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Weitere Werke von Hella Jacobs

 

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Surreal verzerrte Frauendarstellung

Tusche auf Ingrespapier [u.l. Wasserzeichen Hahnemühle] rechts unterhalb der Darstellung in Blei datiert „1968“, sowie u.r. nochmals in Blei datiert „April 1968“

Blattgrösse: 63,5×48,6cm

rechts unterhalb der Darstellung in Blei signiert „Jacobs“
nicht betitelt

€ 550,-

 

 

Zustand
Druckstellen im Blatt (am oberen und unteren Rand mehr Druckstellen); im Blattbereich o.l. diagonale Knickspur; im Blattbereich u.r. diagonale Knickspur; am oberen und unteren Rand partiell kleinere Einrisse; in den vier Ecke kleine Einstichlöcher; am unteren Rand in Blei nummer. „6“; am rechten Rand (wohl) technikbedingt farbfleckig (Tusche); verso leicht farbfleckig; verso am oberen Rand Reste früherer Befestigung (weiße Klebestreifen)

 

 

 

 

Schemenhaft und verzerrt lassen sich in dem vorliegenden Werk zwei Frauengestalten erkennen, deren ängstlicher, beunruhigter, sorgenvoller Blick auf den Betrachter gerichtet ist. Von links nähert sich der Ausschnitt eines wütenden, verbissenen Gesichts den Personen, die hiervon aber (noch) nichts zu merken scheinen. Allein der Betrachter die Gefahr erkennend, kann nicht eingreifen. Mit nur wenigen Zügen entwirft Hella Jacobs ein bedrohlich fesselndes Werk, das den Menschen, dessen Ängste aber auch die Ohnmacht zu helfen brillant thematisiert!

 

 

Zu Hella Jacobs (14.02.1905 Hamburg-17.08.1974 ebd.):
Malerin, Graphikerin, technische Zeichnerin, Illustratorin, Tischlerin; 1924-26 künstlerische Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen Hamburg und Altona (Gebrauchsgraphik bei Prof. Clauss); 1926-31 tätig als technische Zeichnerin beim Architekturbüro Friedrich Ostermeyer (Hamburg); parallel dazu Ausbildung zur Tischlerin mit Gesellenprüfung; 1931 Entlassung aufgrund Auftragsmangel; ab 1930 tätig als freie Mitarbeiter für verschiedene Verlage; zwei Suizidversuche 1930; ab 1931 freie Künstlerin (u.a. gefördert durch den Verleger Dr. Kurt Enochm der ihr Aufträge verschaffte); 1931/32 erhielt sie ein Atelier im Ohlendorffhaus wodurch eine freundschaftliche Beziehung zu Karl Kluth entstand; 1932 Volontärin bei der Keramikfabrik Sailer; 1932-34 Reise in die Schweiz um ihre lungenkranke Freundin Marga Enoch zu besuchen; Jacobs‘ Schaffen galt im Dritten Reich als -entartet-; 1935 elfmonatiger Studienaufenthalt in Positano (Italien); 1936/37 Studienaufenthalt in Paris; künstlerisch zog sie sich in die innere Emigration zurück und stellte nach 1937 nicht mehr aus; 1938-41 Ehe mit Alfred Lübkert; 1940-43 technische Zeichnerin beim Architekturbüro Bomhoff und Schöne (Hamburg); 1943 verbrannte durch die Bombardierung Hamburgs ein Großteil ihres Schaffens, das sie, aus Angst vor möglichen Verfolgungen, bei ihrer Schwester Pauline Steinbrinker unterbrachte; 1945-60 physisch und psychisch stark angeschlagen; 1945-63 erneut tätig für Friedrich Ostermeyer

LITERATUR: BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.217-219