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Weitere Werke von Willi Geiger

 

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„der Gourmand“

Zinkätzung auf Papier; aufgezogen auf festen Karton (dieser zugleich Rahmenrückwand); gerahmt [Glas fehlt] [Rahmung durch „Kunsthandlung Otto Fischer / Bielefeld Obernstraße 47 […]“ (hierzu verso auf Rückwand Etikett)]

€ 180,-

 

u.l. im Druck lokalisiert und datiert „Tunis 1906“

Rahmengrösse: 38,5x20cm
Kartongrösse: 35,6×17,5cm
Bildgrösse: 28,5×9,8cm

u.l. im Druck signiert „Willi Geiger“
u.l. im Druck betitelt: „der Gourmand“

Zustand
insgesamt etwas nachgedunkelt; partiell leicht fleckig; am unteren Rand mittig unleserlich in Blei bez./beschr.; am oberen Rand mittig kleiner Strich in Blei; Rahmen mit Gebrauchsspuren; Glas für Rahmen fehlt

Provenienz
1) Kunsthandlung Otto Fischer (Bielefeld) [hierzu verso auf Rückwand Etikett mit handschriftlichen Nummerierungen in Blei „Nr. des Bildes 839 Nr. der Leiste 235“] 2) Albert Gessner (19.03.1868 Aue – 02.06.1953 Berlin)

 

 

Nach seinem Kunststudium 1905 erhielt Willi Geiger ein zweijähriges Reisestipendium für Italien und Spanien. Gegen Jahresende erreichten Geiger und ein paar Freunde Rom. Als Anfang 1906 der Vesuv ausbrach reiste die Gruppe sofort nach Neapel, um das Geschehen mit zu erleben. Im Anschluss daran bereisten sie Süditalien und Sizilien und kamen schließlich – wohl im März 1906 – auch nach Tunis. „Die Überfahrt von Trapani (Sizilien) aus war äußerst unangenehm, denn es war stürmisch, und die Freunde befanden sich auf einem kleinen Dampfer. Die frische Luft an Land und die Souks von Tunis wirkten Wunder“ (Karl-Ludwig Barkhausen (2010): Reiseberichte aus Tunesien; Norderstedt; S. 40). Die vorliegende seltene, pikant sarkastische Arbeit entstand unter den Eindrücken dieses Geschehens und des dort Erlebten!

 

 

 

Zu Willi Geiger (27.8.1878 Schönbrunn – 11.2.1971 München):
1897 Abitur an der Realschule in Landshut; 1897-1901 Studium an der Kunstgewerbeschule München; 1901 Zeichenlehrerexamen an der Technischen Hochschule München; 1901 Aufnahme in die Akademie der Bildenden Künste (München) durch Franz von Lenbach und Franz von Stuck; 1902 Eintritt in die Malklasse von F.v.Stuck und die Radierklasse von Peter Halm); Bekanntschaft mkt Jules Pascin, Rudolf Levy, Hans Purrmann; 1903 Silberne Akademie-Medaille für die Radierung „Der Durst“; 1905 Graf-Schack-Preis für die Mappe „Liebe“ (zehn Strichätzungen) und das Gemälde „Der Schimmel“; Reise nach Italien und Tunis; 1907 Rückkehr nach München; Heirat mit Klara Weiß; erste „Stierkampf“-Mappe; 1908 Geburt des Sohnes Rupprecht; 1910 Villa-Romana-Preis für einjährigen Studienaufenthalt in Florenz; 1911 Übersiedlung der Familie nach Berlin; drei Stierkampf-Mappen erscheinen bei Paul Cassirer und Fritz Gurlitt; 1914-18 Kriegseinsatz als Beobachter im Fesselballon (Mazedonien, Frankreich); 1919-23 Professor der Altklasse an der Münchener Kunstgewerbeschule; Radierzyklen zu u.a. Dostojewski, Tolstoi; 1923-25 Aufenthalt in Spanien, Marokko und auf den Kanarischen Inseln; 1926 Rückkehr nach München; 1928-33 Leiter einer Malklasse an der Staatlichen Akademie für Graphik und Buchkunst (Leipzig); 1932 Kauf eines alten Bauernhauses (sog. „Bax“) in Übersee; 1933 fristlose Entlassung aus dem Lehramt aufgrund politischer Denunziation (Geiger nannte Hitler den „größten Desperado des Jahrhunderts“); 1933-45 ansässig in München und v.a. Feldwies (Chiemgau); mehrere Spanienreisen; 1937 werden bei der Aktion -Entartete Kunst- 29 Arbeiten Geigers beschlagnahmt; 1946-51 Leiter einer Malklasse an der Kunstakademie München; 1948 Ehrenbürger von Landshut; 1951 Kulturpreis der Stadt München; Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste (München); Ehrenbürger von Schönbrunn; 1961 Tod der Frau

Literatur
PETZET, Wolfgang (1960): Willi Geiger. Der Maler und Graphiker; Bruckmann; München
LÜDECKE, Heinz (Hrsg.) (1959): Willi Geiger (Einleitung von Richard Hiepe) [Künstler der Gegenwart 10]; VDK; Dresden
Internetseite des Archivs Geiger (archiv-geiger.de)