O T T O   N Ü C K E L

 

 

otto-nueckel

 

Wohl bayerische Landschaft mit Wiese und Obstbäumen

Tempera auf sandfarbenem Karton; am oberen Rand, sowie am linken und rechten Rand mittig durch braune Klebestreifen in Passepartout gesetzt
nicht datiert, (wohl) um 1920-30

Passepartoutgrösse: 44,3×31,3cm
Blattgrösse: 29,7×24,8cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 26×23,5cm

u.r. in Blei signiert „O. Nückel“
nicht betitelt

€ 800,-

 

   

 

Zustand
Blatt am oberen Rand, sowie am linken und rechten Rand mittig durch braune Klebestreifen in Passepartout gesetzt; leicht nachgedunkelt; Blattecke u.l. etwas fleckig

 

 

Nachdem Otto Nückel 1910 nach München umzog, um sich der Kunst zu widmen, verbrachte er im Folgenden den Großteil seines Lebens und Schaffens in und um München. Nückel ist dabei vornehmlich bekannt für seine Buchillustrationen, die er mitunter in der ihm ganz eigenen Technik des Bleischnitts ausführte. Daneben entstanden auch immer wieder Zeichnungen und Gemälde mit Straßen-, Stadtszenen und auch Landschaftsansichten.
Das vorliegende Werk dürfte eine Landschaft bei München zeigen. In matt ausgeführten Farben zeigt sich unter einem klaren, wolkenlosen Himmel eine große Wiese mit Obstbäumen. Im rechten Bereich erkennt man einen kleinen Zaun (womöglich für einen Gemüsegarten), sowie eine kleine Hütte. Im Hintergrund, etwas verdeckt von den in Grün stehenden Bäumen, erheben sich leicht Gebirge.
Sehr schön ausgeführte, harmonische Landschaftskomposition Otto Nückels!

 

 

Zu Otto Nückel (06.09.1888 Köln – 12.11.1955 ebd.):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator; malte und zeichnete bereits in früher Jugend; 1908 Beginn des Medizinstudiums in Freiburg; 1910 Abbruch des Medzinstusiums zugunsten der Kunst und Umzug nach München; dort Bekanntschaft mit dem Maler Leopold Durm (1878-1918); durch Durms Förderung tritt er in die Malschule Knirr ein; 1914 erscheint die erste Folge von zwölf Holzschniten zu Alexander Moritz Freys „Solnemann der Unsichtbare“ (Delphin-Verlag, München); im Ersten Weltkrieg als Sanitäter eingesetzt; 1918 Umzug nach Bad Aibling; dort tätig im ehemaligen Atelier von Wilhelm Leibl; 1920 erscheint eine neue Holzschnittfolge zu „Solnemann der Unsichtbare“, sowie Holzschnitte zu A.M. Freys „Spuk des Alltags“ (Delphin-Verlag, München) und elf Holzschnitte zu Thomas Manns „Der kleine Herr Friedemann“ (Phantasus, München); 1922 erscheint E.T.A. Hoffmanns „Meister Floh“ mit Bleischnitten Nückels (Hirth, München); 1923 Umzug nach München (wohnhaft in der Jotastraße 28); 1926 erscheint „Schicksal. Eine Geschichte in Bildern“ (Delphin-Verlag, München) mit mehr als 200 Bleischnitten Nückels; 1927 Mitglied der Neuen Münchner Sezession und Teilnahme an deren Ausstellungen; 1930 erscheint in London die englischsprachige Ausgabe von „Schicksal“; im selben Jahr erscheint „Vom heiligen Pfäfflein Domenico“ von Stefan Andres mit Bleischnitten (List, Leipzig); 1930-39 Mitglied der Ausstellungsgemeinschaft „7 Münchner Maler“; ab 1936 ständiger Mitarbeiter des „Simplicissimus“; weiterhin tätig bei „Der Orchideengarten“; ab 1946 sehr erfolgreiche Jahre als politischer Karikaturist bei „Der Simpl“; 1947 erscheint Clemens Brentanos „Das Märchen vom Schulmeister Klopfstock“ mit Bleischnitten (Freitag-Verlag, München)

Literatur
LAUTERBACH, Elke (1999): „7 Münchner Maler“. Eine Ausstellungsgemeinschaft in der Zeit von 1931 bis 1937; tuduv-Verlag; München; S. 71-72
PAULS, Günter (1995): Otto Nückel. Arbeiten auf Papier; Bilder/bücher; Berlin
SENNWALD, Adolf (1999):Deutsche Buchillustratoren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts; Harrassowitz; Wiesbaden; S. 138-140