W E R N E R   P .   Z I B A S O

 

Weitere Werke von Werner P. Zibaso

 

 

„Blinder“

Holzschnitt auf Ingrespapier, verso am oberen Rand punktuell befestigt unter Passepartout
u.l. im Druck datiert „[19]31“

Passepartoutgrösse: 17,8×12,6cm
Blattgrösse: 9×6,6cm
Bildgrösse: 7,7×5,6cm
Auflage: o.A.

u.l. auf dem Passepartout in Schwarz betitelt „Blinder“, sowie im Passepartout u.l. (von Maske verdeckt) bez. „Arbeit?“

€ 70,-

Kaufanfrage

 

 

Signatur
u.r. auf dem Passepartout in Schwarz signiert „WZibaso“, sowie ebenso nochmals signiert im Passepartout u.r. (von Maske verdeckt), sowie u.l. im Druck monogrammiert

Zustand
Blatt verso am oberen Rand punktuell befestigt unter Passepartout; im Bildteil mittig links (etwa in der Armbeuge des Mannes) minimales Löchlein; Ränder des Passepartouts etwas uneben zugeschnitten; Passepartoutrückseite sehr leicht stockfleckig

 

 

Werner P. Zibaso (recte: Gustav Otto Werner Zippel) machte sich insbesondere als Drehbuchautor einen Namen. Bevor Zibaso 1937 sein erstes Drehbuch („Gordian, der Tyrann“) fertigstellte, schlug er eine künstlerische Laufbahn als Maler, Grafiker und Illustrator ein. Seine damaligen Arbeiten der beginnenden 1930er Jahre lassen nicht nur bei der Darstellungsweise, sondern auch bei der Motivwahl deutliche Anknüpfungspunkte an einen ‚urbanen Expressionismus‘ erkennen. Immer wieder greifen die Arbeiten zutiefst soziale Themen auf, die einerseits als zeitunabhängig (Not, Armut, Hunger, u.a.) und andererseits als direkt kontextbezogen (bspw. Kriegskrüppel) gesehen werden können.
Der vorliegende Holzschnitt aus dem Jahr 1931 greift mit seinem Sujet deutlich die soziale Frage auf und lässt insbesondere an Werke von Otto Dix als mögliche Vorbilder denken. Auf dem Bordstein an einen Baum gelehnt liegt ein Mann mittleren Alters. Am rechten Bein trägt er eine Holzprothese, die vielleicht auf eine Verwundung im Weltkrieg hinweist. In seiner linken Hand hält er seinen Hut und bittet um Almosen. Im Hintergrund zeichnet Zibaso dagegen die ‚Gegenwelt‘ in Form von einem opulenten Auto und einer Bar.

 

 

Zu Werner P. Zibaso (5.8.1910 Bad Homburg v.d.H. – 23.4.1983 Berg am Starnberger See):
Schriftsteller, Drehbuchautor, Zeichner, Grafiker, Illustrator; gebürtig: Gustav Otto Werner Zippel; Sohn von Johannes Zippel und dessen Frau Wanda, geb. Wilhelmi; anfänglich schlug Zibaso eine künstlerische Laufbahn als Maler, Grafiker und Illustrator ein; 1932-36 Beteiligungen an Gruppenausstellungen in Frankfurt a.M. und Berlin; 1932-37 freischaffender Journalist bei der „Vossischen Zeitung“, beim „Berliner Tageblatt“, sowie beim „Uhu“; 1932-37 Bühnenautor in Berlin (tätig u.a. für die UFA); 1936 erscheint der Roman „Abenteuer im Urwald“ (Berlin: DBG) von Franz Taut (recte: Franz Frhr. v. Tautphoeus) mit zwölf Zeichnungen Zibasos; 1937 entstand sein erstes Filmdrehbuch „Gordian, der Tyrann“; (spätestens) 1940 bis (mindestens) 1943 wohnhaft in der Potsdamer Chaussee 49 in Berlin-Nikolassee (zu dieser Zeit in Adressbüchern als Schriftsteller verzeichnet); 1945 Beteiligung an der „Ausstellung bildender Künstler“ (veranstaltet vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, Berlin); ab 1946 wohnhaft in der Palmzeile 21 in Berlin-Schlachtensee; 1946-80 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Berlins; bis 1980 schrieb er zahlreiche Drehbücher für verschiedene Genres, darunter u.a. „Es geschah am 20. Juli“ (1955), „Der Arzt von Stalingrad“ (1957), „Orden für die Wunderkinder“ (1963); Zibaso war zuletzt wohnhaft in der Sonnenstraße 2 in München; 12.03.1971 Heirat in München mit Verena Mathilde, geb. Weiß; Werner P. Zibaso starb im Klinikum in Berg-Kempfenhausen (Münchner Straße)

Literatur
KOSCH, Wilhelm (2011): Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch [Bd. VII, Lieferung 38/39]; Berlin et al.: De Gruyter; S. 3765
Who’s who in the world, 1978-1979 [4. Bd.]; Chicago et al.: Marquis; S. 1028
Internetseite der “Internet-Movie-Database” [imdb.com];
Berliner Adressbücher der Jahre 1940-43