M A G D A   L A N G E N S T R A S S – U H L I G

 

 

magda-langenstrass-uhlig
„Vorfrühling bei Oberammergau“

Aquarell über Bleistiftvorzeichnungen; auf Aquarellkarton; verso durch braunes Klebeband unter Passepartout gesetzt
nicht datiert, (wohl) um 1944-45

Passepartoutgrösse: 59,8×49,8cm
Blattgrösse: 49,8x40cm

€ 460,-

 

 

   

 

u.r. auf dem Blatt monogrammiert „M.L-U.“, sowie u.r. auf dem Passepartout in Blei signiert „Magda Langenstraß-Uhlig“; weiterhin auf dem Blatt verso u.r. Künstlerstempel „Magda Langenstrass-Uhlig / Rehbrücke bei Potsdam“
u.l. auf dem Passepartout in Blei bezeichnet: „Vorfrühling bei Oberammergau“

Zustand
Blatt verso durch braunes Klebeband unter Passepartout gesetzt; insgesamt leicht wellig; Passepartout etwas gebräunt; Ecken leicht bestoßen; verso Blatt fleckig; verso am oberen und unteren Rand Reste früherer Befestigung (hellbraunes Klebeband)

Provenienz
Kunsthandlung Welker (Heidelberg) [hierzu verso auf früherer Rahmenrückwand o.l. Etikett]

 

 

Nach der Ausbildung am Bauhaus in Weimar und Dessau (1924-26) und dem Besuch der Mal- und Modellierschule von Arthur Lewin-Funke in Berlin (1926-27) beschäftigte sich Magda Langenstraß-Uhlig vornehmlich mit abstrakter Kunst. 1933 zog sie sich mehr und mehr aus dem Kunstleben zurück und nahm an keinerlei Ausstellungen mehr teil. Die Künstlerin wohnte zu dieser Zeit in Rehbrücke bei Potsdam. „Bayern wurde zum Zufluchtsort, als ab 1944 das Kriegsgeschehen nach Deutschland zurückkehrte und sich die Kampfhandlungen auf Berlin konzentrierten. […] Anfang Juni 1945 nahm Magda Langenstraß-Uhlig ihr Haus in Rehbrücke wieder in Besitz und wird am 15.06.1945 bei den Behörden als aus Bayern kommend registriert“ (Siegfried Jahn (2002): Zwischen Verweigerung und Anpassung. Zum Werk Magda Langenstraß-Uhligs 1933 – 1945, in: Michael Siebenbrodt (Hrsg.): Magda Langenstraß-Uhlig. Von der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar zum Bauhaus; Weimar; S. 39-42 [hier: 41]). Das vorliegende Aquarell mit der Ansicht aus Oberammergau im Vorfrühling wird in dieser verhältnismäßig kurzen Lebensphase in Bayern entstanden sein. Im Gegensatz zu anderen Landschaftsansichten Langenstraß-Uhligs erscheint dieses Werk verhaltener, weniger expressiv und sicherlich ist es nicht zu abwegig anzunehmen, dass es sich hierbei um ein Tauschmittel gegen Naturalien handeln könnte.

 
 

Zu Magda Langenstraß-Uhlig (11.11.1888 Zillbach – 02.10.1965 Wehrda):
Malerin, Zeichnerin; 1895-1903 Besuch der höheren Töchterschule in Bad Berka; darauf ein Jahr Aufenthalt in einem Mädchenpensionat in Erfurt; 1904 Umzug der Familie nach Weimar, dort zw. 1905-06 Besuch von Kursen in der Großherzoglichen Zeichenschule; 1907-11 Studium an der Großherzoglichen Kunstschule (u.a. bei Fritz Mackensen, Hans Olde); 1912 Umzug nach Jena, dort als freischaffende Malerin tätig; 1914 Heirat mit Karl Langenstraß; während des Ersten Weltkriegs war ihr Mann in verschiedenen Lazaretten eingesetzt; sie begleitete ihn dabei und hielt ihre Eindrücke zeichnerisch fest; im Januar 1918 Kontakt zu Herwarth Walden und zunehmende Beeinflussung von Werken Klees, Kandinskys; 1919 stellte Langenstraß-Uhlig zusammen mit Kurt Schwitters in der „Sturm“-Galerie (Berlin) aus; 1920 Umzug der Familie nach Egloffstein; 1920 Geburt der Tochter Sinje; 1923 Geburt der Tochter Gudrun; 1923 wanderte Karl Langenstraß in die USA aus; 1924-26 Studium am Bauhaus in Dessau und Weimar (Besuch des Vorkurses von Albers und Moholy-Nagy, der Kurse zur Form- und Farbenlehre bei Klee und Kandinsky, sowie des Schrift-Unterrichts bei Joost Schmidts; weiterhin war sie unter Muche und Gunta Stölzl in der Webereiwerkstatt tätig); 1926-27 Besuch der Kurse in der Mal- und Modellierschule von Arthur Lewin-Funke (Berlin); zu dieser Zeit Umzug nach Rehbrücke (In den Gehren 9) bei Potsdam; 1925-32 Mitglied der Berliner Künstlervereinigung „Internationale Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten e.V.“ (später: „Die Abstrakten“ bzw. „Die Zeitgemäßen“); nach 1933 zog sie sich aus dem Kunstleben zurück; 1934 Reise nach Italien; 1935 Reise in die USA; 1944-45 aufgrund erhöhter Bombengefahr siedelt sie mit ihren Kinder nach Bayern über; nach dem Zweiten Weltkrieg Rückkehr nach Rehbrücke; 1951-52 Rekonstruktion der Bauhaus-Farbenlehre; 1952 Umzug in die Bundesrepubilk, dort ansässig in u.a. in der Nähe von Frankfurt a.M. und Marburg 

Literatur
Michael Siebenbrodt (Hrsg.): Magda Langenstraß-Uhlig. Von der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar zum Bauhaus; Weimar