H E R M A N N   W O L F F

 

 

 

Ansicht auf Baden-Baden

Aquarell & Tempera, über leichten Bleistiftvorzeichnungen, auf leichtem Aquarellkarton, komplett aufgezogen auf festem Karton, gerahmt
u.r. schwach in Blau, sowie darüber in Blei datiert „[19]34“

u.r. schwach in Blau, sowie darüber in Blei signiert „Wolff“
verso o.l. von fremder Hand in Schwarz lokalisiert „Baden-Baden“

€ 560,-

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Grösse
Rahmengrösse: 36,7×47,7cm
Blattgrösse: 32,5×43,5cm

Zustand
Blatt komplett aufgezogen auf festem Karton; in den Randbereichen mitunter kleinere Beschädigungen (kleine Einrisse, etwas bestoßen); Blattränder insgesamt etwas uneben beschnitten; Eckbereiche o.r. und o.l. etwas fleckig; unterlegter Karton verso etwas fleckig

 

 

Nach einer schweren Verwundung im Ersten Weltkrieg – er verlor ein Bein – wandte sich Hermann Wolff quasi als ‚Spätberufener‘ erst 1917 der Kunst zu und begann ein Studium in Karlsruhe. Neben seiner Tätigkeit als Maler war er später auch als Kunsterzieher in u.a. Mannheim tätig. Die vorliegende Ansicht entstand kurz nach seinem Umzug nach Karlsruhe in die Weinbrennerstraße 20/1.
Die gesamte Ansicht scheint aus einem Klang aus verschiedenen Grün-, Blau- und leichten Rottönen zu entstehen, welche durch die matte Farbgebung eine gewisse Zartheit vermitteln. Mag man wohl unweigerlich an einen schönen, wolkenlosen Sommermorgen in Baden-Baden denken.
Biografisch interessant ist das Werk auch deswegen, da ein Großteil des Schaffens von Hermann Wolff bei Bombenangriffen auf Karlsruhe 1942 und 1944 zerstört wurde.

 

 

Zu Hermann Wolff (08.09.1893 Stebbach – 1991 Karlsruhe):
Maler, Zeichner, Kunsterzieher; Besuch der Realschule in Eppingen und der Oberrealschule in Heidelberg; Besuch des Lehrerseminars; 1912 Examen und anschließender Schuldienst; im Ersten Weltkrieg Offizier, schwere Verwundung und Verlust eines Beines; 1917-19 Studium an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe (bei Walter Conz, Karl Eyth, August Groh); abgeschlossenes Zeichenlehrerexamen und anschließender Schuldienst in Mannheim; 1934 Umzug nach Karlsruhe; 1934 Beteiligung an der „Ständigen Kunstausstellung Baden-Baden. Jubiläumsausstellung“; 1935 Berufung als Sachbearbeiter für Kunsterziehung im Badischen Ministerium für Kultus und Unterricht (Vorsitzender des Prüfungsamtes), zugleich erhält er einen Lehrauftrag an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe; Ernennung zum Professor; 1939 Beteiligung an der Ausstellung „Neues badisches Kunstschaffen“ (veranst. v. Badischen Ministerium für Kultus und Unterricht); 1940-44 mit insgesamt elf Gemälden vertreten bei den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ (Haus der Deutschen Kunst, München); 1941 Beteiligung an der „Oberrheinischen Kunstausstellung Baden-Baden“ (Kunsthalle Baden-Baden); 1942 und 1944 werden Großteile seines Schaffens durch Bombenangriffe zerstört; 1943 Beteiligung an der Ausstellung „Karlsruher Künstler der Gegenwart“ (Badischer Kunstverein, Karlsruhe); 1945 Ansiedlung in Muggenbron bei Todtnau (im sog. „Molerhüsli“); es entstehen vor allem Schwarzwaldmotive; 1974, nach dem Tod seiner Frau, verzieht Wolff zu seinen Kindern nach Karlsruhe-Durlach; Studienreisen u.a. an das Mittelmeer, den Genfer See, die Provence, den Gardasee; 10.-30.09.1983 Ausstellung zum 90. Geburtstag im Kunstkabinett Ettlingen; 04.-19.10.2014 Retrospektive-Ausstellung im Kulturhaus Todtnau

Literatur
MÜLFARTH, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler; Karlsruhe: Badenia-Verlag; S. 269
„Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00004207
„Retrospektive des Schwarzwaldmalers Hermann Wolff“, in: „Badische Zeitung“, v. 02.10.2014