R O B E R T   P U D L I C H

 

Weitere Künstler des Expressiven Realismus

 

Robert Pudlich

 

Dreiviertelporträt einer jungen Frau mit Hut

Farbkreiden und Kohle auf Velinpapier
u.r. in Blei datiert „[19]32“

Blattgrösse: 50x64cm

u.r. in Blei signiert „Pudlich“
nicht betitelt

€ 1.200,-

 

 

 

 

              

 

Zustand
im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts leicht gebräunt; in den oberen beiden Ecken kleine Einstichlöcher; partiell leichte Druckstellen; im Bereich u.l. leichte Quetschung; in Ecke u.r. klein in Blei nummer. „2“; verso in den oberen beiden Ecken Reste früherer Befestigung (braunes Klebeband); verso am rechten Rand mittig minimaler Rest früherer Befestigung

 

 

Zu Robert Pudlich (25.01.1905 Dortmund – 24.10.1962 Düsseldorf):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator, Bühnenbildner; der Vater war Zeichner am Oberbergamt; Besuch der Grundschule und des Gymnasiums in Dortmund; 1924-27 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Heinrich Kamps und Lothar von Kunowski; Abschluss: Zeichenoberlehrerexamen) und der Universiät Köln (Kunstgeschichte, Philosophie, Mathematik; Abschluss: Staasexamen); ab 1927 als freischaffender Maler in Düsseldorf tätig, daneben tätig als Pressezeichner für die „Volkszeitung“; 1927 erste Ausstellungsbeteiligung mit dem „Jungen Rheinland“ in der Kunsthalle Düsseldorf; Freundschaft mit Johanna Ey; 1928 Verleihung des Großen Kunstpreises der Stadt Düsseldorf für das Gemälde „Rendezvous“; 1928 sechsmonatiger Aufenthalt in Südfrankreich (Marseille); 1929 erste Einzelausstellung in der Galerie Ludwig Schames (Frankfurt a.M.); ab 1929 erhält Pudlich Wandbildaufträge (u.a. entstehen Wandmalereien im Haus der Freien Gewerkschaften in Düsseldorf (nach 1933 zerstört)); 1930 Heirat mit der Photographin Maria (Ma) Schöning (1905-1996); Mitglied des Deutschen Künstlerbundes; es entstehen erste Bühnenbildentwürfe; 1933 Beteiligung an der ersten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes (Kunstverein Magdeburg, Heimatmuseum Saarbrücken); 1934 erste Ausstellung in der Galerie Alex Vömel (Düsseldorf) und seitdem enge Verbindung zu Vömel);1934 Beteiligung an der „Gemeinschaftsausstellung deutscher Künstler“ (Kunstpalast am Rhein, Düsseldorf); 1935 Beteiligung an der „Weihnachts-Verkaufsausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Städtische Kunsthalle, Düsseldorf); 1935 Beteiligung an der „Herbstausstellung“ der Preußischen Akademie der Künste (Berlin); 1935-37 mehrmonatige Reise mit seiner Frau nach Frankreich, Italien, Jugoslawien; 1935 Beteiligung an der Ausstellung „Maler sehen Deutschland“ (Städtische Kunstsammlung, Duisburg); 1936 Beteiligung an der Ausstellung „Westfront 1936. Freie Kunst im neuen Staat“ (Essen); 1936 Beteiligung an der Ausstellung „Deutsche Wandmalerei der Gegenwart“ (Städtische Ausstellungshalle Karlsruhe); 1936 Beteiligung an der Ausstellung „Malerei und Plastik in Deutschland“ (Kunstverein Hamburg; vorzeitig geschlossen); 1936 Beteiligung an der „Großen Westfälischen Kunstausstellung“ (Haus der Kunst, Dortmund); 1937 werden bei der „Entartete Kunst“-Aktion sechs Werke Pudlichs beschlagnahmt; 1937 Beteiligung an der Ausstellung „Neue deutsche Malerei“ (Kunsthalle Mannheim); 1937 Beteiligung an der „Großen Kunstausstellung Düsseldorf“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1937 Beteiligung an der Ausstellung „Westfalens Beitrag zur deutschen Kunst“ (Haus Rothenburg, Münster); 1937 erste Beteiligung an der „International Exhibition of Paintings“ des Carnegie-Instituts in Pittsburgh; 1937, 1941, 1943 Beteiligungen an der „Großen