H A N S   P A P E

 

Weitere Werke von Hans Pape

 

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Mahlzeit

Holzschnitt auf leichtem sandfarbenem Karton
nicht datiert, um 1925

Blattgrösse: 49,7×70,3cm
Bildgrösse: 45,7×50,4cm
Auflage: ohne Angabe

u.r. in Blei signiert „Hans Pape“, sowie verso u.l. Künstlerstempel in Rot „Hans Pape / Münster Westf. / Saarbrückerstr. 54“
nicht betitelt

€ 175,-

 

 

 

Zustand
am oberen Rand rechts längerer Einriss (etwa 7cm; geht nicht in Bildteil über); am oberen Rand mittig zwei kleinere Einrisse (je etwa 1,5cm); am rechten Rand oben kleiner Einriss (etwa 1cm); am linken Rand mittig kleiner Einriss (etwa 0,6cm); Druckstellen im Blatt; Ecken etwas bestoßen (Ecke u.r. etwas stärker bestoßen); verso durchgehend leicht fleckig

 

 

Hans Pape kam 1925 nach Münster, wurde noch im selben Jahr Mitglied der „Schanze“ und begann sich sofort aktiv in der Künstlerszene in Münster zu engagieren (vgl. Kauder-Steininger 1999: 54). Stilistisch war er anfänglich eher noch expressionistisch orientiert, worauf eine neusachliche Schaffensphase folgte. Der vorliegende Holzschnitt entstand genau in dieser prägenden Phase und zeigt deutlich die damalige neusachliche Ausrichtung Hans Papes. Vater, Mutter und Tochter sitzen am Tisch bei der Mahlzeit. Neben den schwarzen, blockartig gestalteten Personen finden sich nur wenige, mitunter nur ansatzweise dargestellte Motive (Suppentopf, Bilder-, Spiegelrahmen), von denen die am Fenster aufgestellte Topfpflanze als in der damaligen Zeit häufig verwendeter Topos heraussticht. Brillante Ausführung!


 

Zu Hans Pape (01.10.1894 Hamburg – 30.11.1970 Münster):
Maler, Graphiker, Illustrator; Studium an den Kunstakademien in Hamburg und München (bei Peter von Halm); 1925-60 Leitung der Fachklasse für Buchgewerbe und Gebrauchsgrafik an der Werkkunstschule Münster; ab 1925 Mitglied der Künstlergemeinschaft Schanze; ab 1925 übernahm Pape die Gestaltung der meisten Plakate der „Schanze“; 1937 wurden bei der Aktion „Entartete Kunst“ drei Werke beschlagnahmt; zahlreiche Illustrationen für Bücher (u.a. von Hans-Friedrich Blunck, Heinrich von Kleist, Wilhelm Schäfer); anfänglich vom Expressionismus beeinflusst, von dem sich Pape aber Mitte der 1920er Jahre wieder löste; er näherte sich in den 1920er und 1930er Jahren mehr einer neusachlichen Ausrichtung an

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.314-315
KAUDER-STEININGER, Rita (1999): Avantgarde in Münster?, in: Avantgarden in Westfalen? Die Moderne in der Provinz 1902-1933; Ardey-Verlag; Münster; S. 49-58 [hier: 54-55];
HÖLSCHER, Eberhard (1928): Hans Pape [Deutsche Buchkünstler und Gebrauchsgraphiker der Gegenwart]; Sonderdruck aus dem Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik Heft 10/1928