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Weitere Werke von Eduard Hopf
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eduard-hopf-totentanz

 

„Totentanz“

Lithographie auf graubläulichem Ingrespapier
nicht datiert, 1945

Blattgrösse: 62,1×48,2cm
Auflage: ohne Angabe [Griffelkunst; hierzu u.r. von fremder Hand in Blei bez. „1945 80. Wahl […] Griffelunst“

u.r. in Blei signiert „Ed Hopf“
u.r. von fremder Hand in Blei bezeichnet: „Totentanz“

€ 120,-

 

  

 

Zustand
partiell Druckstellen im Blatt; oberer und unterer Rand etwas bestoßen; Ecken etwas bestoßen; Ecke o.r. mit Knickspur

 

 

Beinahe wie eine Ambivalenz von Leben und Tod, von Freude und Leid wirkt das vorliegende Blatt von Eduard Hopf. Im linken Bereich stehend erhebt eine für Hopf aus meheren Werken bekannte Tänzerin ihre Arme. Ihr Gewand ist voller Schwung und Dynamik – ihr Blick ist gerichtet auf die rechte Bildseite. Dort liegt zusammengekauert, beinahe verkrüppelt, eine hochgradig expressiv dargestellte Person. Die dünnen Beine sind schmerzhaft angewinkelt, die knochigen Hände werden schützend und zugleich auch schamhaft vor das Gesicht gezogen. (Lebens-)Freude und Leid, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit sind hier nicht nur dicht beieinander – sie erscheinen quasi als untrennbar, bei dem jeweils das Eine eine conditio sine qua non für die Wirkkraft des jeweils Anderen ist. Herausragende graphische Komposition in der ganz eigenen künstlerischen Handschrift Eduard Hopfs!

 

 

Zu Eduard Hopf (10.01.1901 Hanau – 19.11.1973 Hamburg):
1915-20 Ausbildung zum Goldschmied an der Hanauer Zeichenakadmie und Staatl. Goldschmiedeschule (bei Prof. Estler und Prof. Schimke); ab 1923 freischaffend tätig in Hamburg; 1923 erster Preis bei einem Goldschmiede-Wettbewerb; danach jedoch als Maler bekannt, obgleich er hierbei Autodidakt war; 1924 Studienreise nach Italien; 1925 Stipendium für eine Studienreise nach Sylt; 1930 erste Norwegenreise zu seiner dort verheirateten Cousine; 1924 Ausstellung im Hamburger Kunstverein (diese war so erfolgreich, dass Max Sauerlandt und Gustav Pauli Arbeiten ankauften); 1926 Atelier in der Hamburger Kunsthalle (durch Unterstützung Paulis); 1926 Heirat mit der Tänzerin Thea Engel; ab 1932 Freiatelier im Ohlendorffhaus; 1932-33 Unterstützung durch die Nothilfe für bildende Künstler; 1934-36 Unterstützung durch die Amsinck-Stiftung; zweite Norwegenreise; 1935 Ausstellung von Aquarellen bei der Kunsthandlung Commeter (Hamburg); 1936 dritte Norwegenreise; 1937 wurden bei der Aktion -Entartete Kunst- drei Arbeiten beschlagnahmt; ab Sommer 1941 im Kriegsdienst als Funker in Lübeck, Flensburg, Dänemark; April 1942 hielt er sich währned der Bombadierung in Lübeck auf und hielt diese in 102 Zeichnungen fest; 1942 wurde ein großer Teil seines Werkes bei der Zerbombung des Ohlendorffhauses zerstört; 1943 Geburt der Tochter Angela, die Mutter starb bei der geburt; 1947-57 Leitung einer Abendklasse für Freihandzeichnen als Gastdozent an der Landeskunstschule; in den 1950er Jahren wednete sich Hopf verschiedenen Kunst-am-Bau Themen zu; Kurse an der Volkshochschule; Arbeit in einem Atelier in Lokstedt; zehlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Gallitz; S.206-210
HAUPENTHAL, Uwe (Hrsg.) (2010): Eduard Hopf. Malerei und grafische Arbeiten; Verlag der Kunst; Dresden
Galerie Carstensen (2012): Eduard Hopf (Ausstellungskatalog); Hamburg