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Charles Lacoste

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Charles Lacoste: Stillleben mit Anemonen

 

Stillleben mit Anemonen in einer grün glasierten Vase vor einer floralen Tapete

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
u.r. in Dunkelrot datiert „1909“

Rahmengrösse: 50,6×59,4cm
Leinwandgrösse: 45,2x54cm

u.r. in Dunkelrot signiert „Charles Lacoste“
nicht betitelt

€ 1.900,-

 

 

 

                    

 

Zustand
partiell leicht fleckig; im Bereich o.l. kleiner dunkler Fleck; im Eckbereich u.r. (etwas oberhalb der Signatur) leicht oberflächlich berieben

 

 

Charles Lacoste gibt dem Betrachter in dem vorliegenden Gemälde einen von unten ausgehenden Blick in den Raum. Die dunkelgrüne Unterlage bzw. der Boden zieht sich in einem Rautenmuster nach Hinten. Durch die perspektivische Verengung der nach hinten führenden Rauten entsteht für den Betrachter eine erstaunliche Tiefenwirkung, welche ihn direkt zu der den Raum begrenzenden, floralen Tapete leitet. Über einem zarten Ockerton finden sich hier Blumenmotive in mattem Grün und Rot.
Vor dieser Tapete arrangiert Lacoste ein Blumengesteck in einer grün glasierten Vase. Die wunderbar herausgearbeitete Rundung des Gefäßes und auch die schwungvoll in den Raum sich reckenden Stängel und Blüten unterstützen die Bildtiefe und lassen das Arrangement beinahe plastisch erscheinen. Interessanterweise wurde die Vase nicht zentral im Bild positioniert, sondern lässt vielmehr eine wenn auch dezente, so doch auffallende Tendenz zur rechten Seite erkennen. Diese Bewegung wird durch die nach links überhängenden Blüten, sowie den leichten Schattenwurf der Vase ausgeglichen, so dass es Lacoste auf diese überaus subtile Weise gelingt eine Bewegung und Lebendigkeit in das Werk zu legen.
Die einzelnen Blüten heben sich in ihrer satten Farbenpracht deutlich vom matten Tapetenhintergrund ab. Jede von ihnen scheint in eine andere, ganz eigene Richtung zu weisen, was in diesem durch Rautenmuster und Tapete ansonsten sehr geordneten, strukturierten Raum ungebunden, einzigartig und im besten Sinne eigenwillig wirkt.
Herausragende Stillleben-Komposition!

 

 

Zu Charles Lacoste (03.03.1870 Floirac (Gironde) – März 1959 Paris):
als Maler Autodidakt; Mitglied der Künstlergruppe Les Nabis (bereits Mitglieder waren u.a. Édouard Vuillard und Félix Vallotton); Oktober 1898 erste Einzelausstellung im Salon des Cent (Paris); Freundschaft mit André Gide; 1899 Umzug nach Paris; ab 1901 regelmäßige Aussstellungsbeteilung beim Salon des Artistes Indépendants; 1903 Gründungsmitglied des Salon d’Automne (hier regelmäßige Ausstellungsbeteiligung); 1904 durch André Gide Kontakt mit dem Pariser Fotografen und Galeristen Eugène Druet; nach seinem Tod verschiedene Ausstellungen: 2002 Ausstellung in der Wildenstein Gallery (New York), wobei es kurz vor Beginn zu einem Eklat kam, da bekannt wurde, dass drei der Gemälde 1983 in Paris gestohlen wurden