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Zu Friedrich Erich Rein (18.02.1899 Mitwitz (Oberfranken) – 26.05.1960 Stockburg):
Maler, Bildhauer; dritter von vier Söhnen des Rentamtverwalters Friedrich Otto Rein (1863-1914) und dessen zweiter Frau Marie Margarethe, geb. Hinzsch (1860-1954); die Beamtenfamilie wohnte anfangs in dem zum Unteren Schloss gehörigen Forsthaus und verzog 1898 in einen Seitenflügel des Unteren Schlosses; 1909 bis Ostern 1915 Besuch des humanistischen „Alten Gymnasiums“ in Schweinfurt; in dieser Zeit zusammen mit seinem Bruder Hermann Engagement in der Wandervogel-Bewegung; im Sommer 1914 stirbt der Vater; Oktober 1915 bis Februar 1917 Studium an der Kunstakademie Leipzig; 13.02.1917 Exmatrikulation und 1 1/2-jährige Militärzeit (ein Jahr Grundausbildung, sowie Kriegsteilnahme im Westen); Herbst 1918 Rückkehr und wohl ab Ende 1918 in Karlsruhe bei einem Onkel mütterlicherseits ansässig; 1919-21 Besuch der Kunstakademie Karlsruhe (Erich Rein belegte wohl Tages-, Abendkurse in Malerei und Bildhauerei, war aber wohl nicht immatrikuliert); 1921-22 Besuch der Kunstakademie München (wohl nur mehrere Monate); etwa ab Frühsommer 1921 schloss er sich der Gutacher Malerkolonie an; bei ihm war seine damalige Verlobte Auguste (Tutti) Aschenbrenner; Reins Mentor war zu dieser Zeit Curt Liebich (1868-1937); im Mai 1922 kam Karl Kühnle nach Gutach und wurde Reins Schüler, beide verband eine Freundschaft; in dieser Zeit entstanden vor allem Landschaften und Porträts; 1926 löst Tutti Aschenbrenner wohl auf Drängen ihres Vaters die Verlobung; Erich Rein verlässt kurz darauf die Gutacher Malerkolonie und verzieht in das 40km östlich gelegene Dorf Stockburg; Rein begann mit dem Bau eines Künstlerhauses aus unbehauenem Naturstein im südtiroler Stil, was ihn jahrzehntelang in Anspruch nahm; 1929-30 häufigere Aufenthalte in Triberg (während diesen schuf er u.a. die künstlerische Gestaltung der Wallfahrtskirche „Maria in der Tanne“); Rein erhielt vermehrt öffentliche Aufträge; in den frühen 1930er Jahren Konversion zum Katholizismus; Mitte der 1930er Jahre wieder in Stockburg ansässig und intensive Arbeiten an seinem Haus; Rein hatte Bekanntschaft mit u.a. Hermann Wiehl (1900-1978), Willi Dorn (1916-1995); nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs versuchte er sich durch häufige Aufenthaltswechsel, sowie wechselnde Verstecke der drohenden Einziehung zu entziehen, bis er schließlich im Mai 1944 vom Wehrbezirkskommando in Donaueschingen als ‚völlig untauglich‘ aus dem Wehrpflichtverhältnis entlassen wurde; 03.10.1942 Heirat mit Ruth Körner (1919-1997), die zu ihm nach Stockburg zog; die wirtschaftliche Lage wurde schlechter, so dass Rein immer mehr öffentliche Aufträge annehmen musste; 1948 Geburt der Tochter Angelika; 1949-50 erhielt er den Auftrag ein großformatiges Gemälde „Fastnachtsszene“ (2×2,6m) für die Gemeinde Villingen zu malen, welches die bekanntesten Fastnachtsmitglieder aus Villingen zeigt; 1950-51 schuf er im Auftrag des „Lindenvereins“ aus seinem Heimatort Mitwitz ein Gruppenporträtgemälde der Mitglieder des Gesangsvereins; ab den frühen 1950er Jahren nahmen die öffentlichen Aufträge ab, Rein wandte sich erneut mehr dem Hausbau zu und erteilte zudem Gymnastik- und Ballettunterricht in Trieberg; ab 1954-55 verließ er seine Familie und war fortan im Rheinland und in Westfalen tätig; er war hier v.a. als Bildhauer und Kirchenrestaurator tätig; weiterhin Reisen nach Italien, in die Schweiz, nach Tirol; Sommer 1959 Rückkehr nach Stockburg zu seiner Familie

Literatur
SCHUMANN, Klaus Peter (2011): Ein Nachfolger Hans Thomas? Ein Epigone Ernst Barlachs? Zu Biografie und Werk des Malers und Bildhauers Erich Rein (1899-1960), in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde; Bd. 89; Aschendorff; Münster; S. 301-349