E R N S T   S T E R N

 

Weitere Werke von Ernst Stern

 

Ernst Stern: Das Urviech

 

„Das Urviech“

Tusche, Deckweiß über Bleistiftvorzeichnungen auf leichtem Karton, verso am oberen Rand durch zwei Klebestreifen in Passepartout gesetzt
nicht datiert, wohl 1916

Passepartoutgrösse: 48x32cm
Blattgrösse: 30x27cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 26,1×24,9cm

verkauft

 

 

 

                     

 

u.r. in Schwarz signiert „Ernst Stern“, verso o.l. in Blei (wohl) signiert „Ernst Stern“, sowie im Stempel im Passepartout handschriftlich mit Künstlername bez.

betitelt in „Jugend“ mit „Das Urviech“ (1916, Jg. 21, Heft 22, S. 444 (eine Abbildung der relevanten Seite aus der Zeitschrift „Jugend“ ist am Ende der Artikelbeschreibung angefügt); ebenso im Passepartout am unteren Rand in blauer Tinte (wohl) von Dr. Denzel bez., sowie mit dem dazugehörigen Text versehen (hier irrigerweise der Verweis auf „Jugend 1916/26 S. 445“)

Zustand
Karton verso am oberen Rand durch zwei Klebestreifen in Passepartout gesetzt; in den Randbereichen leicht nachgedunkelt; in den Randbereichen und teilweise im Bildbereichen in Deckweiß ausgeführte Korrekturen vom Künstler; partiell leicht fleckig; verso u.r. wohl frühere Preisangabe „RM 8,-“; Passepartout mit leichten Druckstellen

Provenienz
Dr. Friedrich Wilhelm Denzel (München) [hierzu auf dem unterlegten Karton mittig (vom Blattverdeckt) dunkelvioletter Stempel; weiterhin verso auf Blatt u.r., sowie im Passepartout je kleiner blauer Stempel „G+W D“ [(wohl) Georg + Wilhelm Denzel; Georg Denzel (1873-1959 war der Vater von Friedrich Wilhelm]]

 

 

Text zu der Illustration:
„Das Urviech: ‚Ich habe die Ehre, Ihnen hier den britischen Löwen vorzuführen! Er hat den größten Rachen unter allem Getier der Welt, frißt ausschließlich kleine Nationen und ist sehr musikalisch: er pfeift auf amerikanische Noten!‘“

 

 

Zu Ernst Stern (01.04.1876 Bukarest – 28.08.1954 London):
Rumänisch-deutscher Bühnenbildner, Zeichner, Maler, Grafiker, Illustrator; Ernst Julian Stern stammte aus einer gutbürgerlichen, jüdischen Familie in Bukarest; Besuch der Handelsakademie in Wien; ab 1894 Besuch der Kunstakademie München (bei Nikolaus Gysis und Franz von Stuck); Stern arbeitet als Illustrator für die „Jugend“ und den „Simplicissimus“; Mitglied der Münchner Sezession; gelegentlich hatte er Auftritte beim Kabarett „Elf Scharfrichter“; 1905 Umzug nach Berlin und dort u.a. tätig für die „Lustigen Blätter“; 1906 wurde er von Max Reinhardt für das Deutsche Theater engagiert und war bis zu Reinhardts Weggang 1921 dort tätig; Mitglied der Berliner Secession; ab 1918 entwirft Stern auch Filmkulissen und arbeitet hierbei u.a. zusammen mit Friedrich Wilhelm Murnau, Ernst Lubitsch, Richard Oswald, Max Mack, Carl Froelich und Wilhelm Dieterle; 1924 Ernennung zum Ausstattungsleiter am Großen Schauspielhaus; 1934 ging er nach Hollywood, um an dem Film „Caravane“ zu arbeiten; später im Jahr 1934 verzog er nach London und blieb dort ansässig; Stern war weiterhin als Bühnenbildner tätig

Literatur
GÜLKER, Bernd A. (2001):Die verzerrte Moderne: die Karikatur als populäre Kunstkritik in deutschen satirischen Zeitschriften; LIT-Verlag; Münster; S. 215-216
HOMEYER, Fritz (1966):Deutsche Juden als Bibliophilen und Antiquare; J.C.B. Mohr; Tübingen; S. 101-102
PFEFFERKORN, Rudolf (1972): Die Berliner Secession. Eine Epoche deutscher Kunstgeschichte; Haude + Spenersche Verlagsbuchhandlung; Berlin; S. 104
WENIGER, Kay (2011):’Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben…‘ Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht; Acabus-Verlag; Hamburg; S. 487-488