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Brief von Ernst Simon an Sammy Gronemann

Schreiben von Ernst Simon zu Sammy Gronemanns 70. Geburtstag

handschriftlicher Brief (blaue Tinte) auf sandfarbenem Briefpapier; mittig horizontal gefaltet
o.r. handschriftlich lokalisiert & datiert „Tel-Aviv, 26/II/[19]45“

Blattgrösse: 13,3×19,3cm

am Ende des Schreibens in blauer Tinte signiert „Ernst Simon“

€ 160,-

 

 

 

 

 

Zustand
Blatt mittig horizontal gefaltet; leichte Druckstellen; Ecken etwas bestoßen; in Ecke u.l. klein in Blei nummer. „15“; Ecke o.l. etwas fleckig

Provenienz
Felix Henseleit (1903-1974 Berlin; Redakteur, Kritiker, Schriftsteller)

Textauszug des Briefes:
„Sehr verehrter Herr Doktor Gronemann,
nicht um die Zahl der Gratulanten zu vermehren, sondern einem inneren Bedürfnis folgend, möchte ich Ihnen zu Ihrem Jubiläumstage meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln! Die allseitige Anerkennung Ihres Wirkens und die uneingeschränkte Verehrung, die Ihnen alle entgegenbringen, beweist Ihnen in diesen Tagen aufs neue, wie viel Sie der Umwelt gegeben haben und wie sehr wir eine langjährige Fortsetzung Ihres Schaffens wünschen.
Mit dem Wunsche Ihres Wohlergehens und besten Grüßen Ihr ergebener Ernst Simon.“

 

 

Zu Ernst Akiba Simon (15.03.1899 Berlin – 18.08.1988 Jerusalem):
Israelischer Philosoph, Pädagoge, Historiker; wuchs in einer Familie assimilierter Juden auf; enthusiastische Freiwilligenmeldung zum Ersten Weltkrieg; im Sommer 1916 vor Verdun schwer verwundet; Winter 1917 Notabitur in Berlin; Hinwendung zum Zionismus und zum bewussten Leben seiner jüdischen Identität; 1919-23 Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik in Berlin und Heidelberg; 1923 Promotion bei Hermann Oncken mit einer Arbeit über Ranke und Hegel; 1926 Staatsexamen in Germanistik in Frankfurt a.M.; bis 1928 in Frankfurt a.M. als Redakteur und Studienassessor tätig; engagierte sich bei der von Franz Rosenzweig gegründeten Einrichtung zur Erwachsenenbildung „Freies Jüdisches Lehrhaus“; Bekanntschaft mit Martin Buber; 1928 Emigration nach Palästina; 1934 kehrte er auf Bitten Bubers für ein Jahr nach Deutschland zurück; 1939 Dozent für Geschichte und Philosophie der Pädagogik an der Hebräischen Universität Jerusalem; 1950 Professor für Pädagogik; 1955 beteiligt an der Gründung des Leo-Baeck-Institus

 

 

Zu Sammy Gronemann (21.03.1875 Strasburg (Westpreußen) – 06.03.1952 Tel Aviv):
Schriftsteller, Dramatiker, Satiriker, Rechtsanwalt, Zionist; Sohn des Rabbiners Selig Gronemann (1843-1918); verbrachte den meisten Teil der Kindheit in Hannover; dort Besuch des Lyzeums II.; im Anschluss einjähriges Studium am Rabbinerseminar zu Halberstadt, sowie darauf folgend Jurastudium in Berlin (Erstes Staatsexamen 1898); in dieser Zeit erster Kontakt mit zionistischen Ideen; 1898-1904 Referendariat beim Amtsgericht in Nienburg; 1902 Heirat mit Sonja, geb. Gottesmann (1877-1936); 1904-06 Assessorexamen in Hannover; 1906 Umzug nach Berlin; dort rege Aktivitäten in zionistischen Kreisen (u.a. wurde Gronemann Präsident der Motefiore-Loge); 1900 wurde er auf dem IX. Zionistischen Kongress in Hamburg zum Stellvertreter Chaim Weizmanns ernannt; 1911 beim X. Zionistischen Konhress in Basel wurde er zum Vorsitzenden des zionistischen Ehrengerichts gewählt; 1916-18 Kriegsdienst in der Presseabteilung des Oberbefehlshabers Ost als Dolmetscher für Jiddisch in Kowno und Bialystock; dort Bekanntschaft mit Arnold Zweig, Karl Schmidt-Rottluff, Hermann Struck; 1920 erschien der erste Roman „Tohuwabohu“; das im Ersten Weltkrieg Erlebte veröffentlichter er 1924 in dem Buch „Hawdoloh und Zapfenstreich“, was zu einer maßgeblichen Neubewertung des Ostjudentums beitrug; 1929 erste Palästinareise; 01. April 1933 flieht das Ehepaar von Berlin nach Paris; in Paris setzten sich Beide für Flüchtlinge ein; Anfang 1936 Emigration nach Palästina, dort ließen sie sich in Tel Aviv nieder; fortan als Rechtsberater, sowie in der Erwachsenenbildung tätig; nebenher Theaterschriftsteller (sein erstes Stück „Jakob und Christian“ wurde im September 1937 im Matate-Theater (Tel Aviv), sowie am 08.10.1937 im Jüdischen Kulturtheater Wien uraufgeführt); 1943 wurde seine Bibelkomödie „Der Weise und der Narr“ uraufgeführt); es folgten weitere Stücke