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Weitere Werke von Willy Menz

 

Willy Menz: Schloss Wawel in Krakau

 

Schloss Wawel in Krakau

Aquarell & Tempera auf leichtem Karton
u.r. in Braun lokalisiert & datiert „Krakau / 6.10.[19]42“

Blattgrösse: 50,2×39,7cm

u.r. in Braun signiert „Willy Menz“
nicht betitelt

€ 350,-

 

 

                     

 

Zustand
insgesamt nachgedunkelt und Farben aufgehellt; durchgehend stockfleckig; oberer Rand (wohl aufgrund früherer Befestigung) gebräunt; Ecken etwas bestoßen; partiell Druckstellen; verso nachgedunkelt & stockfleckig; verso in den vier Ecken Reste früherer Befestigung (Klebereste, Papier etwas aufgeraut)

 

 

„Fernweh und Verbundenheit zur Heimatstadt hielten sich für Willy Menz gegenseitig im Gleichgewicht“ (Bernd Küster (1990): Willy Menz 1890–1969 – Ein Bremer Maler; Worpsweder Verlag; S. 45). Und so war Menz zeitlebens immer wieder auf Reisen, die ihn u.a. nach Norwegen, Dänemark, Spanien, in die USA, nach Polen, die Tschechoslowakei, Frankreich führten.
Das vorliegende Aquarell entstand während einer Polenreise 1942. Zentral hält hier Menz den Blick auf die ehemalige Residenz der polnischen Könige fest. Im Vordergrund sind Arbeiter mit dem Be- bzw. Entladen eines Bootes beschäftigt. Von der damaligen unmittelbaren Gegenwart des Krieges ist in dieser herbstlich ruhigen Ansichts nichts zu spüren.

 

 



Zu Willy Menz (16.01.1890 Quetzaltenango (Guatemala) – 10.02.1969 Bremen):
Menz war der Sohn eines Bremer Kaufmanns, der in Guatemala wirkte und nach Schäden an seinen Geschäften durch ein Erdbeben 1892 nach Bremen zurückkehrte. Er besuchte in der Neustadt eine Vorschule und die Oberrealschule Dechanatstraße. Der begabte Zeichner stellte früh schon Stadtansichten und Schiffszeichnungen her. Von 1905 bis 1906 absolvierte er die Bremer Kunstgewerbeschule und 1908 war er Lehrling für Lithografie bei der Firma Casten & Suling. Von 1908 bis 1912 studierte er an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Zuletzt war er Meisterschüler von Franz Hein.
Er wirkte ab 1911 in Bremen. Er zeichnete und radierte Landschaften und Stadtansichten. Mehrfach reiste er nach Norwegen und heiratete auch dort. 1912 gründete er die graphische Werkstatt und Malschule Menz & Praeger am Domshof. Künstlerisch stand er der Künstlerkolonie Worpswede nahe. 1915 wurde er ehrenamtlicher und 1917 hauptamtlicher Lehrer an der Kunstgewerbeschule. 1923 erfolgte seine Ernennung zum Oberlehrer und 1931 zum Professor der Staatlichen Kunstgewerbeschule. Veröffentlichungen erfolgten in verschiedenen expressionistischen Zeltschriften.
Nach der Einrichtung der Nordischen Kunsthochschule in der Zeit des Nationalsozialismus wurde er 1934 aus politischen Gründen in den Ruhestand versetzt. In seinem Atelier in der Langenstraße entstanden nun mehrere große Gemälde. In den 1920er und 1930er Jahren machte er ausgedehnte Reisen nach Spanien, Österreich, in die Schweiz, USA und nach Indien. Das zerstörte Bremen und Emden im Zweiten Weltkrieg waren für ihn häufige Bildmotive. Von 1943 bis 1946 lebte er im nahen Neddenaverbergen bei Kirchlinteln.
Seit 1946 war er Leiter der Entwurfsklasse für Graphik und ab 1947 war er Direktor der 1946 entstandenen Staatlichen Kunstschule Bremen. Menz strebte eine möglichst freie Entwicklung für die Studierenden der Kunstschule an und hatte deshalb mehrere Konflikte mit dem Senator für das Bildungswesen. 1952 trat er als Direktor zurück. Er arbeitete bis 1966 weiterhin in seinem Atelier und schuf großformatige Werke, die auch Platz in öffentlichen Gebäuden in Bremen fanden. Von 1953 bis 1967 führte er zahlreiche Reisen durch.
1990, anlässlich seines 100. Geburtstages, fand in Bremen eine große Ausstellung seiner Werke statt.
[Quelle: Wikipedia]