T H E O D O R   P E T E R   S C H E U R E N B E R G

 

Zum Themenflyer ‚Bilder des Schmerzes‘

 

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„In den Trümmern / Aufbau“

Öl auf Holzplatte; gerahmt
verso auf Etikett in blauer Tinte datiert „1941“

Rahmengrösse: 50×39,8cm
Plattengrösse: 40×29,8cm

verso auf Etikett in blauer Tinte signiert „von Th. P. Scheurenberg“, sowie recto unten am Rahmen kleines Messingschildchen mit Künstlernamen
verso auf Etikett in blauer Tinte bezeichnet: „In den Trümmern / Aufbau“

€ 650,-

 

 

Zustand
leicht schmutzig; partiell alter, dunkler Firnisauftrag (mitunter mit verbliebenen Pinselhärchen im Farbauftrag); verso Platte an den Rändern umlaufend mit Resten früherer Befestigung (helle Klebestreifen); verso Etikett partiell etwas eingerissen

 

 

 

 

Das vorliegende Gemälde wurde von dem Düsseldorfer Theodor Peter Scheurenberg in kräftigen, expressiv-realistischen Strichen ausgeführt. Gezeigt wird eine Szene nach einer Bombardierung Düsseldorfs 1940-41 – Frauen und Kinder sind mit dem Aufräumen der Trümmerhaufen beschäftigt; im Hintergrund erheben sich vor einem blauen Himmel gespenstig die Ruinen zerstörter Häuser. Th. P. Scheurenberg hatte nie den Drang seine Bilder zu verkaufen, was wohl insbesondere an seiner finanziell abgesicherten Situation lag. Nichtsdestotrotz zwang ihn die wirtschaftliche Nachkriegssituation dazu Bilder gegen Kaffee, Brot, Schokolade, Mehl, o.ä. einzutauschen. Auf diese Weise kamen dann Werke Scheurenbergs ‚unter die Leute‘. Der künstlerische Autodidakt Scheurenberg schafft in dem vorliegenden Werk eine einnehmende Szenerie aus eingestürzten Formen und Strukturen in vornehmlich erdigen Tönen, in denen sich hell herausgearbeitete Personen befinden, deren Blau der Kleidung sich im Blau des Himmels wiederholt. Beachtliches malerisches Zeitdokument eines umtriebigen Düsseldorfers!

 


Zu Theodor Peter Scheurenberg (10.8.1875 Hamm (Düsseld.) – 4.1.1968 Düsseldorf):
Maler, Dichter; anfangs Ausbildung zum Gärtner; 1910 kaufte er sich von einer Erbschaft ein kleines Haus in Köln, das er herrichtete und mit Gewinn verkaufte; in der Folge brachte er es mit Immobilien zu einem beträchtlichen Vermögen; ab etwa 1920 begann er zu malen (vornehmlich mit Ölfarben); als Maler Autodidakt; in den 1920er Jahren ausgedehnte Reisen zusammen mit seiner Frau; insbesondere in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg tauschte er seine Bilder gegen Naturalien ein; 1965 wurde aus dem Vermögen des kinderlosen Ehepaars die gemeinnützige „Stiftung der Eheleute Theodor P. Scheurenberg“ eingerichtet

QUELLE/LITERATUR: Artikel (km) „Dichter, Maler und Menschenfreund“, in „Düsseldorfer Stadtpost“ (v. 13.06.1964)