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Weitere Werke von Hella Jacobs

 

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„Elbe bei [?]“

Aquarell auf Aquarellkarton
u.l. in Blei datiert „10.8.[19]42“

Blattgrösse: 49,8x40cm

u.r. Nachlassstempel in blauer Tinte „Hella Jacobs / 1905-1974“
u.l. in Blei bez. (letztes Wort unleserlich): „Elbe bei [?]“

€ 375,-

 

  

 

Zustand
an den Rändern recto und verso umlaufend Reste früherer Befestigung (braunes Klebeband); Ecken etwas bestoßen; u.r. in Blei etwas undeutlich bez.; verso mittig in Blei nummer. „2“

 

 

Zum Zeitpunkt des Entstehens von dem vorliegenden Aquarell war Hella Jacobs als technische Zeichnerin beim Architekturbüro Bomhoff & Schöne in Hamburg tätig. Schon Jahre zuvor hatte sie sich aufgrund der politischen Situation künstlerisch immer mehr zurückgezogen und stellte seit 1937 nicht mehr aus. Die sommerliche, ruhig harmonische Ansicht zeigt die horizontal durch das Blatt fließende Elne. Die Uferränder sind gesäumt durch Bäume und Sträucher und im Hintergrund erhebt sich leicht ein Deich mit Baumbewuchs.

 

 

Zu Hella Jacobs (14.02.1905 Hamburg-17.08.1974 ebd.):
Malerin, Graphikerin, technische Zeichnerin, Illustratorin, Tischlerin; 1924-26 künstlerische Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen Hamburg und Altona (Gebrauchsgraphik bei Prof. Clauss); 1926-31 tätig als technische Zeichnerin beim Architekturbüro Friedrich Ostermeyer (Hamburg); parallel dazu Ausbildung zur Tischlerin mit Gesellenprüfung; 1931 Entlassung aufgrund Auftragsmangel; ab 1930 tätig als freie Mitarbeiter für verschiedene Verlage; zwei Suizidversuche 1930; ab 1931 freie Künstlerin (u.a. gefördert durch den Verleger Dr. Kurt Enochm der ihr Aufträge verschaffte); 1931/32 erhielt sie ein Atelier im Ohlendorffhaus wodurch eine freundschaftliche Beziehung zu Karl Kluth entstand; 1932 Volontärin bei der Keramikfabrik Sailer; 1932-34 Reise in die Schweiz um ihre lungenkranke Freundin Marga Enoch zu besuchen; Jacobs‘ Schaffen galt im Dritten Reich als -entartet-; 1935 elfmonatiger Studienaufenthalt in Positano (Italien); 1936/37 Studienaufenthalt in Paris; künstlerisch zog sie sich in die innere Emigration zurück und stellte nach 1937 nicht mehr aus; 1938-41 Ehe mit Alfred Lübkert; 1940-43 technische Zeichnerin beim Architekturbüro Bomhoff und Schöne (Hamburg); 1943 verbrannte durch die Bombardierung Hamburgs ein Großteil ihres Schaffens, das sie, aus Angst vor möglichen Verfolgungen, bei ihrer Schwester Pauline Steinbrinker unterbrachte; 1945-60 physisch und psychisch stark angeschlagen; 1945-63 erneut tätig für Friedrich Ostermeyer

LITERATUR: BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.217-219