H E N R Y   G O W A

 

Weitere Werke von Henry Gowa

 

Henry Gowa: Block in Frankfurt a.M.

 

„Block in Frankfurt a.M.“

Tuschfeder auf dünnem Zeichenpapier
u.r. datiert „20.III.[19]54“

Blattgrösse: 21×29,8cm

nicht signiert
u.r. betitelt: „Block in Frankfurt a.M.“

€ 140,-

 

 

 

 

        

 

Zustand
im unteren Blattbereich durchgehende horizontal verlaufende Knickspur; leichte Druckstellen im Blatt; Ecken minimal bestoßen; am oberen Blattrand mittig und rechts leichte Quetschungen; verso u.l. Sammlungsstempel & Nummerierung in Blei (Stempel schlägt recto durch)

 

 

Henry Gowa war von 1946 bis 1951 Leiter der Staatlichen Schule für Kunst in Saarbrücken, bevor er im Anschluss daran bis 1953 als freischaffender Künstler in Paris tätig war. In dem folgenden Jahr (1954) zog es ihn erneut nach Deutschland, um erneut Lehrtätigkeiten anzunehmen. Dieses Mal wurde er Leiter der Offenbacher Werkkunstschule, sowie Dozent an der Universität Köln und der Akademie Stuttgart.
Die vorliegende, flott ausgeführte Tuschfederzeichnung entstand zu Beginn jener Tätigkeit in Offenbach. In schnellen Zügen skizziert Gowa diesen ‚Block in Frankfurt‘ – die hohen Gebäude im Hintergrund, daneben und dahinter weitere, nur vage durch Striche angedeutete Häuser. In den vorderen und mittleren Bildbereich setzt der Künstler einzelne, mitunter stark abstrahierte Personen, die in ihrer minimalistischen, dünnen Darstellungsweise an Skulpturen Giacomettis denken lassen.
Sehr schöne, schnell erfasste urbane Studie!

 

 

Zu Henry Gowa (25.05.1902 Hamburg – 23.05.1990 München):
Maler, Zeichner, Bühnenbildner; eigentlich Hermann Gowa; Sohn des Großhandelskaufmanns Siegmund Gowa und dessen Frau Therese, geb. Pollack; Abitur in Hamburg; 1922-25 Studium der Philosophie, Kunst-, Literatur- und Theatergeschichte an der Universität München (bei Heinrich Wölfflin, Arthur Kutscher), sowie Studium der Malerei und Zeichnung an der Schule von Hans Hofmann, sowie Studium der Zeichnung an der Schule von Heinrich Knirr; 1925-33 Bühnenbildner an verschiedenen Theatern in München, Frankfurt, Halberstadt, Leipzig, Berlin, Schwerin; 1931 Einzelausstellung in der Galerie Schames (Frankfurt a.M.); 1933 Übersiedlung nach Paris und 1934 nach Nizza; 1935 Mitbegründer der „Union des peintres pour la Défense de l´art moderne“; 1938 zusammen mit Louis und Anna Valray und Marcel Millet Gründung eines Marionettentheaters in Nizza; 1939 Internierung im Fort Carré d´Antibes und später in Les Milles; in Les Milles Bekanntschaft mit Walter Hasenclever; Juli 1940 Entlassung aus Internierung; Heirat mit der Malerin Annie Roussel; Kontakt zur Résistance und Engagement für Emigrantenvereinigungen; im September 1943 flieht Gowa in die Berge der Haute Provence und hält sich bis April 1944 bei Le Broc versteckt; nach dem Zweiten Weltkrieg setzt er sich für eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ein; nach 1945 erreichen seine Werke einen höheren Grad an Abstraktion und verlassen mitunter das Gegenständliche ganz; 1946-51 Leiter der Staatlichen Schule für Kunst in Saarbrücken; 1951-53 freischaffend in Paris; ab 1954 Leiter der Offenbacher Werkkunstschule, sowie Dozent an der Universität Köln und der Akademie Stuttgart; ab 1964 freischaffend in Berlin; Beitritt zum Deutschen Werkbund und dem BBK; 1966 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz; aufgrund von Diabetes wurden ihm beide Beine amputiert; 1985 gesundheitsbedingt verzog er nach München

Literatur
Familie Kay Rum (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 153-154
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.161-163
BRUHNS, Maike (2007): Geflohen aus Deutschland. Hamburger Künstler im Exil 1933-1945; Edition Temmen; Bremen; S.65-66
Galerie Piorr (1984): H. Henry Gowa. Texte und Kritiken; Hamburg