E R I C H   H A R T M A N N

 

Erich Hartmann

Erich Hartmann (Rückseite)

 

Weitere Werke von Erich Hartmann

 

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recto: „Soldaten im Krieg“
verso: (wohl) Vorarbeit für das Werk „Kartoffelernte“

Öl und Gouache auf dickerem Karton
nicht datiert, wohl 1939-43 [so die Datierung im WVZ für „Soldaten im Krieg“; für die „Kartoffelernte“ lässt sich aufgrund der Nähe zum gleichnamigen Ölgemälde (WVZ #124) u.U. auch eine Datierung um 1934 annehmen]

Grösse: 86,8×63,3cm

nicht signiert; verso u.r. Stempel des Nachlassverwalters Erwin Grützbach/Buxtehude (mit dessen Unterschrift)
nicht betitelt, recto: im WVZ betitelt als „Soldaten im Krieg“ (WERNER, Stefanie Kristina (2011):Erich Hartmann (1886-1974). Leben und Werk eines Hamburger Malers.(Diss.) [Katalog]; S.100) – verso: wohl Vorarbeit für das Werk „Kartoffelernte“ (vgl. im WVZ #124 (S.40), #244 (S.67)); die Arbeit verso ist im WVZ nicht aufgeführt

€ 2.700,-

 

 

Zustand
Ecken/Kanten bestoßen; insgesamt etwas beschmutzt(verso Lagerspuren); an allen Seitenrändern (oben, unten, links, rechts) je drei technikbedingte kleine Einstichlöcher; dabei bildeten sich in der Ecke r.u. und am linken Rand mittig kleine Risse (vom Einstichloch bis zum Kartonrand); recto partiell Verluste der Farbschicht; recto u.l. und u.m. mehrere, kleine Druckstellen (Durchmesser je etwa 1mm), die verso durchschlagen

Provenienz
Galerieb Elbdörfer (Hamburg)

 

 

 

 

Das vorliegende doppelseitige Werk stellt im Schaffen Hartmanns eine gewisse Besonderheit dar. Die verso dargestellte „Kartoffelernte“ ist einzuordnen in die „Spiegelung der Alltagswelt“ (Werner 2011: 167), die sich durch Hartmanns Werk zieht. In nur wenigen Strichen und mit einer sehr reduzierten Farbpalette entsteht vor dem Auge des Betrachters das Bild eines knienden Paares bei der Ernte. Gerade dieses Motiv schuf mindestens noch zweimal (WVZ #124 (S.40), #244 (S.67)), so dass angenommen werden kann, dass es sich bei dem hier rückseitigen Werk um eine Vorarbeit handelt. Die recto ausgeführte Komposition ist eine der seltenen Soldaten-, Kriegsdarstellungen im Schaffen Erich Hartmanns. Unter Umständen handelt es sich hierbei um einen eingereichten Entwurf für ein ausgeschriebenes Wandbild (vgl. hierzu: Werner 2011: 137-138), obgleich hierfür wohl Papier als Bildträger üblicher gewesen wäre als Karton. „Der Stil, in dem Hartmann das Bild ausführte, entspricht mit der ‚Gesichtslosigkeit‘ der Figuren, den roten Konturlinien und -strichen und der flächigen, nicht topografisch einzuordnenden Landschaft dem Sezessionsstil. […] Sollte Hartmann diese Skizze als Entwurf für ein Wandbild eingereicht haben, kann er damit eigentlich nur Ablehnung hervorgerufen haben“ (Werner 2011: 138).

Zu Erich Hartmann (07.01.1886 Elberfeld – 23.09.1974 Sylt):
Bereits als Jugendlicher zeichnerisch tätig; 1903-06 Kunststudium an der Düsseldorfer Akademie (bei Prof. Eduard von Gebhardt); im Anschluss Studium an der Privatkunstschule Hermann Gröber (München); Sommer 1908 Studium bei Peter von Halm (erlernen des Radierens); bis 1909 tätig im Pariser Atelier Stettler beim Simon und Menard; 1909-11 freischaffend tätig in München, Dortmund, Paris; Reisen in Deutschland, nach Italien und Russland; Ausbildungende 1912 (Münchener Akademie); bis 1914 lebte er in Paris; Kriegseinsatz als Dolmetscher und Soldat; nach einer Verletzung kam er in ein Lazarett in Altona und blieb anschließend dort; März 1917 Heirat mit Ida Jenichen; finanzielle Not beherrschte die junge Familie; bis 1924 konnte Hartmann bei der Kaiverwaltung Hamburg dazu verdienen; 1922-44 Dozent an der privaten Kunstschule von Gerda Kopel; 1924 dreimonatiger Studiensaufenthalt in Italien; 1919 Beitritt zur Hamburgischen Sezession, dem Deutschen Künstlerbund und der Hamburgischen Künstlerschaft; 1925 Mitglied im Altonaer Künstlerverein; Hartmann engagierte sich kulturpolitisch; 1932 Unterstützung durch die Künstlernothilfe; 1933 wurden Wandbilder Hartmanns (von 1929) in der Mensa Neue Rabenstraße (Hamburg) vernichtet); 1934 Zuweisung eines Ateliers im Ohlendorffhaus; weitere vernichtete Wandbilder waren in den Turnhallen der Schulen in Fuhlsbüttel (von 1926) und in Horn (von 1931); Sommer 1934 Studienreise nach Norwegen; 1935 wurde ein Bild von Erich Hartmann acht Tage nach der Ausstellungseröffnung in der Hamburger Kunsthalle abgehängt; 1936 Studienreise nach Italien (mit Unterstützung der Amsinck-Stidtung); kein Kriegseinsatz; 1937 werden elf Arbeiten bei der Aktion -Entartete Kunst- beschlagnahmt; 1946-53 Professur an der Landeskunstschule Hamburg; 1955 Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg; Ehrenmitglied des BBK Hamburg

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Gallitz; S.180-183
WERNER, Stefanie Kristina (2011): Erich Hartmann (1886-1974). Leben und Werk eines Hamburger Malers. Mit einem Verzeichnis der Gemälde und der -Kunst am Bau- (Diss.)