K Ä T H E   S C H M I T Z – I M H O F F

 

Weitere Werke von Käthe Schmitz-Imhoff

 

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„Blumen an meinem Fenster!“

Öl auf Leinwand, Spannrahmen, gerahmt [verso auf Spannrahmen mittig violetter Stempel „Lucien Lefebvre-Foinet/19, rue Vavin & 2, rue Brea, Paris“];
u.l. datiert „[19]44“, sowie verso oben auf dem Spannrahmen von der Künstlerin in Schwarz datiert „1944“

u.l. signiert „K. S. Imhoff“, sowie verso oben auf dem Spannrahmen von der Künstlerin in Schwarz nochmals signiert
verso oben auf dem Spannrahmen von der Künstlerin in Schwarz betitelt und nummeriert „29“: „Blumen an meinem Fenster!“

€ 1.900,-

 

                    

 

Rahmengrösse: 86x72cm
Leinwandgrösse: 81x65cm

Zustand
partiell leicht beschmutzt; Rahmen mit wenigen leichten Gebrauchsspuren

 

 

Käthe Schmitz-Imhoff hatte von Jugend an den Wunsch Malerin zu werden, was anfangs von ihrer Familie jedoch nicht unterstützt wurde, so dass sie die Lehramtslaufbahn einschlug. Nach ein paar Jahren im Lehrdienst konnte sie ihre Eltern doch überzeugen und besuchte 1920-21 die Malschule von Johannes Walter-Kurau in Berlin und im Anschluss daran die Düsseldorfer Akademie (1921-24). Gesundheitsbedingt musste sie die Zeit zwischen 1924 und 1933 im Süden verbringen und lebte dort in Positano und in Südfrankreich. Nach ihrer Rückkehr beginnt sie eine Lehrtätigkeit am Sozialpädagogischen Institut in Köln und ist weiterhin künstlerisch tätig. Immer wieder ging sie während dieser Zeit auf Reisen. Für das künstlerische Schaffen Käthe Schmitz-Imhoffs bildet der 31. Mai 1942 eine herbe Zäsur. In dieser Nacht wird ihr Elternhaus samt ihres Ateliers bei einem Bombenangriff getroffen und sie verliert einen Großteil ihrer damaligen Werke.
Das vorliegende Gemälde entstand etwa zwei Jahre nach diesem verlustreichen Erlebnis. Der im linken Bereich leicht ins Bild hängende Vorhang wirkt wie der gerade zurückgezogene Bühnenvorhang eines Theaterstücks, der uns einen gleichsam theatralisch irrealen Blick eröffnet. Ganz dem Titel entsprechend schauen wir aus dem Zimmer der Künstlerin auf das nächtliche Köln und den Rhein. Im Hintergrund erkennt man Teile einer Brücke bei der es sich vielleicht um die Mülheimer Brücke handelt. Die gesamte Szenerie des Hintergrunds ist in kühlen und ruhigen Blautönen gehalten.
Im Vordergrund, angeordnet auf der bordeauxfarbigen Fensterbank steht ein gräulicher Krug mit einem reichhaltigen Blumenstrauß. Obgleich der Krug im rechten Bereich der Fensterbank steht, fallen die Blumen doch bis weit über die Bildmitte, als ob sie den Blick auf die Außenwelt mit ihrer Schönheit verdecken wollen. Das Kolorit der Blüten steht dabei nicht in Kontrast zu dem dominierenden Blau des Himmels und des Wassers. Vielmehr wählt Schmitz-Imhoff hier wenige Farben (vornehmlich Violett, Grün, Weiß) aus und unterstützt dadurch die bereits im Hintergrund angelegte Atmosphäre aus Ruhe, Sehnsucht und vielleicht auch Entrücktheit.
1949 malte die Künstlerin das Gemälde „Eine Blume!?“, zu dem Martina Schmitz schreibt: „Hoffnung und ungläubiges Staunen nach dem Schrecken, so zeigt sich ‚Eine Blume!?‘; dieses Bild geht auf die Begegnung mit einem Holländer, der einen Korb voller Tulpen in die zerstörte Stadt brachte, zurück. Im ausgebombten, zerstörten Köln ist hier eine fast absurde, unwirkliche Situation dargestellt“ (Martina Schmitz (1983): Zum Weg von Käthe Schmitz-Imhoff, in: Künstler-Union-Köln: Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin; Köln; unpag. [S. 6-10; hier: 9]). Ganz ähnlich kann man auch diese, etwa zwei Jahre nach der Zerstörung ihres Ateliers entstandenen ‚Blumen an meinem Fenster‘ als unwirklich ansehen, hat doch die Künstlerin hier auf eine brillante Weise eine kontemplativ zeitenthobene Komposition voller Ruhe und Schönheit geschaffen.

 

 

Zu Käthe Schmitz-Imhoff (16.05.1893 Köln – 21.03.1985 ebd.):
Malerin, Zeichnerin, Zeichenlehrerin; 1912-15 Studium für das künstlerische Lehramt (Düsseldorf); Lehrtätigkeit als Zeichenlehrerin an der Ursulinenschule in Köln; 1920-21 Besuch der privaten Malschule von Johannes Walter-Kurau (Berlin); 1921-24 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Heinrich Nauen); 1924-33 gesundheitsbedingter Aufenthalt in Italien (Positano, Procida) und Südfranbkreich (Mollans, La Vallet du Var), in Südfrankreich zusammen mit der Familie des Malers Willy Eisenschitz; 1933-45 Lehrauftrag am Sozialpädagogischen Seminar Köln; 1937 Beteiligung an der „Großen Kunstausstellung Düsseldorf“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1939, 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Der deutsche Westen. Malerei und Plastik aus der Gegenwart“ (Kunstverein Köln und Kunstverein Westfalen (Münster)); 1941 Beteiligung an der Ausstellung „Die deutsche Malerin und Bildhauerin“ (Kunsthalle Düsseldorf); 1942 Beteiligung an der „Frühjahrsausstellung Düsseldorf“ (Kunsthalle Düsseldorf); 31.5.1942 durch einen Bombenangriff auf Köln wurde das Elternhaus (in welchem zugleich das Atelier war) zerstört, so dass ein Großteil des bisherigen Schaffens verloren ging; 1945-85 freie Malerin in Köln; Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund und im Deutschen Künstlerbund

Literatur
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 513
Künstler-Union-Köln: Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin; Köln