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Weitere Werke von Michel Wagner
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Michel Wagner: Bäuerin beim Holzhacken (Galerie)

 

Bäuerin beim Holzhacken

Aquarell auf Aquarellkarton [Schoellers Hammer];
nicht datiert

u.r in Blei signiert „M. Wagner“
nicht betitelt

€ 620,-

Kaufanfrage

 

 

                   

 

Blattgrösse: 51×36,1cm

Zustand
im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts etwas nachgedunkelt/gebräunt; in den unteren beiden Ecken kleine Einstichlöcher; partiell leichte Druckstelle; durchgehend leicht stockfleckig (recto & verso); in den vier Ecken Papier etwas aufgeraut (aufgrund früherer Befestigung)

 

 

Im Schaffen des aus einer oberpfälzischen Bauernfamilie stammenden Michel Wagner tauchen ländlich dörfliche Motive immer wieder auf. Neben Frauen und Männern bei der Feldarbeit, der Ernte, sind es auch Tiere, die der Künstler in eine oftmals weitläufige Umgebung setzt.
Im vorliegenden Aquarell erblicken wir im linken Vordergrund eine Bäuerin beim Holzmachen. In ihren Händen hält sie ein Beil und ein Holzstück. Sie erscheint als ganz in ihrer Arbeit vertieft. Zu ihrer rechten Seite liegt ein Holzstoß und zu ihrer Linken ein bereits mit Holz zum Teil beladener Karren. Der bräunliche Boden wir von Wagner nur in mehreren kurzen bräunlichen Strichen angedeutet. Auf diesem Boden stehen fremden Objekten gleich im hinteren rechten Bereich zwei kahle Bäume, bevor sich ein hoher Zaun quer durch das Bild zieht. Hinter dem Zaun gewinnt die Komposition nochmals an Farbigkeit und die in Ansätzen sichtbaren Häuser zeigen sich in Rot-, Grün-, Blau- und Violetttönen. Es ist dabei insbesondere das Violett, welches sich auffallend durch beinahe die gesamte Fläche zieht – es taucht auf in den Konturen der Bäuerin, im Holzstoß, dem Karren, sowie im Zaun und in den Häusern. Einzig die freie, in ihrem tristen Braun trostlos wirkende Fläche in der Bildmitte, bleibt hiervon unberührt.
Wunderschön einfühlsame, expressiv-realistische Komposition!

 

 

Zu Michel Wagner (20.12.1893 Muschenried – 03.12.1965 München):
Maler, Zeichner; entstammt einer oberpfälzischen Bauersfamilie; 1908 Bäckerfachschule in München, hierbei erste Begegnung mit Kunst und erste autodidaktiche Versuche; Michel Wagner übersendet Arbeiten an Franz von Defregger, der sich anerkennend dazu äußert; 1910 wandert zu Fuß nach Hamburg und heuert auf einem Frachter an; 1910-12 mit dem Frachter bereist er Afrika, Asien, Nordamerika, Spitzbergen; 1914-18 Kriegsdienst bei der Marine (weiterhin zeichnerischer tätig); nach dem Krieg weiter auf See; 1921 Entscheidung für die Kunst; Schüler bei Lovis Corinth (Berlin) und später bei Stanislaus Stückgold (München); 1923 erste Beteiligung an der Kunstausstellung im Münchener Glaspalast; Mitglied der Münchener Künstlergenossenschaft; 1923-24 Studienreise nach Brasilien; 1924 Ausstellung der brasilianischen Arbeiten im -Atelier Konopacki- (Sao Paulo); nach seiner Rückkehr Heirat mit Malerin Else Seulen (das Paar wohnt in Hohenschäftlan); 1927 erste umfassende Einzelausstellung im Kunstsalon Hiller (München); bis 1933 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen; Mitglied der -Juryfreien-; zwischen 1933-1945 geht Wagner aufgrund der nationalsozialistischen Kulturpolitik in die innere Emigration, er zieht sich aus dem öffentlichen Kunstleben zurück, Ölbilder entstehen kaum, allenfalls Zeichnungen, Aquarelle; 1945 Beteiligung bei Ausstellung „Maler der Gegenwart“ (Palais Schätzler / Augsburg); 1947 Gründungsmitglied der „Neuen Gruppe“; erneut rege Ausstellungstätigkeit; 1949 umfangreiche Übersicht über das Nachkriegswerk in Ausstellung der Galerie Maier-Lengeling (Nürnberg); 1949-65 alljährliche Teilnahme an der Großen Kustausstellung München; 1952 Umzug nach München; 1954, 1955, 1957 Teilnahmen an Gesamtausstellungen Neuer Deutscher Kunst in Kairo, Rutherford, Rom; 1964 Tod der Ehefrau 

Literatur
Galerie Bernd Dürr (Hrsg.) (1994): Michel Wagner 1893-1965. Vom expressiven Realismus zur konstruktiven Figuration. Eine Werkübersicht; München