O T T O   F I S C H E R – T R A C H A U

 

Weitere Hamburger Künstler

 

Otto Fischer-Trachau

 

Sechs Farbproben

Öl auf Zeitschriften-, bzw. Zeitungsausschnitten, jeweils befestigt (punktuell geklebt bzw. durch Klebestreifen) auf Karton bzw. unter Passepartout, gerahmt, unter Glas
nicht datiert

dreimal u.r. monogr. „O. F.-Tr.“ (1, 3, 4), die anderen drei verso auf der Rahmenrückwand mit Nachlassstempel (2, 5, 6)
nicht betitelt

€ 1.300,-

 

 

 

Rahmengrössen (von oben nach unten & von links nach rechts):
1) 22×28,2cm
2) 28,7x24cm
3) 22×28,2cm
4) 29,1×20,2cm
5) 26x34cm
6) 28,3x31cm

Blattgrössen (von oben nach unten & von links nach rechts):
1) 14,7×21,3cm
2) 17,7×13,2cm
3) 14,2×20,5cm
4) 22,5×13,7cm
5) 15,1×23,2cm
6) 17,2×19,5cm

Zustand
Blätter jeweils befestigt (punktuell geklebt bzw. durch Klebestreifen) auf Karton bzw. unter Passepartout; insgesamt Papier etwas gebräunt/nachgedunkelt; Blattränder etwas uneben beschnitten; Blatt 2 u.r. mit kleinem Einriss (Länge etwa 4,5cm); Blatt 3 im rechten Bereich mit leichter vertikal verlaufender Stauchung; Blatt 6 am uteren Rand mit zwei kleinen Löchlein und kleinem Einriss (Länge etwa 1cm); Rahmen mitunter mit leichten Gebrauchsspiuren

Provenienz
Galerie Lehmann, Hamburg-Harburg [hierzu 1, 3, 4 verso auf Rahmenrückwand mit Etikett]

 

 

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

 

 

Zu Otto Fischer-Trachau (15.08.1878 Trachau b. Dresden – 13.07.1958 Hamburg):
Maler, Zeichner, Grafiker; 1890 verstarb der Vater, so dass Otto Fischer-Trachau bis zur Entlassung aus der Volksschule 1893 in einer Fabrik Kinderarbeit leisten musste; 1893-97 Malerlehre; 1897-1902 Arbeit als Malergehilfe; 1902-04 Besuch der Staatlichen Kunstgewerbeschule Dresden (bei u.a. Otto Gussmann, Wilhelm Kreis, Oskar Zwintscher, Richard Müller); in Dresden traf er u.a. zusammen mit Max Pechstein; zusammen mit Pechstein gestaltete Fischer-Trachau die Dekoration für Dresdener Künstlerfeste; während dem Studium hospitierte er zum Studium der Raumkunst und Wandgestaltung an der Technischen Hochschule Dresden; hierbei traf er mit Fritz Schumacher zusammen, der ihm 1907 zur Übersiedlung nach Hamburg riet; 1907-08 leitende Stellung im Atelier für Innenraumgestaltung Gustav Dorens (Hamburg); 1907 entstand Fischer-Trachaus erstes großes Wandbild im heute zerstörten Operncafé Ecke Jungfernstieg/Colonnaden; im Weiteren erhielt Fischer-Trachau u.a. den Auftrag der dekorativen Innengestaltung des Vorlesungsgebäudes der neu gegründeten Universität Hamburg; daneben entwarf er Plakate und Postkarte; ab 1908 Mitglied im Hamburger Künstlerverein; 1909 übernahm Fritz Schumacher das staatliche Bauamt in Hamburg und zog zu zahlreichen Innenraumausgestaltungen Fischer-Trachau hinzu (bspw. Tropenhygienisches Institut 1913, Museum für Hamburgische Geschichte 1920 und 1922); neben der Tätigkeit für Schumacher war Fischer-Trachau für verschiedene Hamburger Architekten tätig; 1914 gewann er den Wettbewerb um die farbige Gestaltung der großen Altonaer Gartenbauaustellung; 1915-18 als Kriegsberichterstatter in Frankreich eingesetzt; 1919-33 Mitglied der Hamburgischen Sezession; für diese entwarf er auch die Vortragsplakate; 1919 Mitgründer des Vereins -Hamburger Künstlerfeste-; 1920 Lehrauftrag für Wandmalerei an der Altonaer Kunstgewerbeschule; 1920 Gründungsmitglied des Deutschen Werkbundes (Ortsgruppe Hamburg); 1920 Berufung in die Hamburger Kunstpflegekommission; 1925 gründete er -Verein für kirchliche Kunst-; Fischer-Trachau galt wurde in den 20er Jahren -zu einem der führenden Vertreter farbiger Raumgestaltung in Deutschland- (Heuer 1990: 6); bis 1926 lehnte er zahlreiche Berufungen auf Lehrämter ab; 1926 Leiter der Abteilung für Malerei und Gestaltungslehre an der Städtischen Kunstgewerbeschule Leipzig; 1927 Lehrauftrag für Malerei, Gestaltungslehre und Raumgestaltung an der Städtischen Kunstgewerbeschule Wiesbaden; 1933 Entlassung von dieser Position durch die Nationalsozialisten; auch in Hamburg lehnte ihn die NS-Baubehörde ab; einigen seiner expressionistischen Arbeiten wurden vernichtet (bspw. die Glasgemälde der Kriegerehrung in der Oberrealschule Bülaustraße in St. Georg); 1935 erhielt er Auftrag der Wiederherstellung der St. Pauli Kirche Hamburg; weitere größere Aufträge folgten; zw. 1937-44 (trotz anfänglicher Ablehnung) erhielt er mehrere Aufträge der Wehrmacht für Wandbilder, Mosaiken, Glasfenster; 1946-52 Beschlagnahme des Ateliers und der Wohnung durch die alliierten Kräfte; 1949 Beirat in der Baupflegekommission; nach 1945 vornehmlich freischaffend tätig; hierbei intensivierte er die Arbeit an seinem bildnerischen Werk; 1952 schwere Verletzung durch Verkehrsunfall, die ihn zu zwei Jahren Pause zwang und eine bleibende Behinderung nach sich zog; Fischer-Trachau malte vornehmlich in Tempera oder Gouache

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Gallitz; S.128-131
HEUER, Claudia (1990): Otto Fischer-Trachau (1878-1958); in: Katalog Otto Fischer-Trachau (AMSA-Galerie); Hamburg
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 483