F R I T Z   K R O N E N B E R G

 

Weitere Werke von Fritz Kronenberg

 

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Norddeutscher Fluss, See mit Anlegestelle und Boot

Lithographie auf Maschinenbütten
nicht datiert, (wohl) um 1950-60

Blattgrösse: 62,7×49,3cm
Auflage: o.A. [Auflage der Griffelkunst-Vereinigung]

u.m. in Blei signiert „F. Kronenberg“
nicht betitelt

€ 80,-

 

 

Zustand
in den vier Ecken je ein kleines Einstichloch; partiell Druckstellen im Blatt; Ecken etwas bestoßen; am linken Rand oben minimaler Papierverlust; im Blattbereich o.r. leichte diagonale Stauchung; Ränder mit leichten Abrissspuren; oberer/unterer Rand leicht bestoßen; in Randbereichen mitunter leicht nachgedunkelt; verso Ecke o.l. leicht fleckig

 

 

 

Über die Bedeutung der Landschaft und deren künstlerischer Darstellung bei Fritz Kronenberg schreibt Emil Maetzel: „Er [d.h. Kronenberg] kam zu einer Landschaftsgestaltung, die im Gegensatz steht zu den meisten modernen europäischen Landschaften, die einen engbegrenzten Bildraum zeigen und von einem geschlossenen Motivausschnitt ausgehen. Ihn reizt die weite, im ewigen Wechsel sich befindende Natur, das Ziehen der Wolken, das fließende oder wellenbewegte Wasser, die vom Wind zerzausten Bäume, die rhytmisch sich wellenden Kornfelder und die über den Erdboden huschenden Lichter, den Stimmungsgehalt will er geben“ (Emil Maetzel (1960): Persönliche Erinnerungen, in: Rolf Italiaander (Hrsg.): Fritz Kronenberg; Hamburg; S. 5-10 [hier: S. 8]). Die vorliegende Lithographie aus der Griffelkunst-Vereinigung zeigt diese Intention Kronenbergs beinahe idealtypisch – die fast in eine Abstraktion gehenden, vom Winde bewegten Blätter, der weite Horizont, das leicht fließende Wasser, sowie nicht zuletzt die alles überdeckenden Wolken. In wenigen Strichen erfasst Kronenberg in seiner ganz eigenen Ausdrucksweise den Moment und hält die Atmosphäre trefflich für den Betrachter fest.

Zu Fritz Kronenberg (13.12.1901 Köln – 04.04.1960 Hamburg):
Besuch der Holz-Bildhauerklasse (Köln); 1920-23 gemeinsam mit Karl Kluth Zeichenstudium an der Akademie in Karlsruhe; 1923 Reisen nach u.a. USA, Spanien, Nordafrika; 1924 Reise nach Norwegen; 1925 Übersiedlung nach Paris, dort Atelier in der rue Royer Collard; Bekanntschaft mit Georges Braqu, Hellmuth Kolle, Wilhelm Uhde; 1925-1927 Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Köln; ab 1927 freischaffend in Hamburg; Heirat und weitere Studienreisen; 1927 Beteiligung der Ausstellung der Hamburgischen Sezession; 1931 Beitritt zur Hamburgischen Künstlerschaft; ab 1931 verschiedene öffentliche Aufträge in Hamburg; 1932 Beitritt zur Hamburgischen Sezession; ab 1933 Rückzug; 1935 malte er mit Maetzel und Ruwoldt auf Hiddensee; 1937 wurden zehn Arbeiten bei der Aktion -Entartete Kunst- beschlagnahmt; 1938 Reise durch den brasilianischen Urwald; 1940 zweite Heirat; Einsatz als Dolmetscher in einem französischen Gefangenenlager; 1943 Wohnung und Atelier fielen Bombenangriff zum Opfer; bis 1949 außerhalb von Hamburg sesshaft; 1949 Rückkehr nach Hamburg; in den 1950ern weitere Studienreisen; 1958 Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.249-252