H E I N R I C H   E B E R H A R D

 

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„Ruine auf dem Palatino“

Bleistift auf sandfarbenem Papier, verso am oberen Rand durch Klebestreifen unter Passepartoutmaske gesetzt
nicht datiert [1924]

u.m. auf der kleinen Brücke signiert „Heinrich Eberhard“

€ 540,-

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„Ruine auf dem Palatino“, so der Titel der auf der Zeichnung basierenden Lithografie aus der Rom-Mappe (erschienen im Verlag Hugo Matthaes, Stuttgart, 1925); Abb. der Lithografie in: Vanessa Sigalas (2014): Heinrich Eberhard (1884-1973). Monografie und Werkverzeichnis der Gemälde; Weimar: VDG; S. 404

Passepartoutgrösse: 40,2×49,6cm
Blattgrösse: 26,9×34,6cm

Zustand
Blatt verso am oberen Rand durch Klebestreifen unter Passepartoutmaske gesetzt; insgesamt leicht wellig; insgesamt etwas nachgedunkelt; die vier Ecken jeweils mit kleinen Papierverlusten und etwas aufgeraut (aufgrund früherer Befestigung/Klebung); verso fleckig und etwas gebräunt

 

 

Vorliegende Zeichnung ist eine Vorarbeit für das erste Blatt der 1925 im Stuttgarter Hugo Matthaes Verlag erschienen „Rom-Mappe“. Eberhard zeigt hier drei Besucher beim Betrachten einer ‚Ruine auf dem Palatino‘. Zu dieser Schaffensphase schreibt Vanessa Sigalas:
„Erst als er [d.i. Heinrich Eberhard] im Frühjahr 1924 eine Reise nach Italien mit dem deutlich jüngeren Werner von Houwald antritt […], scheint er die nötige künstlerische Inspiration zurückzugewinnen. Die ausgedehnte Reise umfasst eine Vielzahl von besuchten Orten: Unter anderem machen die beiden Künstler in Mailand, Venedig, Florenz, Siena, Rom, Neapel und Sizilien Halt. In seinem Kurzlebenslauf schreibt Eberhard: ‚Erst 1924 ging ich mit frischem Mut an den Wiederaufbau. Ich ging nach Rom und gab ein Mappenwerk über die Stadt heraus, das dem damaligen Botschafter dort, Baron von Neurath, gewidmet wurde.‘ Die sogenannte Rom-Mappe wird ein großer Erfolg“ (Vanessa Sigalas (2014): Heinrich Eberhard (1884-1973). Monografie und Werkverzeichnis der Gemälde; Weimar: VDG; S. 39 – Kursiv im Original).

 

 

Zu Heinrich Eberhard (24.02.1884 Ellwangen – 03.11.1973 Sillenbuch):
Maler, Zeichner, Grafiker; 1891 Umzug der Familie nach Göppingen; 1902/03 Umzug der Familie nach Nürnberg; um 1902/03 Teilnahem an einem Zeichenseminar in Nürtingen; um 1903/04 Teilnahme an einem offenen Zeichensaal der gewerblichen Fortbildungsschule in Göppingen bei Gustav Kolb; 1904-14 Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei Robert Pötzelberger, Christian Landenberger und Adolf Hölzel); 1904 Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund; 1906 Teilnahme an der von Adolf Hölzel geleiteten Sommerexkursion nach Pfullingen; Beginn der regelmäßigen Studienaufenthalte im Brenzer Land; Mitbegründer des Brenzer Heimatmuseums mit seinem Bruder Karl Eberhard und seinem späteren Schwiegervater Jakob Bass; 1908 Sommerexkursion der Stuttgarter Akademie nach Dachau unter der Leitung von Robert von Haug; 1910 Erhalt der Silbernen Medaille der Stuttgarter Akademie anlässlich der Jahresprüfung 1909/10 für sein Gemälde „Mene tekel“; März 1912 Erhalt der Goldmedaille anlässlich der Jahresprüfung 1911/12; Studienreisen nach Frankreich, Italien, Griechenland und in die Türkei; Sommerexkursion nach Monschau unter der Leitung Adolf Hölzels, sowie zuvor gemeinsamer Besuch der Sonderbundausstellung in Köln; März 1913 Erhalt des „Rompreises“; Juni 1914 1. Preis für Malerei vom „Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein“; im Sommer 1914 reist er mithilfe des Rompreises über Paris nach Rom; 1914-18 Kriegsdienst; 1922-24 Lehramt für Bildende Kunst an der VHS Stuttgart; Frühjahr 1924 Reise nach Italien; 1925 Veröffentlichung der Rom-Mappe im Verlag Hugo Matthaes; 1926 Reise nach Paris; 1927 Auftrag für das Wandgemälde „Mutter“ für die Taufkapelle der Stuttgarter Frauenklinik; erneute Romreise; 1929 Glasfensterauftrag für die Bergschule in Giengen an der Brenz; 1932 Heirat mit Maria, geb. Bass; 1934 Umzug in das eigene Haus in der Eduard Steinle-Straße in Stuttgart-Sillenbuch; September/Oktober 1936 Reise in die Schweiz, nach Italien und Österreich; 24.05.1937 Aufnahmeantrag in die NSDAP; 1937 wird im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ das Gemälde „Vision“ aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe beschlagnahmt und später auch bei der dementsprechenden Schau in München ausgestellt; September 1937 Reise zur Pariser Weltausstellung; 1939 Anfertigung zweier großer Gemälde für das Württembergische Landesmuseum Stuttgart; 1940 Anfertigung des Gemäldes „Ruine Hohenrechberg“ für das Rathaus Stuttgart; 1958 Glasfensterauftrag für die neue Schule in Sontheim an der Brenz; Ernennung zum Ehrenmitglied des Stuttgarter Künstlerbundes; 1959 Ernennung zum Museums- und Denkmalpfleger für den Landkreis Heidenheim/Brenz; ab 1961 Beginn einer schweren Augenkrankheit, die schließlich zur Erblindung führt; Werke befinden sich u.a. in der Staatsgalerie Stuttgart, dem Kunstmuseum Stuttgart, in der Sammlung Hermann-Josef Bunte (Hamburg)

Literatur
NAGEL, Gert K. (1986): Schwäbisches Künstlerlexikon; Kunst & Antiquitäten; S. 35
SIGALAS, Vanessa (2014): Heinrich Eberhard (1884-1973). Monografie und Werkverzeichnis der Gemälde; Weimar: VDG
STEIN, Ruth: Ebergard, Heinrich, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 10200034
Stadt Ellwangen / Kunstverein Ellwangen (Hrsg.) (2014): Das Bild einer Stadt. Die Kunst des 20. Jahrhunderts in Ellwangen; Aalen: Wahl-Druck; S. 187-188