G A S T O N   V A U D O U

 

Weitere französische Künstler

 

gaston-vaudou

 

„Les deux Ponts, Pierre-Perthuis Yonne“

Öl auf Leinwand; aufgezogen auf festen Karton; gerahmt [wohl Originalrahmen];
nicht datiert, (wohl) um 1935

Rahmengrösse: 67,1×52,5cm
Bildgrösse: 54x38cm

€ 1.300,-

 

 

         

 

u.l. signiert „G. Vaudou“
verso auf der Platte vom Künstler in Blei bez.: „Les deux Ponts, Pierre-Perthuis Yonne“; nicht im Werkverzeichnis von Francois & Olivier Vaudou (in: Georges Borgeaud (1995): Gaston Vaudou; La Bibliotheque des Arts; Lausanne – Paris)

Zustand
teilweise leicht beschmutzt; partiell leichte Retuschen; im linken Bildbereich vereinzelt sehr kleine oberflächliche Farbabriebe; Platte verso berieben und fleckig; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren; verso unterhalb der Betitelung (wohl) vom Künstler in Blei nummer. „200“

 

 

Gaston Vaudou malte bevorzugt Landschaften, die sich durch ihre impressionistische Farbgebung und Lichtsetzung auszeichnen.
Das vorliegende Werk dürfte um 1935 entstanden sein und zeigt einen Blick auf die zwei Brücken in der kleinen französischen Gemeinde Pierre-Perthuis im Département Yonne. Der Betrachter steht an der ruhig dahin fließenden Cure, die sich nur im vorderen rechten Bildbereich dezent zeigt, und blickt auf die beiden signifikanten Bauwerke. Einzelne Personen sind zu erkennen, die, ebenso wie der Künstler (und damit auch der Betrachter), den An- und Ausblick genießen. Ein Großteil der Komposition wird bestimmt durch die satte, sich in den verschiedensten Grüntönen zeigende, mannigfaltige Vegetation. Vaudou wählte für dieses Motiv interessanterweise keinen strahlend blauen Himmel, sondern arrangierte die Landschaft vielmehr bei grau-trübem Wetter, wobei die schweren Wolken mitunter an ein nahendes Gewitter denken lassen. Einzig im Hintergrund, wenn man unter der Brücke zum Horizont blickt, zeigt sich ein kleiner hellblauer Fleck am Himmel.
Wunderschön stimmungsvolle Komposition von Gaston Vaudou!

 

 

Zu Gaston Vaudou (15.06.1891 Tours – 06.02.1957 Paris):
Maler; sein Vater war Lithograph; 1904 Umzug der Familie nach Bordeaux; 1905 Rückkehr nach Tours; 1905-07 lernt bei seinem Vater Drucktechnik und Zeichnen; parallel dazu besucht er Kurs an der Kunstschule in Tours; 1908 Arbeit beim Keramikhersteller Ceramique Herbiniere in Tours; 1910 erhält er eine Förderung der Stadt Tours (1000 Francs) mit deren Hilfe er die Kunstakademie in Paris besuchen kann (im Atelier von Fernand Cormon); 1911-14 Militärdienst; ab 1914 Kriegsdienst; Novemeber 1914 schwer verwundet und Aufenthalt im Hospital in Montfort (Bretagne); 1915-20 durch ein Stipendium der Stadt Tours setzt er seine Studien bei Fernand Cormon fort; 1920 erste Ausstellung im „Le Salon des Artistes Francais“; es folgten weitere Ausstellungen in Paris; 25.09.1920 Heirat mit Isabelle-Lucy Payot; 1920-45 in Vevey (Schweiz) ansässig; 1921 Italienreise; 1922 zahlreiche Aufenthalte in der Bretagne; 1924 erhält er von der Kunstakademie in Paris den Prix Chenavard; 1935 erhält er den Auftrag die Kapelle des Maison Saint Louis in Champtoceaux auszumalen; Vaudou unterrichtet Zeichnen im Pensionat in Tours-de-Peilz, in der St.-Georg-Schule in Clarens und an der Ecole Nouvelle in Lausanne, sowie Malerei in seinem Atelier in Corseaux; zahlreiche Ausstellungen in Frankreich und der Schweiz; in den 1930er Jahren Mitglied der Künstlergruppe „Jeune France“; 1939 richtete er sich in Paris ein Atelier ein; er versucht sich zur Armee zu melden, was aber aufgrund seiner früheren Verletzung vergeblich bleibt; Vaudou malte v.a. Landschaften, Stadtansichten und Portraits