H A N S   B A Y E R L E I N

 

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Ein Strauß Mohnblumen in grüner Vase auf einem Tisch

Gouache auf dünnem, Karton; montiert auf dickerem Karton (dieser zugleich Rahmenrückwand); gerahmt (wohl Originalrahmen [verso auf Rahmenrückwand Etikett von „G. Ziegler Kunsthandlung Bilderrahmen / Nürnberg / Ludwigstr. 1“]); unter Glas
u.r. auf dem Tisch in schwarz datiert „[19]27“

Rahmengrösse: 62×86,2cm
Kartongrösse: 51,6×75,6cm

u.r. auf dem Tisch in schwarz signiert „Hans Bayerlein“
nicht betitelt

€ 900,-

 

 

Zustand
Blatt montiert auf dickem Karton (dieser zugleich Rahmenrückwand); an Rändern mitunter etwas berieben und bestoßen; Ecken leicht bestoßen; verso Rahmenrückwand etwas fleckig und oberflächlich etwas berieben

 

 

Hans Bayerlein war seit 1923 als freischaffender Künstler in Nürnberg tätig. Die vorliegende Arbeit zeigt eines seiner Hauptmotive: das Stillleben. Ein Strauß Mohnblumen steht in einer hohen grünen Vase auf einem braunen Tisch. Der Hintergrund (wohl eine Zimmerwand) präsentiert sich in satter tiefblauer Farbe. Im Gegensatz zu späteren Stillleben Bayerleins aus den 1930er Jahren sind in dieser Arbeit von 1927 noch stärker avantgardistische Tendenzen zu erkennen. Die leichte Perspektivverschiebung von Vase und Tisch, sowie die Farb- und Formgebung der Vase lassen verhalten kubistische Einflüsse erkennen; die satten kontrastierenden Farben zwischen den Mohnblüten und dem Hintergrund verweisen auf eine expressionistische Farbsetzung. Brillantes Werk aus einer verhältnismäßig frühen Phase des Künstlers!

 

 

 

Zu Hans Bayerlein (30.03.1897 Bütthard – November 1979):
+Nicht zu verwechseln mit dem Maler Hans Bayerlein (1889 Bamberg – 1951 ebd.)+
Landschafts-, Blumen- und Stilllebenmaler; der früh verstorbene Vater war Metzger; Hans Bayerlein wuchs mit zwei Brüdern und einer Schester auf; Besuch der Kunstgewerbeschulen in Nürnberg und Würzburg; Weiterbildung als Autodidakt; 1912 Beteiligung an der „Bayerischen Gewerbeschau“ (München); im Ersten Weltkrieg Verwundung mit schwerer Beinverletzung; seit 1923 freischaffend in Nürnberg tätig; 1928 schuf er Fresken in Pottenstein; 1929 in Nürnberg ansässig in der Spenglerstraße 15, ab etwa 1935 hatte er sein Atelier in der Burgkmairstr. 1; 1937 werden bei der Aktion „Entartete Kunst“ sieben Werke aus dem Bestand der Stadt Nürnberg beschlagnahmt; 1939 schuf er Fresken in Pegnitz; 1958 Beteiligung an der Ausstellung „München 1869-1958. Aufbruch zur Modernen Kunst“ (Haus der Kunst, München); ab 1975 war er in der Grünwaldstrasse ansässig; Teile seines künstlerischen Nachlasses befinden sich in der Städtischen Galerie Würzburg; Stadtmuseum Erlangen; Museen der Stadt Nürnberg

Literatur
GRIEB, Manfred (Hrsg.) (2007): Das Nürnberger Künstlerlexikon (Bd. 1); München; K.G.Saur; S.78
Haus der Kunst (Veranst.) (1958): München 1869-1958. Aufbruch zur Modernen Kunst [Katalog zur Ausstellung]; München; Süddeutscher Verlag; S. 167