H A N S   H A M M E R

 

Weitere Münchner Künstler

 

Hans Hammer

 

Szene aus dem Ersten Weltkrieg mit Artillerie und Fesselballon

Öl auf fester Pappe
u.r. in Schwarz datiert „27.VI.[19]16“

u.r. in Schwarz signiert „Hans Hammer“, sowie verso o.m. von fremder Hand in Blei mit Name und Lebensdaten des Künstlers bez.
nicht betitelt

€ 920,-

 

                   

 

Grösse: 31x21cm

Zustand
partiell etwas staubig; Ränder mitunter leicht bestoßen; im Bereich oben rechts (etwa in der Mitte des Fesselballons) kleine Retusche; Ecken leicht bestoßen; verso etwas fleckig

 

 

Der aus Nürnberg stammende Hans Hammer war nach seiner Studienzeit in München vornehmlich in der bayerischen Landeshauptstadt ansässig und tätig. Das vorliegende, kleinformatige Werk dürfte dabei womöglich auf persönliche Kriegserlebnisse des Künstlers zurückzuführen sein, obgleich über dessen Kriegsdienst nichts Genaueres bekannt ist. In schnellen, skizzenhaften Strichen zeigt Hammer ein Kriegsgeschehen mit einer Artillerie im Vordergrund, während im rechten Hintergrund gerade ein Fesselballon aufsteigt. Womöglich kann dies auf eine Verortung der Kämpfe nach Frankreich veweisen, wo Fesselballons zur Aufklärung eingesetzt wurde.
„Die Nutzbarkeit dieser bemannten Ballone im Ersten Weltkrieg, vor allem auf deutscher und französischer Seite, blieb trotz relativer Unbeweglichkeit und hoher Verwundbarkeit durch Beschuß unbestritten; insbesondere für das Einschießen der Artillerie und die Beobachtung frontnaher Veränderungen in dem zum Stellungskrieg erstarrten Kampfgeschehen wurde der Fesselballon unentbehrlich“ (Ludwig Bölkow (Hrsg.) (1990): Ein Jahrhundert Flugzeuge; VDI-Verlag; Düsseldorf; S. 374).
Eine sicherlich außergewöhnliche Motivwahl, die von Hans Hammer in flotten, beinahe expressiven Zügen eigenwillig umgesetzt wird.

 

 

Zu Hans Hammer (29.04.1878 Nürnberg – 25.10.1917 München):
Maler, Grafiker; Sohn von Karl Hammer (1845-1897), Direktor der Kunstgewerbeschule Nürnberg; bereits frühzeitig künstlerisch tätig; bis 1897 Besuch des Realgymnasiums Nürnberg; 1898-1901 Studium an der Kunstakademie München (bei Karl Raupp und Heinrich von Zügel); um 1900 in Dachau tätig; nach dem Studium ließ er sich in München nieder, bildete sich privat weiter und war freischaffend tätig (von 1913-17 wohnhaft in der Wilhelm-Düll-Straße 17); 1914 Beteiligung an der „Ersten Internationalen Graphischen Kunst-Ausstellung Leipzig“; Hammer malte bevorzugt Landschaften, Genrebilder, Porträts und Tierdarstellungen

Literatur
GRIEB, Manfred (Hrsg.) (2007): Das Nürnberger Künstlerlexikon; München; K.G.Saur; S. 567
JANSA, Friedrich (Hrsg.): Deutsche Bildende Künstler in Wort und Bild; Leipzig; S. 224