G E O R G   P E V E T Z

 

Georg Pevetz

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Kreuzigungsszene

Aquarell & Gouache über Bleistiftvorzeichnungen, partiell mit Deckweiß gehöht; auf sandfarbenem Malkarton (Schoellers-Hammer); gerahmt
u.r. in Blei datiert „1931“

u.r. in Blei monogr. „G.P.“, sowie auf Rahmenrückwand auf (teilw. fehlendem) Etikett bez. „Dr. Georg Pevetz“
auf Rahmenrückwand auf Etikett bez. „Fabenskizze [sic!] für Fresco“; Aufbau der Komposition ist in Vielem vergleichbar mit dem Gemälde „Kreuzigung“ (1923) (Abb in: Walther Maria Neuwirth (1966): Georg Pevetz und die Zwanzigerjahr; Wien; S. 85), der Lithographie „Golgatha“ (1925) (Abb. in ebd. S. 73), sowie – bezogen auf die kniende Person links von Christi – vergleichbar mit „Der Prophet“ (1927) (Abb. in ebd. S. 82)

€ 2.100,-

 

Rahmengrösse: 60,4×47,7cm
Blattgrösse: 55×42,2cm

Zustand
in Ecke o.l. kleine Einstichlöcher; im Bereich u.l. zwei kleine Einstichlöcher; Blatt technikbedingt leicht wellig; verso im rechten Bereich etwas fleckig; verso auf Rahmenrückwand teilw. abgerissenes Etikett mit Künstlernamen und Betitelung, sowie mit Bez. „Salzer“, auf Rahmen nochmals in Blei bez. „Salzer“; auf Rückseite der Rahmenrückwand farbschwacher violetter Stempel „Alois Sigl […?]“

 

 

Georg Pevetz schuf mehrere Skizzen/Vorarbeiten zu dem heute zerstörten großen Kreuzigungsgemälde. Die vorliegende Arbeit ist hierin einzuordnen und legt offenkundig, ganz der rückseitigen Betitelung entsprechend, den Schwerpunkt auf die Farbwahl und Farbzusammensetzung. Die mitunter nur in wenigen Strichen ausgeführten Personen leben durch ihre differierende und ganz individuelle satte Farbigkeit. In dem Kontext der ‚großen Kreuzigung‘ steht auch die Lithographie „Golgatha“ von Pevetz. Hierzu schreibt Walther Maria Neuwirth: „Die seit fast zwei Jahrtausenden traditionell dargestellte Menschheitstragödie wurde mit ihrer Dynamik zu einem oft wiederholten Gegenstand der Kunst des Expressionismus, der immer wieder auf die unübertroffene Größe der Matthias Grünewaldschen Interpretation zurückgriff. Den Spuren traditioneller Konzeption folgt auch die hier gebotene Golgathaszene. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Gestik und Mimik steigert Georg Pevetz die Ausdruckskraft der agierenden Gestalten bis zur Grenze der Ekstase. Mit souveräner Sicherheit wirft der mit allen psychologischen Problemen hart ringende Künstler die Zeichnung auf den lithographischen Stein und erhebt diese expressive Darstellung zu einer ergreifenden religiösen Manifestation“ (Neuwirth, W.M. (1966): Georg Pevetz und die Zwanzigerjahr; Wien; S. 72).

Zu Georg Pevetz (06.03.1893 Pettau (heute: Ptuj) – 09.05.1971 Wien):
1903-10 Besuch der Mittelschulen in Marburg, Graz, Wien; 1911 Reifeprüfung am Gymnasium Wien XIII; 1912-14 Studium an der Wiener Akademie (bei Rudolf Jettmar und Rudolf Bacher); 1914-18 Kriegsdienst; 1918-21 Fortsetzung des Studiums an der Wiener Akademie; gleichzeitig Beginn eines Kunstgeschichtsstudiums an der Universität Wien (bei Max Dvorak); 1921 Doktorat der Kunstgeschichte (Thema: Die Entwicklung der Grabplastik Niederösterreichs im XVI. Jahrhundert); 1922 Mitglied im Nötscher Kreis (u.a. Franz Wiegele und Anton Kolig); 1922-25 es entstehen zahlreiche Gemälde; 1825-28 Studienreisen nach Berlin (Förderung durch Max Liebermann und Max Slevogt), in dieser Zeit entstehen Holzschnitte, Lithographien und große Tuschezeichnungen; 1929-35 in Prais Kontakt zu Ambroise Vollard, Maurice Vlaminck, Henri Matisse; Auseinandersetzung mit dem Kubismus; 1940-46 Kriegsdienst und britische Gefangenschaft; 1945 Zerstörung des Ateliers durch Bombenangriff; 1946-53 wohnhaft in Kärnten am Faaker See; 1953 Rückkehr nach Wien

Literatur
NEUWIRTH, Walther Maria (1966): Georg Pevetz und die Zwanzigerjahre; Brüder Rosenbaum; Wien