F R I T Z   U R S C H B A C H


Weitere Münchner Künstler

 

Porträt des Bildhauers Wilhelm Neuhäuser (1885 Katzhütte – 1960 Dachau)

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt [Originalrahmen];
o.r. in Rot datiert „[19]31“

Rahmengrösse: 58,2x52cm
Leinwandgrösse: 47×42,4cm

o.r. in Rot signiert „Uch.“, sowie verso auf Leinwand in Schwarz (wohl) von fremder Hand bezeichnet „gemalt von / Fritz Urschbach, Mü.“
nicht betitelt, Porträt des Bildhauers Wilhelm Neuhäuser (1885 Katzhütte – 1960 Dachau), hierzu verso auf der Leinwand in Schwarz bezeichnet

€ 2.000,-

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Zustand
mitunter leicht fleckig; im unteren Bereich sehr schwache Craquelé-Bildung; partiell leichte, dezente Retuschen; verso Leinwand etwas fleckig; auf Keilrahmen o.r. undeutlich beschrieben; Rahmen mit wenigen Gebrauchsspuren (etwas berieben, leichte dezente Ausbesserungen)

Provenienz
im Besitz des Porträtierten Wilhelm Neuhäuser (1885-1960) [Vgl. hierzu beigefügtes Foto, das den Porträtierten im Kaminzimmer zeigt, in welchem das Gemälde zentral über der Tür gehängt ist. (Eine Abbildung des Fotos findet sich am Ende der Artikelbeschreibung.)]

 

 

                

 

 

In expressiv-realistischer Manier zeigt Fritz Urschbach in dem vorliegenden Gemälde das Porträt des Bildhauers und Malers Wilhelm Neuhäuser (1885-1960). Neuhäuser war Gründungsmitglied der Künstlergruppe Dachau und später auch Mitglied der Künstlervereinigung Dachau. In den 1930er Jahren schuf er Porträtbüsten u.a. von Dachauer Künstlerkollegen. Vor diesem Hintergrund ist gut vorstellbar, dass dieses Gemälde als ein ‚künstlerisches Gegenstück‘ zu einer solchen Büste entstand, welche vielleicht Neuhäuser von Urschbach anfertigte.
Urschbach erfasst den Künstlerkollegen in breiten, flächigen Pinselstrichen. Das gesamte Bildnis durchzieht dabei ein leichter bläulicher Grauton aus dem heraus sich die verhalten dezenten Farbtöne bilden. Die gesamte Komposition – Bildnis und Hintergrund – wirken dadurch überaus ruhig, überlegt und beinahe schon kontemplativ. Der Porträtierte selbst hat seinen Kopf leicht zur linken Bildseite geneigt. Durch die weit geöffneten hellblauen Augen und die kleinen Pupillen, erscheint es so als ob Neuhäuser in freudiger Neugierde an dem Betrachter vorbei auf etwas oder in die Ferne schaut.
Als ein schönes und spannendes Detail, zeigt ein vorhandenes Foto den Zeitung lesenden Wilhelm Neuhäuser in einem Kaminzimmer, in dem über der Tür eben jenes Urschbach-Gemälde hängt.

 

 

 

 

Zu Fritz Urschbach (11.12.1880 Venningen – 22.01.1969 München):
Maler, Zeichner, Grafiker; nach mehr als 20jähriger kaufmännischer Tätigkeit fasste er Entschluss Maler zu werden; 1919-26 Studium an der Kunstakademie München (bei Angelo Jank, Hugo von Habermann und Heinrich von Zügel; zuletzt Meisterschüler bei Zügel); 1922 Geburt des Sohnes Rolf; in München Mitglied der „Münchner Secession“ und der „Luitpoldgruppe“; 1924-30 Studienreisen in die Tschechoslowakei, nach Spanien und Paris; 1923-25, 1927-29, 1931 Beteiligungen mit jeweils mehreren Werken an den Glaspalast-Ausstellungen (München); 1933 Beteiligung an der „Staatlichen Kunstausstellung München“ (Neue Pinakothek / Deutsches Museum, München); 1936 Beteiligung an der Ausstellung „Kunstschaffen der Westmark“ (Pfälzische Landesgewerbeanstalt, Kaiserslautern); 1937 werden bei der Aktion „Entartete Kunst“ vier Arbeiten beschlagnahmt; 1941 Beteiligung an der Ausstellung „Kunstschaffen der Westmark“ (Folkwang-Museum, Essen); 1942 Beteiligung an der Ausstellung „Kunstschaffen der Westmark“ (Ausstellungshaus Saarbrücken); 1944 Zerstörung des Ateliers durch Bombenangriff und Umzug aus dem zerbombten München nach Anzing / Höggerloh; 1950 Aufenthalt in der Pfalz; 1954 nach dem Tod seiner Frau Umzug nach München; Ausstellungen u.a. bei der Münchner Sezession, der Großen Kunstausstellung München; April-Mai 2016 zusammen mit Werken seines Sohnes Rolf Urschbach vertreten bei einer Ausstellung im Kulturhaus Holzapfel (Tacherting)

 

 

Zu Wilhelm Neuhäuser (13.12.1885 Katzhütte/Thüringen – 01.01.1960 Dachau):
Bildhauer, Maler, Zeichner; 1899-1903 Besuch der Herzoglichen Industrie- und Gewerbeschule Neustadt/Coburg; 1904-05 eben dort Einrichtung eines Ateliers für keramische Modelle; 1905-06 Besuch der Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden; ab 1909 Besuch der Städtischen Gewerbeschule in München; spätestens seit 1909 entwarf Neuhäuser Modelle für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst (Thüringen); 1910 Anstellung als Modelleur bei der Porzellan-Manufaktur Nymphenburg; 1912 gibt er diese Anstellung auf und beginnt ein Studium an der Kunstakademie München (bei Heinrich von Zügel); 1915 kriegsbedingte Unterbrechung des Studiums, das er 1918-19 fortsetzt; nach dem Ersten Weltkrieg war er auch für die Keramikfabrik L. Wessel AG (Bonn), sowie von 1924-27 für die Porzellanfabrik L. Hutschenreuther (Selb) tätig; ab 1919 in Dachau ansässig; Gründungsmitglied der Künstlergruppe Dachau; Mitglied der Künstlervereinigung Dachau; um 1920 entstehen großformatige Arbeiten in Stein und Holz; in den 1930er Jahren entstehen Porträtbüsten (u.a. von Dachauer Künstlerkollegen)