E R H A R D T   E R D M A N N

 

Weitere Werke von Erhardt Erdmann

 

 

Szene aus dem Avus-Rennen 1932 mit dem Sieger Manfred von Brauchitsch im Mercedes SSKL (Nr. 31) und dahinter der zweitplatzierte Rudolf Caracciola im Alfa Romeo Monza (Nr. 33)

Kreide, teilweise gewischt, auf leicht strukturiertem Karton
u.l. datiert „[19]32“

Grösse: 35,3×48,5cm

€ 700,-

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u.l. gekürzt signiert, sowie rechts daneben nochmal voll signiert „Erhardt Erdmann“
nicht betitelt, Szene aus dem Avus-Rennen 1932 mit dem Sieger Manfred von Brauchitsch im Mercedes SSKL (Nr. 31) und dahinter der zweitplatzierte Rudolf Caracciola im Alfa Romeo Monza (Nr. 33); u.U. handelt es sich hierbei um eine Illustrationsvorlage

Zustand
Ecken sehr leicht bestoßen; im Eckbereich u.r. kleine Knickspur; im Bereich o.r. bräunlicher Fleck; Blattränder mitunter leicht uneben zugeschnitten; in den Randbereichen leicht nachgedunkelt; verso etwas fleckig, sowie am oberen Rand Reste früherer Befestigung (braune Klebestreifen), sowie o.l. Bezeichnungen / Angaben in Blei

 

 

Nach seinem Studium an der Kunstakademie in Königsberg (1920-23) verzog Erhardt Erdmann nach Berlin und war fortan dort ansässig und tätig. Er schuf Illustrationen für Zeitungen, Zeitschriften und entwarf Buchgestaltungen. Zu dieser Zeit bildeten sich bereits die beiden favorisierten Sujets heraus, welche er immer wieder und in den verschiedensten Varianten aufgriff: das Pferd und der Sport.
Vorliegende Zeichnung aus dem Jahr 1932 entstand als Erdmann sich bereits als Illustrator und Zeichner etablierte. Womöglich ist auch dieser flott gezeichnete, überaus dynamisch sich darstellende Momenteinfang eine Vorlage für eine geplante Illustration. Der Künstler hält hier markant eine Szene aus dem Avus-Rennen am 22. Mai 1932 fest. Zentral im Bild rast der spätere Sieger Manfred von Brauchitsch im Mercedes SSKL (Nr. 31) vorbei, verfolgt vom späteren Zweitplatzierten Rudolf Caracciola im Alfa Romeo Monza (Nr. 33). Unzweifelhaft sind beide Fahrzeuge an der seitlichen Nummerierung zu identifizieren. Ein weiteres drittes Fahrzeug ist im rechten Hintergrund angedeutet. Vielleicht baute Erdmann hier eine dezente, ehrende Erinnerung an Prinz Georg Christian von Lobkowitz ein, der bei diesem Rennen mit seinem Bugatti Type 54 tödlich verunglückte.

 

 

Zu Erhardt Erdmann (10.06.1903 Santoppen, Kreis Rößel (Ostpr.) – [gefallen im April 1941 in Südfrankreich]):
Maler, Zeichner, Grafiker; Vorname wird teilweise auch geführt als „Ehrhardt“ oder „Erhard“; 1918 freiwillige Meldung zum Kriegsdienst und im Anschluss bis 1920 im Baltikum bei der Baltischen Landwehr; 1920-23 Studium an der Kunstakademie Königsberg, welches er sich als Hafenarbeiter verdiente; später in Berlin ansässig und tätig; 1924 erscheint die Mappe „Sport“ mit zwölf Radierungen Erdmanns und einem Begleittext von Kurt Doerry (Berlin: August Scherl / Verlag des Berliner Lokalanzeigers); Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre schuf Erdmann Illustrationen für die „Gartenlaube“, die „Jugend“; 1927 gestaltete er den Buchschmuck für Max Kirschs „Ein Robinson in der Wüste“ (Franz Schneider Verlag , Berlin); Erdmanns favorisierte Motive waren der Sport und das Pferd; im Zweiten Weltkrieg eingesetzt Kriegsmaler in Polen und Frankreich; 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Polenfeldzug in Bildern und Bildnissen“ (Künstlerhaus Berlin); 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Weltkrieg und Polenfeldzug“ (Städtisches Moritzburg- Museum, Halle / Sa.); Erdmanns Zeichnungen und Aquarelle wurden u.a. abgedruckt in der „Illustrierten Zeitung“, „Die Kunst und das schöne Heim“

Literatur
DAVIDSON, Mortimer G. (1992): Kunst in Deutschland 1933-1945 [Bd. 2/2. Malerei]; Tübingen: Grabert; S.279-280
KRUSE, Christiane: Erdmann, Ehrhardt, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 10206261
„Erlebt und gezeichnet. Ehrhardt Erdmann-PK zum Gedächtnis“, in: „Illustrierte Zeitung Leipzig“; Leipzig: J.J. Weber; S. 283-285, 299