L U D W I G   S T R A U B

 

Zum Themenflyer ‚Erdsegen‘

 

 

Sommerliche Landschaft (an der Bergstraße?) mit aufgestellten Korngarben

Öl auf Hartfaserplatte
u.l. in Rot datiert „[19]48“

Grösse: 66,5×51,8cm

u.l. in Rot signiert „L. Straub“, sowie verso o.l. auf aufgeklebtem Etikett des Vorbesitzers Hinweis auf den Künstler
nicht betitelt

€ 430,-

Kaufanfrage

 

 

 

                     

 

 

Zustand
Ecken etwas bestoßen; insgesamt etwas nachgedunkelt; partiell leicht fleckig; verso etwas berieben und farbfleckig, sowie verso o.l. in Schwarz nummer. „86“

Provenienz
Friedrich Ludwig Stichert (Lebensdaten unbek.) [hierzu verso o.l. aufgeklebter, maschinenschriftl. bez. & handschriftl. unterz. Zettel „Kunstmaler Ludwig Straub, Seeheim/Bergstr. Hat auf meinen Wunsch seine sechs Bilder im August 1964 mit Leinölfirnis bearbeitet. Damit soll es, wie er sagte, für die kommenden 10 Jahre sein Bewenden haben. Die Farben kommen wieder prachtvoll zur Wirkung. Friedrich Stichert / Großsachsen, 17. Sept. 1964“. Friedrich Sticherts war in den 1960er Jahren nachweislich in Großsachsen (heute eingemeindet in Hirschberg a.d.B.) wohnhaft. Zu dieser Zeit war Stichert auch ordentliches Mitglied der Harmonie-Gesellschaft von 1803 e.V. (vgl. hierzu: Helmuth Janson (1963): 45 Lesegesellschaften um 1800 bis heute [Harmonie-Almanach]; Bonn: Stein-Verlag; S. 109)]

 

 

Die vorliegende Ansicht lässt sich, obgleich nicht lokalisiert, womöglich an die Bergstraße verorten. Der aus Mannheim stammende Ludwig Straub wuchs in seiner Geburtsstadt auf, besuchte dort auch die Kunstgewerbeschule und blieb auch weiterhin der ‚Quadratestadt‘ eng verbunden. Daneben hatte er seinen Lebensmittelpunkt in Seeheim an der Bergstraße.
In dieser 1948 entstandenen Sommerlandschaft obwiegt deutlich das Goldgelb der aufgestellten Korngarben. Gut die Hälfte der Bildfläche nimmt das Korn und der in demselben Kolorit gehaltene Feldweg ein und vermittelt dadurch eine Fülle, ja besser noch: eine Überfülle. Schwer und groß lehnen die einzelnen Garben aneinander, scheinen fast den Weg zu versperren und geben nur einen schmalen Weg zwischen ihnen frei. Hinter dem Feld erhebt sich ein sattgrüner Wald, bei dem es sich, folgt man obiger Verortung, um den Odenwald handeln dürfte. Verdeckt von Bäumen werden einzelne Häuser sichtbar, die sich in ihrem Rotton aus dem sonst tonigen Grün des Waldes abheben.
Sehr schöne, stimmungsvolle Komposition!

 

 

Zu Ludwig Wilhelm Straub (22.11.1905 Mannheim – 24.12.1973 ebd.):
Maler, Zeichner, Grafiker; Sohn des Dekorationsmalers Wilhelm Heinrich Straub und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Weiß; die Familie ist evangelischer Konfession und wohnte in den Mannheimer Quadraten in K4. 15; Besuch der Kunstgewerbeschule Mannheim und der Freien Akademie in Barcelona; Studienreisen nach Rom, in den Vorderen Orient, nach Nordafrika, Sumatra, Indien, China, Japan, auf die Philippinen, sowie langjähriger Aufenthalt in Paris; 1936 Beteiligung an der „Ständigen Kunstausstellung Baden-Baden“; 1937 Beteiligung an der Ausstellung „Arbeit und Wirtschaft in der Kunst“ (Heidelberger Kunstverein); 1938 Ausstellung zusammen mit Karl Bertsch und Hermann Kunze (Mannheimer Kunstverein); 1941 Beteiligung an der „Oberrheinischen Kunstausstellung“ (Kunsthalle Baden-Baden); 1957 Einzelausstellung des „International Institute of Arts and Letters“ (Lindau); 1960 Sonderausstellung im Kunstsalon Lore Dauer (Mannheim); 1963 Förderpreis vom Verein der Freunde und Förderer des Hessischen Landesmuseums; 1965 Einzelausstellung zum 60 Geburtstag im Mannheimer Kunstverein; 1969 Ausstellungen mit Lithografien in der Galerie Südwest (Saarbrücken); Mitglied der „Fédération francaise des societés d´art graphique et plastique“ (als erster Deutscher nach 1945), sowie des „International Institute of Arts and Letters“ (Zürich); Ludwig Straub war v.a. ansässig und tätig in Seeheim a.d. Bergstr. (Domweg 3); Straub malte v.a. Figürliches, Landschaften und Stillleben, daneben entstanden auch Wandbilder und Mosaiken; Werke Straubs befinden sich u.a. im Besitz der Kunsthalle Mannheim

Literatur
Kunstverein Mannheim (Hrsg.) (1965): Ludwig Straub; Mannheim: Alfred Bingener
International Institute of Arts and Letters (Hrsg.) (1957): Ludwig Straub. Gemälde – Aquarelle (Paris) – Zeichnungen; o.V.
FATH, Manfred / HEROLD, Inge / KÖLLHOFER, Thomas (Hrsg.) (1998): Menschenbilder. Figur in Zeiten der Abstraktion (1945-1955) [Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim vom 18.10.1998-31.1.1999]; Gerd Hatje; Ostfildern-Ruit; S. 290;
„Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00108586