufgenommen.
Das vorliegende Blatt entstand im darauf folgenden Jahr und damit in der frühen Schaffensphase des Künstlers. Die Hinwendung zu der für ihn signifikanten mathematisch-geometrischen Arbeitsweise findet erst etwa ein Jahr später statt. Von der Gegenständlichkeit hat er sich hier bereits schon gelöst, doch das klar mathematisch-strukturierte Konzept gibt es noch nicht. Vielmehr wirkt dieses aus Faltungen und Windungen bestehende Gebilde willkürlich in seinem Aufbau, damit einzigartig und keinesfalls nachahmbar bzw. nachrechenbar.

 

 

Zu Attila Kovács (geb. 15.12.1938 Budapest):
Ungarisch-deutscher Maler, Zeichner, Grafiker; 1953-57 Besuch der Ybl Miklós Ingenieurschule für Bauwesen in Budapest; 1955-56 Besuch der Gutenberg Abendschule für bildende Künste; 1957-58 Besuch der Dési-Huber Abendschule für bildende Künste; 1957 Abitur; 1958-64 Besuch der Hochschule für angewandte Künste in Budapest; 1960 Studienreise nach Moskau, Leningrad (heute: St.Petersburg) und Sagorsk (heute: Sergiev-Possad); 1964 Staatsexamen; 1964 Emigration nach Deutschland; 1965-70 Besuch der Kunstakademie Stuttgart; 1972 Umzug nach Köln; 1974 Förderstipendium der Stadt Köln für Malerei; 1977 Arbeitsstipendium des Kulturkreis im BDI; 1984 Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn; 1997 erhält er eine Professur an der Ungarischen Universität für Bildende Künste in Budapest; 2004 Mihály von Munkácsy-Preis des ungarischen Kultusministeriums

Literatur/Quelle
PLOTZEK, Joachim M. et al. (Hrsg.) (2002): Attila Kovács – Studien 1958 bis 1960 / Sequenzen seit 1973 [Sterne für Kolumba Teil 3]; Karl Fries; Köln
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (Hrsg.): Attila Kovács. Erste Sequenzen, 1964; DZA Druckerei; Altenburg
Kunstverein Kreis Unna e.V. (Hrsg.) (1971): Attila Kovács. Substrata, Prozesse, programmiertes Environment, Grafik [Katalog Nr. 9]; Unna
Internetseite des Künstlers [attilakovacs.hu]