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„Orchidées“

Öl auf Leinwand; aufgezogen auf Karton; gerahmt [Originalrahmen];
u.l. datiert „1908“

Rahmengrösse: 36×43,5cm
Bildgrösse: 27×34,5cm

u.l. signiert „Charles Lacoste“; verso o.l. (wohl) nochmals in Blei signiert (teilweise verdeckt vom Etikett); weiterhin auf dem Etikett mit dem Künstlernamen bez.
verso in dunkler Tinte auf dem Etikett der ‚Société du Salon d’Automne‘ bez.: „Orchidées“, ebenso verso auf Karton u.m. in Blei bez.

€ 1.300,-

 

 

 

Zustand
Leinwand aufgezogen/befestigt auf Karton; Ränder der Leinwand etwas berieben; partiell Retuschen; verso etwas fleckig und beschmutzt; verso u.l. Sammlungsstempel und Nummerierung in Blei; Rahmen mit Handhabungs-, Gebrauchsspuren (etwas berieben, leichte Farbabplatzer)

Ausstellung
01.10-08.11.1908, Ausstellung des Salon d’Automne, Grand Palais, Paris, Nr. 1106 (im Katalog (Catalogue Salon d’Automne 1908. Catalogue des ouvrages de peinture, sculpture, dessin, gravure, architecture et art de’coratif; Hérissey (Paris)) verz. auf S. 145)

Provenienz
ab 1908 (wohl direkt bei der Ausstellung erworben), Dr. Robert von Ritter (11.06.1862 St. Petersburg – 29.08.1945 Unterpfaffenhofen; Kunsthistoriker, -sammler und -förderer) [hierzu Name und damalige Adresse Dr. R. von Ritters auf dem Etikett verso]

 

 

Die gesamte Komposition ist in gedämpften Farben gehalten. Braun- und Grüntöne setzen in unterschiedlichen Ausprägungen den Rahmen, in dem etwa zentral im Bild die Orchideenblüten violett erblühen. Das Buch im Hintergrund ließe sich gut als eine christliche Erbauungslektüre denken, wenn es sich nicht um die Bibel handeln sollte. Davor ein leicht bauchiger Krug mit den titelgebenden Orchideen und etwas Grün. Der Hintergrund ist durchgängig in einem Braungrün gehaltenen, welches keinerlei farbliche Nuancierungen zeigt. Alles an dem reduzierten Arrangement wirkt schlicht und ordentlich.
Es ließe sich somit vielleicht verstehen als eine malerische Betonung der aus Künstlersicht tatsächlich wichtigen Dinge des Lebens – Bildung, Glaube (Buch), Liebe (Orchideen) und Genügsamkeit. Wunderschön gestaltete Stillleben-Komposition!

 

 

Zu Charles Lacoste (03.03.1870 Floirac (Gironde) – März 1959 Paris):
als Maler Autodidakt; Mitglied der Künstlergruppe Les Nabis (bereits Mitglieder waren u.a. Édouard Vuillard und Félix Vallotton); Oktober 1898 erste Einzelausstellung im Salon des Cent (Paris); Freundschaft mit André Gide; 1899 Umzug nach Paris; ab 1901 regelmäßige Aussstellungsbeteilung beim Salon des Artistes Indépendants; 1903 Gründungsmitglied des Salon d’Automne (hier regelmäßige Ausstellungsbeteiligung); 1904 durch André Gide Kontakt mit dem Pariser Fotografen und Galeristen Eugène Druet; nach seinem Tod verschiedene Ausstellungen: 2002 Ausstellung in der Wildenstein Gallery (New York), wobei es kurz vor Beginn zu einem Eklat kam, da bekannt wurde, dass drei der Gemälde 1983 in Paris gestohlen wurden