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Weitere schwäbische Künstler

 

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Zu Karl Stirner (04.11.1882 Rosenberg – 21.06.1943 Schwäbisch Hall):
Maler, Zeichner, Graphiker, Illustrator, Schriftsteller; Sohn von Aloys Stirner und dessen Ehefrau Josepha, geb. Scheuermann; aus finanziellen Nöten wanderte der Vater nach Nordamerika aus und blieb dort verschollen; bis 1896 Besuch der Dorfschule; 1896-99 Lehre als Zimmermaler bei Severin Weber in Ellwangen (Sulzgasse); während dieser Zeit erhielt er den ersten Zeichenunterricht in der Abendschule (Freihandzeichnen bei Prof. August Benz); am 06. April 1899 stirbt die Mutter Karl Stirners; nach dem Tod der Mutter wurde das 1894 erworbene Häuschen im Weiler Schleifhäusle (bei Ellwangen) versteigert, Stirner wohnte noch etwa fünf Monate bei seiner Patentante bevor er für etwa zehn Jahre auf Wanderschaft ging (u.a. Ludwigsburg, Oldenburg, München, Hamburg, Köln); während seiner Zeit in Köln (1905-06) sandte er Zeichenproben an die Königliche Kunstgewerbeschule Stuttgart und erhielt eine Zusage samt einem Stipendium; 1906-07 Besuch der Kunstgewerbeschule Stuttgart (bei Hans Kolb, Paul Lang, Eugen Nanz); es setzen Gesundheitsprobleme (Lunge) ein und zudem war ihm der Unterricht zu ‚trocken‘, so dass er oftmals fehlte und nach eineinhalb Semestern exmatrikuliert wurde; ab Sommer 1907 gezwungenermaßen freischaffend tätig; im Herbst 1909 reichte er Gesuch ein sein Studium beenden zu können, was aber abgewiesen wurde; 1911 kam er über Eugen Nanz in Kontakt mit dem Verlag J.F. Schreiber in Esslingen und illustrierte dort die Malbücher „Im Freien“ (1912), „Buntstiftmalereien“ (1913), „Der kleine Buntstiftkünstler“ (1913); ab 1913 schuf Stirner auch Illustrationen für die „Meggendorfer Blätter“; 1912 erste Ausstellung im Württembergischen Kunstverein (von da an zahlreiche Ausstellungen); 1913 Kontakt mit dem Stuttgarter Verleger Willibald Franke, im selben Jahr schuf er die Illustrationen für „Das Stuttgarter Hutzelmännchen“ (Holbein-Verlag) von Mörike; 1913 Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Ludwig Finckh; 1913 erhielt er von Wilhelm II. ein Reisestipendium und reiste am 24.12.1913 von München aus in den Süden (bis nach Nordafrika); Anfang Juni 1914 Rückkehr nach Deutschland und wohnhaft in Pfullingen bei Louis Laiblin (Geheimer Hofrat, Ehrensenator der Universität Tübingen); Oktober 1914 erschien „Der Bodenseher“ von Finck mit Stirners Illustrationen; bei Kriegsdienst meldete sich Stirner freiwillig, wurde aber aus Gesundheitsgründen nicht genommen; Ende 1914 erneute gesundheitliche Probleme; Anfang 1915 Reise in die Schweiz (Tessin) um eine chronische Bronchitis auszukurieren; Juni 1916 Weiterreise ins Engadin, dort Bekanntschaft mit Hermann Hesse; im Herbst 1916 erneut Reise ins Tessin; im Frühjahr 1918 Reise nach Davos; Juni 1919 Bekanntschaft mit Ernst Ludwig Kirchner und im Juli-August wohl für drei Wochen bei Kirchner wohnhaft; die Illustrationsaufträge für Stirner nahmen mehr und mehr zu; im Dezember 1920 Reise nach Sizilien (Taormina); Juni 1921 Abreise von Sizilien bei der sich Stirner schwer ansteckte und längere Zeit im Nagolder Krankenhaus zubringen musste; im Oktober 1921 wurde er ins Krankenhaus Ellwangen verlegt aus dem er im Mai 1922 entlassen wurde; danach wohnhaft beim Oberamtspfleger Hugo Steinhardt (Sebastiansgraben 35); Freundschaft mit Josef Retzbach; Anfang 1922 erschien das von Stirner verfasste und illustrierte Büchlein „Auf Wanderschaft“ (Eugen Salzer Verlag); 1922 erschien die Kunstmappe „Karl Stirner“ (Eugen Salzer Verlag); 1922 lernte er Pauline Wagner bei Besuchen im Schleifhäusle kennen und heiratete sie am 19.05.1923; Geburt der Tochter Rosele; April 1924 Umzug ins eigene Haus auf der Ellwanger Wolfgangshöhe; 1924 erschien das Bändchen „Von Mir und Dir“ (Eugen Salzer Verlag); Sept.-Dez. 1925 reiste die Familie nach Capri; 1926 Geburt des Sohnes Hermann; 1927 Geburt der Zwillinge Elisabeth und Marianne; 1927 gestaltete er die Mappe „Am Wallfahrtsort“ (mit 19 Bildern Stirners zu Ellwangen); 1928 Schweiz-Reise; es entstanden weitere zahlreiche Buchillustrationen; 1929-30 Reise in die Oase Biskra (Nordafrika); 1930-31 Reise nach Palästina; 1933-34 Sizilien-Reise; 1932 erhielt er von der Stuttgarter Oberschulbehörde den Auftrag die neue Fibel der katholischen Volksschulen zu illustrieren; 1935 stete Verschlechterung des Gesundheitszustandes; im Sommer 1937 dürften die letzten Bilder Stirners entstanden sein, die er in der freien Natur malte; es folgten mehrfache, längere Krankenhausaufenthalte

Literatur
HAUBER, Hermann (o.J. [1982]): Karl Stirner. Der schwäbische Malerpoet; Schwabenverlag; Ellwangen
NAGEL, Gert K. (1986): Schwäbisches Künstlerlexikon; Kunst & Antiquitäten; S. 117