E R I C H   H A R T M A N N

 

Weitere Werke von Erich Hartmann

 

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„Hammer im Hämmerthal“

Aquarell und Tusche über leichten Bleistiftvorzeichnungen; auf leichtem sandfarbenem Zeichenpapier; am oberen Rand durch zwei Klebestreifen in Passepartout gesetzt
u.r. datiert „15.4.1901“

Passepartoutgrösse: 31,9×24,9cm
Blattgrösse: 25,3×18,2cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 21,9×14,9cm

€ 275,-

 

 

u.r. signiert „E. Hartmann“;
u.r. bez./lokalisiert: „Hammer im Hämmerthal“; nicht im WVZ (Werner 2011)

 

Zustand
Blatt am oberen Rand durch zwei Klebestreifen in Passepartout gesetzt; Blatt vereinzelt etwas stockfleckig; Ecke o.r. mit minimalem Materialverlust; in Ecke u.r. in Blei bez. „N21“; verso vom Nachlassverwalter in Blei bez. „fotogr.“; verso etwas fleckig

 

 

 

 

„Bereits als Jugendlicher hatte Erich Hartmann […] mit dem Zeichnen und Aquarellmalen begonnen, so dass der Entschluss Maler zu werden, nicht überraschend gefasst wurde“ (Werner 2011: 13 [Textband]). Dieser Entschluss wurde nach dem Schulabschluss zu Ostern 1903 durch die Einschreibung an die Düsseldorfer Kunstakademie in die Tat umgesetzt. Das vorliegende Aquarell ist zeitlich noch gut zwei Jahre vor dem Beginn der eigentlichen künstlerischen Ausbildung anzusiedeln. Am 15. April 1901 malte der damals 15jährige diesen Blick auf eine nicht näher lokalisierte Mühle im ‚Hämmerthal'[?]. Es kann angenommen werden, dass diese Mühle in der Gegend bei/um Wuppertal liegt (oder lag?). Das Mühlrad dreht sich nicht, es fließt kein Wasser, so dass sich die Frage stellt, ob schon zu Hartmanns Zeiten die Mühle stillstand. Rechts am Rand liegen drei Mühlsteine. Fein und sehr sorgfältig gemalte Komposition, die zu den frühesten künstlerischen Zeugnissen Erich Hartmanns zählt.

Zu Erich Hartmann (07.01.1886 Elberfeld – 23.09.1974 Sylt):
Bereits als Jugendlicher zeichnerisch tätig; 1903-06 Kunststudium an der Düsseldorfer Akademie (bei Prof. Eduard von Gebhardt); im Anschluss Studium an der Privatkunstschule Hermann Gröber (München); Sommer 1908 Studium bei Peter von Halm (erlernen des Radierens); bis 1909 tätig im Pariser Atelier Stettler beim Simon und Menard; 1909-11 freischaffend tätig in München, Dortmund, Paris; Reisen in Deutschland, nach Italien und Russland; Ausbildungende 1912 (Münchener Akademie); bis 1914 lebte er in Paris; Kriegseinsatz als Dolmetscher und Soldat; nach einer Verletzung kam er in ein Lazarett in Altona und blieb anschließend dort; März 1917 Heirat mit Ida Jenichen; finanzielle Not beherrschte die junge Familie; bis 1924 konnte Hartmann bei der Kaiverwaltung Hamburg dazu verdienen; 1922-44 Dozent an der privaten Kunstschule von Gerda Kopel; 1924 dreimonatiger Studiensaufenthalt in Italien; 1919 Beitritt zur Hamburgischen Sezession, dem Deutschen Künstlerbund und der Hamburgischen Künstlerschaft; 1925 Mitglied im Altonaer Künstlerverein; Hartmann engagierte sich kulturpolitisch; 1932 Unterstützung durch die Künstlernothilfe; 1933 wurden Wandbilder Hartmanns (von 1929) in der Mensa Neue Rabenstraße (Hamburg) vernichtet); 1934 Zuweisung eines Ateliers im Ohlendorffhaus; weitere vernichtete Wandbilder waren in den Turnhallen der Schulen in Fuhlsbüttel (von 1926) und in Horn (von 1931); Sommer 1934 Studienreise nach Norwegen; 1935 wurde ein Bild von Erich Hartmann acht Tage nach der Ausstellungseröffnung in der Hamburger Kunsthalle abgehängt; 1936 Studienreise nach Italien (mit Unterstützung der Amsinck-Stidtung); kein Kriegseinsatz; 1937 werden elf Arbeiten bei der Aktion -Entartete Kunst- beschlagnahmt; 1946-53 Professur an der Landeskunstschule Hamburg; 1955 Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg; Ehrenmitglied des BBK Hamburg

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Gallitz; S.180-183
WERNER, Stefanie Kristina (2011): Erich Hartmann (1886-1974). Leben und Werk eines Hamburger Malers. Mit einem Verzeichnis der Gemälde und der -Kunst am Bau- (Diss.)