E R N S T   W Ö H L K

 

 

ernst-wöhlk

 

„Bei Homes [i.e. Homs]“

Aquarell über Bleistiftvorzeichnungen; auf dünnem, leicht bräunlichem transparentem Papier; an den Ecken befestigt/gekelbt auf hellen Karton (Klebung u.l. gelöst)
u.r. datiert „Febr. 1918“

€ 290,-

 

   

 

Grösse des unterlegten Kartons: 29,8×21,2cm
Blattgrösse: 21,9×12,9cm

u.r. signiert „Wöhlk“
u.r. etwas undeutlich bez./lokalisiert (wohl) „Bei Homes [i.e. Homs]“

Zustand
Blatt an den Ecken befestigt/gekelbt auf hellen Karton (Klebung u.l. gelöst); partiell etwas nachgedunkelt; partiell etwas stockfleckig; unterer Rand etwas unsauber beschnitten; im Bereich u.r. (etwas links von der Signatur) leichter Einriss (Länge etwa 0,3cm); im Bereich o.l. leichte Druckstelle; unterlegter Karton mit Druckstellen und etwas fleckig

 

 

Ernst Wöhlk wurde 1913 an die Kunstakademie Dresden aufgenommen und begann dort sein Studium bei u.a. Robert Sterl und Richard Müller. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete diese Studienphase abrupt. Anfangs war Wöhlk in Rußland eingesetzt. „Bald meldete er sich dann als Freiwilliger in die Orientarmee des Kaisers. Er geriet im damaligen Palästina in britische Kriegsgefangenschaft. Seine künstlerischen Fähigkeiten bewahrten ihn vor mancher Not im Lager, eröffneten ihm einige Vorteile und Freiheiten“ (MANITZ, Bärbel (1998): Natur und Figur – Zum Werk von Ernst Wöhlk, in: Katalog zur Ausstellung „Ernst Wöhlk (1894-1977) Natur und Figur“ [Ausstellung in der Markthalle Heide 12. Februar bis 5. März 1998]; S. 3-7 [hier: 5]). Die vorliegende auf den Februar 1918 datierte Zeichnung dürfte in dieser Zeit, d.h. wohl bereits während der Gefangenschaft, entstanden sein. In der ganz unverwechselbaren und zugleich schwer zu lesenden Handschrift kann man die unten rechts angebrachte Lokalisierung als Homs (heute im westlichen Syrien) identifizieren. Ungemein farbenprächtige, lichtintensive Komposition aus einer frühen, prägnanten Phase des holsteinischen Künstlers!

 

 

Zu Ernst Wöhlk (30.01.1894 Gettorf / Schleswig – 1977 Hamburg):
ab 1906 in Heide (Holstein) ansässig, dort übernahm der Vater die Gastwirtschaft „Holsteinisches Haus“ (Markt 5); Beginn einer handwerklichen Lehre, die er jedoch wieder abbrach; 1913-14 Studium an der Kunstakademie Dresden (bei Ernst Oskar Simonson-Castelli, Robert Sterl und Richard Müller); 1915-18 Kriegsdienst in Russland und Afrika; britische Kriegsgefangenschaft; 1920-22 Fortsetzung des Studiums an der Kunstakademie München (bei Peter von Halm und Angelo Jank); Abbruch des Studiums aufgrund wirtschaftlicher Probleme, die ihn zur Rückkehr nach Hiede zwangen; in Heide als freischaffender Maler tätig; ab 1934 in Hamburg ansässig; 1944 eingezogen zur Luftschutzwache der Hamburger Polizei; nach 1945 kein Einstieg mehr in das öffentliche Kunstleben; in den 1950er Jahren verschiedene Reisen nach u.a. Frankreich, Portugal, Spanien

Literatur
MANITZ, Bärbel (1998): Natur und Figur – Zum Werk von Ernst Wöhlk, in: Katalog zur Ausstellung „Ernst Wöhlk (1894-1977) Natur und Figur“ [Ausstellung in der Markthalle Heide 12. Februar bis 5. März 1998]; S. 3-7
JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 526