Frühjahrsausstellung“ (Kunstverein Hannover); 1938 Beteiligung an der „Kunstausstellung“ (Kunsthalle Hamburg); 1939 Verleihung des Cornelius-Preises der Stadt Düsseldorf (zusammen mit den Bildhauern Hermann Blumenthal und Hans Rompel); 1939-41 Beteiligungen an der „Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1939 Beteiligung an der Ausstellung „Der Niederrhein im Bilde zeitgenössischer Maler und Zeichner“ (Städtische Kunstsammlung, Duisburg ); in den 1940er Jahren entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Drucker Peter Marliani Lithographien und Buchillustrationen, die Pudlich im Selbstverlag herausgibt;1939-40, 1942 Beteiligungen an der Ausstellung „Der deutsche Westen. Malerei und Plastik aus der Gegenwart“ (Kölnischer Kunstverein, Westfälischer Kunstverein Münster); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Deutsche Aquarellisten der Gegenwart I“ (Kunsthalle Mannheim); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Zeichnungen und Pastelle zeitgenössischer deutscher Künstler“ (Kunsthalle Mannheim); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Deutsche Graphik“ (Kunstverein Hamburg); 1940, 1942 Beteiligungen an der „Frühjahrsausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1940 Beteiligung an der „Kunstausstellung für Soldaten. Zeitgenössische Künstler stellen aus“; 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Das Ereignisbild“ (Städtische Kunstsammlung, Duisburg ); 1940 Beteiligung an der „Rheinische Kunstausstellung Berlin“ (Schloss Schönhausen, Berlin); im Februar 1941 werden bei einer Kontrolle in der Galerie Alex Vömel durch die Gestapo u.a. Werke Pudlichs beschlagnahmt; 1941 Beteiligung an der Ausstellung „Düsseldorfer Maler“ (Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau); 1942 Beteiligungen an der „Winterausstellung Düsseldorfer Künstler“ (Kunsthalle Düsseldorf)1942 Beteiligung an der Ausstellung „Westdeutsche Graphik“ (Verein Berliner Künstler); 1942 Beteiligung an der Ausstellung „Der Rhein und das Reich“ (Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig); 1942-46 das Paar wohnt und arbeitet auf Schloss Libermé in Kettenis bei Eupen (auf Einladung Alex Vömels); 1943 Beteiligung an der Ausstellung „Westdeutsche Künstler – Münchner Zeichner“ (Städtische Galerie München); 1943-44 Beteiligungen an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ (Haus der Deutschen Kunst, München); 1943 Beteiligung an der Ausstellung „Aus Kinder- und Märchenwelt“ (Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau); nach 1945 zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen; 1947 erste Bühnenbild- und Kostümentwürfe für Gustav Gründgens am Düsseldorfer Opernhaus; Freundschaft mit Gründgens für den er in der Folge mehr als 15 Bühnenbilder entwirft; 1955 Ruf als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf; 1956 Wettbewerbssieger zur Ausgestaltung des Foyers des Düsseldorfer Opernhauses; kurz vor seinem Tod wendet sich Pudlich noch einmal dem Holzschnitt zu

Literatur
DOEDE, Werner (1968): Robert Pudlich; Aurel Bongers; Recklinghausen
PUDLICH, Robert (1942): Robert Pudlich. Zeichnungen; L. Staackmann; Leipzig (mit einem Nachwort von Erhard Göpel)
JEUTHE, Gesa (2015): Die Galerie Alex Vömel ab 1933 – Eine ‚Tarnung‘ der Galerie Alfred Flechtheim?, in: Andrea Bambi / Axel Drecoll (Hrsg.): Alfred Flechtheim. Raubkunst und Restitution; De Gruyter; Oldenbourg; S. 107-117 [hier: 112f.] PAPENBROCK, Martin (1996): ‚Entartete Kunst‘, Exilkunst, Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945; VDG; Weimar; S. 513f.
Galerie Remmert und Barth (1991): Robert Pudlich. Frühe Werke 1928-1934; Düsseldorf