F R I E D R I C H   W I L H E L M   M O O K

 

 

Friedrich Wilhelm Mook

 

„Bei Hohemark“ (Taunus)

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
u.l. geritzt datiert „1931“, sowie verso am Keilrahmen o.l. nochmals etwas farbschwach in Blei datiert

u.l. geritzt signiert „FWMook“, sowie verso am Keilrahmen o.l. nochmals etwas farbschwach in Blei sign.
verso am Keilrahmen o.l. etwas farbschwach in Blei betitelt: „Bei Hohemark“; nicht im Werkverzeichnis von Edith Valdivieso-Schröpfer (2008)

€ 1.300,-

 

 

                 

 

Rahmengrösse : 90,7×70,7cm
Leinwandgrösse: 80x60cm

Zustand
partiell leicht beschmutzt; mitunter leichte Craquelé-Bildung; verso am Keilrahmen u.l. handschriftlich beschriebenes Etikett (teilw. abgerissen); Rahmen mit wenigen leichten Gebrauchsspuren

 

 

Ab 1921 bis 1928-29 bereiste Friedrich Wilhelm Mook immer wieder die Alpenregion und hielt dort seine Eindrücke malerisch fest. Als sich die Weltwirtschaftskrise auch im Umfeld des Künstlers bemerkbar machte, gingen seine Verkäufe und damit seine Einnahmen zurück. „Sein knappes Einkommen konnte er durch Tauschgeschäfte mit Lebensmittelhändlern, Kaufleuten und Handwerkern verbessern, indem ausstehende Rechnungen, etwa beim Bäcker oder Metzger, mit Bildern beglichen wurden. Möglicherweise ist auf diese Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zurückzuführen, daß ab 1929 keine weiteren Reisen in die Alpen durchgeführt wurden“ (Edith Valdivieso-Schröpfer (2008): Friedrich Wilhelm Mook (1888-1944). Ein Frankfurter Maler; Henrich Druck + Medien GmbH; Frankfurt a.M.; S. 43).
Das vorliegende Gemälde entstand wenige Jahre nach dieser hier geschilderten existenziell einschneidenden Situation.
Der rückseitigen Lokalisierung folgend blicken wir als Betrachter auf einen herbstlichen Wald bei der Hohen Mark im Taunus. Der Frankfurter Künstler fand immer wieder in den Landschaften und vor allem in den Wäldern seiner hessischen Heimat Motive für Gemälde, welche er noch vor Ort auf einer Staffelei malte (vgl. ebd.; S. 78). Und explizit waren dabei die Wälder der Hohe Mark öfters anregend für Mooks Schaffen (wie bspw. die Gemälde „Bei Hohemark“ (1913, G127), „Taunus, Zur Hohemark“ (1934, G276), „Steinbruch bei Hohemark“ (1934, G277)).
Mook versetzt uns hier auf einen kleinen Waldweg, welcher sich in zarter Farbgebung leicht abhebt. Umgeben sind wir von einem herbstlichen Mischwald, der sich in satten, kräftigen Farben zeigt. Gerade im Vordergrund sind diese Farben flächig und überaus schwungvoll mit dem Pinsel aufgetragen, so dass die Ansicht in ihrer Vitalität spürbar und erfahrbar wird. Im mittleren Bildbereich fällt der Wald etwas ab, bevor sich im Hintergrund erneut eine Hügelkette erhebt, welche sich nun in einem zarten Violett präsentiert. Über allem liegt ein wohl leicht wolkenverhangener Tag.
Interessanterweise bleibt der Einfall des Sonnenlichts gänzlich unbeachtet. Weder am Himmel lässt sich hierzu etwas erkennen, noch finden sich irgendwo Schattenwürfe von Bäumen. Durch dieses wohl ganz bewusste Weglassen einer externen Lichtquelle scheinen die Bäume und Sträucher in ihrer Farbigkeit aus sich selbst heraus zu leuchten, was diesem Herbstwald einen vielleicht als lyrisch zu umschreibenden Klang verleiht.
Wunderschön ausgeführte, farbprächtige Landschaftskomposition des Frankfurter Malers!

 

 

Zu Friedrich Wilhelm Mook (14.03.1888 Frankfurt a.M. – 28.01.1944 ebd.):
Maler; Sohn des Kaufmanns Anton Mook und dessen Frau Anna, geb. Thiel; nach der mittleren Reife beginnt er eine Ausbildung im väterlichen ‚Kunstwarenhaus‘; im Winter 1907-08 erhält er Unterricht von dem Frankfurter Bildhauer und Maler Johann Heinrich Limpert; November 1908 bis März 1909 Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Walter Georgi); durch eine schwere Herzinnenhautentzündung wird er ein Jahr ans Bett gebunden; 1909 Rückkehr nach Frankfurt a.M.; 1910 erste Ausstellungsbeteiligung bei der Jahresausstellung Frankfurter Künstler im Frankfurter Kunstverein; 1911 Aufenthalt in den Salzburger Bergen; März 1914 erste Einzelausstellung im Frankfurter Kunstsalon Schneider; im Juli 1914 Reise nach Spiekeroog; 1915 Reise nach Südtirol in die westlichen Dolomiten; 1916 Beteiligung an der Ausstellung der „Münchner Sezession“, wodurch er überregionale Bekanntheit erlangt; 1917 erwirbt das Städelsche Kunstinstitut das Gemälde „Bildnis des Malers Deubel“ (1911); März 1918 Tod des Vaters; Sommer 1921 Reise in die bayerischen Alpen; bis 1928-29 folgen weitere Reise in alpine Hochgebirge; auf einer solchen Reise lernt er seine zukünftige Frau Emilie Find in einem Münchner Antiquitätenladen kennen; 17.10.1922 Heirat; 28.12.1922 erhält er den „Ersten Prämienpreis“ des Frankfurter Kunstvereins für sein Gemälde „Am Bleibiskopf“; 1923 Geburt der Tochter Agnes; 1925 das Städelsche Kunstinstitut erwirbt das Gemälde „Eichbaum“; 1926 wird er Vorstandsmitglied des Frankfurter Kunstvereins; Geburt der Tochter Gertrud; 1927 Vorstandsmitglied des Mitteldeutschen Kunstgewerbevereins; 1929 Mitglied im Ehrenausschuss und im Verwaltungsrat der vom Frankfurter Kunstverein veranstalteten ‚Jubiläums-Ausstellung gegenwärtiger Frankfurter Kunst‘ zum hundertjährigen Bestehen des Frankfurter Kunstvereins; 1932 erhält er von der Ärzteschaft des St. Markus-Krankenhauses den Auftrag den Chefarzt Otto Loewe als Jubiläumsgeschenk zu porträtieren; 1933 Mitglied der Frankfurter Künstlergesellschaft; 1938 Mitglied des „Taunusbundes“; 1939 Aufenthalte in Miltenberg, Schotten, Würzburg und im Odenwald; 1941 Tod der Mutter; 1943 zunehmend gesundheitliche Probleme; am 22.03.1944 wird bei einem Bombenangriff auf Frankfurt a.M. ein Großteil seines Schaffens zerstört; Mook stirbt an Sekundenherztod im Bürgerhospital Frankfurt a.M.

Literatur
VALDIVIESO-SCHRÖPFER, Edith (2008): Friedrich Wilhelm Mook (1888-1944). Ein Frankfurter Maler; Henrich Druck + Medien GmbH; Frankfurt a.M.