W I L H E L M   S C H M E T Z

 

 

Wilhelm Schmetz

 

Dörfliche Landschaft mit Bäuerin und Hühnern vor kahlen Bäumen und Haus

Öl auf Leinwand, Keilrahmen
nicht datiert

Leinwandgrösse: 62,6×52,2cm

u.r. in Schwarz signiert „Wilh. Schmetz“
nicht betitelt

€ 520,-

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Zustand
im oberen Drittel mehrere kleinere Farbverluste, sowie mehrere dezente Retuschen (beides aufgrund früherem Feuchtigkeitsschaden in diesem Bereich, der verso an der Leinwand noch erkenntlich ist); durchgehend leicht beschmutzt (im oberen Bereich mitunter etwas stärker); im Bereich o.r. sehr kleine Druckstelle; Leinwand verso etwas fleckig

 

 

In vornehmlich dunkleren Farbtönen und einem flott expressiven Pinselstrich entwirft Wilhelm Schmetz vor unseren Augen ein dörfliches Bild. Die dunkelgrüne Wiese und die bräunliche Erde des vorderen und mittleren Bildbereichs wird nur dezent in Farbe und Form aufgelockert durch die zusammengerechten Haufen am linken Rand. Der gesamte Untergrund wirkt in dieser Melange aus Gründ und Braun wie durchnässt, wie matschig. Begrenzt wird die Sicht im Hintergrund durch kahle, über den Bildrand hinausragende Bäume, sowie rechts davon durch ein kleines rotbraunes Bauernhaus. Obgleich zentral im Bild angeordnet, mögen sich die Bäuerin ebenso wie auch die um jene laufenden Hühner, Hähne, erst im zweiten Schritt dem Betrachter eröffnen. Zu sehr vermengen sich Farben und Formen mit der Umgebung. Einzig vielleicht der rote Kamm bei zweien der Tiere kann als ein kleiner farblicher Akzent betrachtet werden.
Die gesamte Komposition vermittelt eine bedrückende Atmosphäre, bei der man unweigerlich an einen ausgehenden Herbsttag denken möchte. Ein durchgehend grauer, wolkenverhangener Himmel, möglicherweise Nebelschwaden hinter den Baumreihen und eine schier greifbare Kühle und Nässe in der Luft. Die Bäuerin und die Hühner scheinen dagegen von dieser Stimmung unberührt, vielmehr lässt sich annehmen, dass dies schlicht und einfach deren notwendiger Alltag ist. Schmetz gelingt es mit dieser persönlichen Note über die bloße Vermittlung einer landschaftlichen Stimmung hinaus eine Verbindung zum Betrachter zu bauen, um diesen zum Verweilen einzuladen.

 

 

Zu Wilhelm Schmetz (14.03.1890 Düsseldorf – 20.08.1938 Laurensberg (Aachen)):
Maler, Zeichner, Grafiker; ab 1909 Studium an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie Düsseldorf; Studienreisen in die Niederlande, nach Italien, Belgien, Frankreich; 1918 Empfänger des „Aufrufs an die jungen rheinischen Künstler“; 1919 Beteiligung an der Ausstellung des „Jungen Rheinlands“; verheiratet mit der Malerin Dora Schmetz-Diel (1892-[vor 1958]); Mitglied des Deutschen Künstlerbundes

Literatur
ANNA, Susanne / BAUMEISTER, Annette (2006): Das Junge Rheinland. Vorläufer-Freunde-Nachfolger; Hatje Cantz; Ostfildern; S. 161
Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00154822T