H E I N R I C H   S E E P O L T

 

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Rote Nelken in einer Glasvase auf grüner Unterlage
Blumenstillleben

Öl auf Leinwand; mit Rahmen
u.r. in Rot datiert „[19]30“

Rahmengrösse: 85,5×95,6cm
Leinwandgrösse: 70,5×80,5cm

u.r. in Rot signiert „Hein Seepolt“
nicht betitelt

€ 1.500,-

 

 

 

 

Zustand
partiell leicht beschmutzt; an Rändern (rahmungsbedingt) etwas berieben & etwas beschmutzt; verso auf Leinwand wohl in Weiß übermaltes früheres Bild; Rahmen partiell etwas berieben; Rahmen am oberen Element mit größerem Abplatzer

Provenienz
Kunsthandel August Genner (Duisburg) [hierzu verso am oberen Rahmenelement Etikett „Kunsthandlung u. Vergolderei Aug. Genner u. Co. GmbH Duisburg“]

 

 

Beachtliches, kapitales Stillleben aus der Frühphase von Heinrich Seepolt. Seepolt war zu dieser Zeit noch an der Kunstakademie Düsseldorf und stand kurz vor dem Abschluss seiner künstlerischen Ausbildung (1931). Die Wahl der roten Nelken als dargestellte Blumen geschah sicherlich nicht nur aus rein ästhetischen Gesichtspunkten, sondern vielmehr auch aus symbolischer Sicht, gilt doch seit Ende des 19. Jahrhunderts diese Blume als Symbol der Arbeiterbewegung. Brillantes, farbkräftiges Werk des rheinischen Expressionismus!

 


Zu Heinrich Seepolt (26.09.1903 Duisburg – 13.03.1989 Kirchheim):
ab 1920 Besuch der Kunstgewerbeschule Essen; 1923 Mitgründer des „Duisburger Künstlerbundes“; 1926-31 (mit Unterbrechungen) Besuch der Kunstakademie Düsseldorf; ab 1932 gab Seepoolt (zusammen mit weiteren Duisburger Künstlern) in den Ateliers der Lessingstraße regelmäßig Kurse in der sogenannten Schulung des Sehens und Gestaltens; 1937 während der Aktion „Entartete Kunst“ wird eine Arbeit beschlagnahmt; 1937 Durchsuchung des Ateliers; lebt im Folgenden wegen Verhaftungsgefahr zeitweilig im Untergrund; 1941 Heirat mit der halbjüdischen Pianistin Wilhelmine Schlüter; 1942 Geburt des Sohnes (in der Schweiz); 1944 Ausbombung des Duisburger Ateliers und Verlust zahlreicher Arbeiten; 1950 Umzug nach Kirchheim (Ortsteil von Euskirchen); im Folgenden Ausarbeitung von Kirchenfenstern (u.a. für die katholische Pfarrkirche St. Martin in Kirchheim)

Literatur
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 516
KOPATSCHEK, Frank (1983): Der Duisburger Künstlerbund – ein historischer Abriß [auf der Internetseite des Duisburger Künstlerbundes (duisburger-kuenstlerbund.de)]